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Der Kanon. Die deutsche Literatur. Gedichte: Die umfassende Sammlung deutschsprachiger Gedichte von Walther von der Vogelweide bis Durs Grünbein. 7 ... von Marcel Reich-Ranicki (insel taschenbuch)
 
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Der Kanon. Die deutsche Literatur. Gedichte: Die umfassende Sammlung deutschsprachiger Gedichte von Walther von der Vogelweide bis Durs Grünbein. 7 ... von Marcel Reich-Ranicki (insel taschenbuch) [Taschenbuch]

Marcel Reich-Ranicki
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 2096 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 2 (31. Oktober 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 345806785X
  • ISBN-13: 978-3458067856
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 17 x 12,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 66.084 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Marcel Reich-Ranicki, geboren 1920 in Wloclawek an der Weichsel, ist in Berlin aufgewachsen. Er war 1960 - 1973 ständiger Literaturkritiker der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" und leitete 1973 - 1988 in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" die Redaktion für Literatur und literarisches Leben. In den Jahren 1968/69 lehrte er an amerikanischen Universitäten, 1971 - 1975 war er ständiger Gastprofessor für Neue Deutsche Literatur an den Universitäten von Stockholm und Uppsala, seit 1974 ist er Honorarprofessor an der Universität Tübingen, in den Jahren 1991/1992 bekleidete er die Heinrich-Heine-Gastprofessur an der Universität Düsseldorf. Seit 1988 leitete er das "Literarische Quartett" im Zweiten Deutschen Fernsehen.
Reich-Ranicki erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem: die Ehrendoktorwürde der Universitäten Uppsala, Augsburg, Bamberg und Düsseldorf, den Ricarda-Huch-Preis (1981), den Thomas-Mann-Preis (1987), den Bayerischen Fernsehpreis (1991), den Ludwig-Börne-Preis (1995), die Ehrendoktorwürde der Berliner Humboldt-Universität (2007), den Henri Nannen Preis für sein journalistisches Lebenswerk (2008), die Ehrenmedaille für Literatur der Ludwig-Börne-Stiftung (2010), den Internationalen Mendelssohn-Preis (2011) sowie den Kulturpreis der B.Z. für s


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die deutsche Lyrik 6. November 2005
Vorweg möchte ich sagen, dass ich das Kanon-Projekt für eine gute Sache halte. Es ist, wie Herr Reich-Ranicki immer wieder betont hat, kein dogmatisches und unantastbares Muss. Es ist eine Empfehlung und kann einem die deutsche Literatur näher bringen. Für jene, die bereits ihren Weg zur deutschen Literatur gefunden haben, kann es eine neue Fundgrube sein, denn die wenigsten Menschen, auch unter den Viellesern, haben wohl alles gelesen, was im Kanon enthalten ist.
Unter den Kanonteilen, die bereits erschienen sind (Romane, Erzählungen, Dramen) halte ich diesen Teil, der sich mit der deutschen Lyrik beschäftigt, für einen der wichtigsten, wenn nicht den wichtigsten. Wieso? Der Romankanon etwa bietet zwanzig der bedeutendsten Romane der deutschen Literatur, allerdings muss wohl kaum jemand, der sich ernsthaft mit Literatur beschäftigt, darauf hingewiesen werden, dass „Buddenbrooks“, „Die Blechtrommel“ oder „Das siebte Kreuz“ bedeutende und lesenswerte Romane sind. Bei den Gedichten sieht es da schon ganz anders aus, wie viele der etwa 1300 Gedichte, die in diesem Kanon enthalten sind, kennt man denn schon. Sicher, einige kommen zusammen, aber der Großteil ist für die meisten doch wohl neu. Wie schade wäre es, diese lyrischen Arbeiten zu verpassen, nur weil man sich unmöglich durch hunderte von Gedichtbänden lesen kann, um irgendwann auf jedes einzelne zu stoßen. Denn ein Dichter hat meistens nicht nur ein paar Gedichte geschrieben, sondern oft hunderte, wenn nicht gar tausende. Aber wie viele von diesen sind wirklich lesenswert, gehören in einen Kanon, der möglichst nur das Beste der deutschsprachigen Literatur bieten will? Das ist sicher Ansichtssache, aber klar ist doch wohl, bestimmt nicht alle. Die Auswahl ist nötig und als Leser mit begrenzter Lesezeit kann man froh sein, wenn einem diese Auswahl, die natürlich ein Durchkämmen unzähliger Gedichtbände und das Lesen zahlloser mittelmäßiger oder schlechter Gedichte voraussetzt, abgenommen wird.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gedichte kommen unserem Bedürfnis nach Ordnung, Form, Schönheit und Bewahrung entgegen, und sie überleben Tempel und Paläste, sinniert Marcel Reich-Ranicki im Vorwort. Das ist wohl wahr. Jedoch! Diese literarische Gattung (wie schon der römische Poet Plato befand) ist bedenklich, so kühn, radikal und empfindsam wie sie ist.

Oftmals liebte man das Nebulöse mehr als die Klarheit, tarnte man Dürftiges mit effektvollen Wortlauten. Wie glücklich für uns Leser, dass es einen Ordner und Bewerter gibt, der den Zugang zum Guten und Schönen der deutschen Literatur erleichtert und uns zudem viele unbekannte Lyriker entdecken lässt, die mit wenigen Worten ins Herz zu treffen vermögen.

