Berra hat keinen Opa und ist deshalb ziemlich neidisch auf Ulf, der ständig von seinem Großvater schwärmt. So ein Großvater, mit dem man Torte essen geht und der einem Geld schenkt, der wäre schon praktisch ... Die beiden beschließen kurzerhand, auch Berra einen Opa zu besorgen, marschieren ins Altersheim und suchen einen geeigneten Großvater für Berra aus. Der einsame alte Nils weiß zunächst gar nicht, wie ihm geschieht: Ulf und Berra müssen ihm zunächst einmal beibringen, wie ein richtiger Opa sich zu verhalten hat. Dafür lernen sie von Nils, wie man einen ganz besonderen Drachen baut. Und sie feiern mit ihm einen unvergeßlichen Geburtstag! Leider muß Berra viel zu schnell von seinem neugewonnenen Großvater Abschied nehmen, doch vergessen wird er ihn nie.
In schlichter, klarer Sprache, mit witzigen Dialogen und Kommentaren erzählt Ulf Stark, wie zwei kleine Jungen und ein alter Mann zu Freunden werden und dabei alle Generationsgrenzen überwinden. Trotz aller lustigen Szenen (z. B. das Rasieren des Ersatz-Opas, die Geburtstags-Expedition in den Garten des Nachbarn) macht Stark seine Figuren nie zu Witzfiguren. Er erzählt warmherzig, wird aber nicht kitschig oder übermäßig sentimental dabei (als Nils beim Drachenbauen von seiner verstorbenen Frau Johanna erzählt), sondern zieht den Leser hinein in die Kinderwelt von Berra und Ulf, in der jeder kleine Weg zum Abenteuer wird. Der Tod des Großvaters am Schluß ist zwar traurig - doch Stark läßt uns nicht in dieser Trauer versinken, sondern entläßt uns mit einem strahlend positiven Bild. Denn Berra bekommt von seinem Opa ein Geschenk, das ihn immer begleiten und an ihn erinnern wird.
Ein herrlichen Buch, ideal zum Vorlesen (da schön episodisch geschrieben!), auch, um schon mit kleineren Kindern über alte Menschen und über den Tod zu sprechen, ohne ihnen Angst zu machen.