Buxtehude ist Koopman ein Herzensanliegen.
"Im 19. Jahrhundert haben die Musikwissenschaftler angefangen, alle Komponisten in Groß- und Kleinmeister einzuteilen. Das war Buxtehudes Pech. Zwischen den Riesen Schütz und Bach hatte er kaum eine Chance. Noch als ich studierte, sagte man, wenn man etwas von Bach spielen wollte: "Nimm doch Buxtehude, der ist einfacher." und..."Ja, man hat seine Musik immer zu langsam und ohne Sinn für den "Stylus phantasticus" gespielt, also für Buxtehudes kreativen, theatralen Stil. Schon bei Bach hatte man früher immer nur die kirchlichen Werke gern. Der weltliche Rest galt als ein bisschen eklig. Dagegen schien Buxtehudes theaterhafte Art gänzlich unfromm. Buxtehude war immer irgendwie suspekt." sagt Koopman in einem Interview.
Wie keiner der grossen Künstler hat sich Koopman für Buxtehude eingesetzt.
"Buxtehude ist eine Gestalt von ganz eigenem Gepräge, darüber hinaus auch keine verhuscht-norddeutsche Winkelexistenz, sondern ein ins Europäische ausgreifender Meister, der italienische, französische und deutsche Einflüsse selbstbewusst zu einem neuartigen expressiven und explosiven Idiom verschmilzt."sagt er an anderer Stelle.
Zitat aus dem Klassikforum Tamino:"2007 wäre des 300. Todestag Dietrich Buxtehudes zu gedenken. Ton Koopman schickt sich nun an, eine auf 26 CD's angelegte Edition der Werke des Norddeutschen Meisters herauszubringen."
Diese Aufnahme geschah früher. Koopman macht durch seine Interpretation dieser Musik deutlich, wieso Buxtehude bestimmt nicht als Kleinmeister einzuordnen ist.Vielleicht war Buxtehude ein wenig suspekt, aber andererseits in Lübeck doch sehr erfolgreich. Er hatte bei weitem nicht mit Quisquilien zu rechnen wie Bach später in Leipzig.
Es wäre wünschenswert, wenn diese Ausgabe wieder in einem preiswerten normalen Angebot erscheinen würde. Ich besitze sie seit vielen Jahren und kann ihr nur weite Verbreitung wünschen-
Wünschenswert, nicht realistisch.