Zunächst fängt man wohl mit vertrauteren Namen an: Bei Hesse wohnt jedem Anfang ein Zauber inne. So sei bereit zum Neubeginne, nimm Abschied und gesunde. Für Trakl glüht der Tag, und der Gnadenbaum blüht golden aus der Erde kühlem Saft. Bei Th. Storm steigt der Heideduft in die blaue Sommerluft. Rilke erkennt im Herbst: Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr, wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben. Bei Grass macht der Schnee alles gleich, als hätte der Sozialismus gesiegt. Bei R. Gernhardt kommt der "Pardon"-Autor durch: Woran soll es gehen? Ans Sterben? Hab ich zwar noch nie gemacht, doch wir werden das Kind schon schaukeln. Na, das wäre ja gelacht. Hofmannstal, Bankdirektorsohn mit Festspiel-Ambitionen meint, wir spielen die Komödie unserer Seele. G. Benn, Krankenhausarzt, erklärt sich das Dichten als eine Art Fernsteuerung in der Hirnlage, die unsere Hand treibt, etwas zu reimen oder ein Mädchen zu zeichnen. Sarah Kirsch meint: Meine Verse müssen in die Welt, ehe sie ruhen. Ulla Hahn treiben Ungereimtheiten Tränen in die Augen, weil die Liebe weich wie Schnee fällt, aber nicht liegen bleibt. I. Bachmann fühlt sich verletzt und umgibt sich mit einer Sprachwolke: Schön sei nur, unter der Sonne zu sein.

Luther schreit aus tiefer Not: Lass uns nicht verzagen vor der tiefen Hölle Glut ! Man wundert sich übrigens, dass MRR so viele religiöse Gedichte auswählte. Ihre innewohnende Kraft scheint auch ihn nicht unbeeindruckt zu lassen.
Mörike dichtet der Geliebten: Ich höre aus der Gottheit nächtiger Ferne die Quellen des Geschicks melodisch rauschen, die Sterne lächeln und ich knie, ihrem Lichtgesang zu lauschen. M. Claudius weiß: Die Liebe hemmt nichts, sie kennt nicht Tür noch Riegel und dringt durch alles sich. E. Lasker-Schüler bemerkt: Wenn du mich ansiehst, wird mein Herz süß. Die Emigrantin H. Domin wäre gern geborgen in den Armen ihres Liebsten wie in einem Baumstamm Heine schwärmt: Mein feins Liebchen, du Blume so rein, so schön, so hold. Surrealist P. Celan findet: Wir schlafen wie Wein in den Muscheln. A. Hellers "Mein Liebstes tu die Schatten fort, die in den Zimmern liegen" kenne ich von ihm gesungen.

Viele werden für ihre Frau Goethe zitieren: Glück ohne Ruh, Liebste, bist du. Und, ach, dieser Schiller. Von diesen endlos langen Balladen will ich seit dem Auswendig-(nicht inwendig)-lernen-müssen in der Schule nichts mehr wissen. Als 14-jährige machten wir uns über die "Bürgschaft" lustig: "Was willst du mit dem Dolche, sprich! Kartoffeln schälen? Das glaub ich nicht!" Nein, ich brauche kurze Gedichte, klare Bilder wie bei G. Keller: Augen, gebt mir holden Schein, lasset freundlich Bild um Bild herein. Oder wie bei Klopstock, wo sich der Schimmer des Mondes herab in die Wälder ergießt.
Wunderbar.

So werden noch viele Abende, die in die Nacht hinüberdunkeln, vergehen bis dieser 5-Sterne-verdächtige Kanon gelesen ist. Und wieder die Dämmerung. Und wieder steht der Mond so still. Und kaum noch spüre ich einen Hauch. Warte nur, balde, lesest du auch.

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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Was heißt Kanon? Die eine Bedeutung ist das mehrstimmige Singen, die andere Gesamtheit für ein Gebiet, zum Bespiel bildende Kunst, geltenden Regel und Grundsätze, und eine weitere, wohl hier gemeinte, Verzeichnis der als vorbildlich geltenden Schriftsteller und Werke. Der Literaturpapst hat uns diesen Kanon aus Gedichten, Erzählungen und Romanen zusammengestellt, wobei er sicher nicht erwartet dass man alles lesen und kennen muss. Er möchte vielmehr dafür sorgen, dass das Ergebnis eines langen Leselebens in dieser Form erhalten bleibt, nicht für folgende Generationen verloren geht. Denn erfahrungsgemäß geht vieles verloren, darum sieht er sich in der Pflicht des „Sammlers“. Natürlich ist die Auswahl subjektiv, wie man bekanntlich im Leben immer und überall eine Auswahl treffen muss.

Marcel Reich Ranicki hat mit viele Liebe und von ihm bekannter Leidenschaft die lyrischen Beiträge in diesen sieben Bänden zusammengetragen. Der achte Band ist als Einführung und Nachschlagwerk, Register ausgeführt. Wir haben Bücher und Buchbände, die beginnen einfach vorne und enden hinten. Diese Bücher kann man hier und dort aufmachen und lesen, das geht wunderbar. Es gibt keinen durchgehenden roten Faden. Und wer Lyrik, in welcher Form auch immer liebt, wer in einer ruhigen Stunde ein Gedicht oder eine Erzählung nachschlagen möchte, wer darüber hinaus etwas über den Autor erfahren möchte, der liegt beim „Kanon“ völlig richtig.

Dank an Marcel Reich Ranicki, für die Vorauswahl die er geleistet hat. Ich kann den „Kanon“ mit Nachdruck und Leidenschaft empfehlen, aus unterschiedlichsten Gründen. Vielleicht auch ein schönes Weihnachtsgeschenk?

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