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Benjamin Lebert
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Broschiert, 2006 --  

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Produktinformation

  • Broschiert: 288 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1 (2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462036645
  • ISBN-13: 978-3462036640
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (39 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 270.999 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Benjamin Lebert
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Der fragmentarisch anmutende Titel bezieht sich auf ein beliebtes Partyspiel. Jemand erfindet eine Geschichte und fordert den Mitspieler in der Runde auf, diese weiterzuspinnen. Wem nichts einfällt, der ist raus. Im dritten Werk des Senkrechtstarters Benjamin Lebert geht es ja durchaus auch um Versagensängste nach dem großen Erstling, um Schreibhemmung und das Versiegen von Geschichten. Lebert, ein nachdenklicher junger Schriftsteller und meilenweit entfernt von unseren notorischen Popliteraten, unternimmt nun buchstäblich eine Reise ins Quellgebiet des Erwachsenwerdens, die Widrigkeiten und Fährnisse im Leben zweier junger Menschen.

Im Mittelpunkt steht der Erfolgsautor und Ich-Erzähler Tim Gräter, der nach seinem Romanerfolg zum Darling der Branche mutierte (dass Lebert hier die eigene Karriere nach Crazy zum literarischen Gegenstand macht, ist offensichtlich). Den schreiblahmen, am Leben (ver)zweifelnden Melancholiker verschlägt es auf einen Interrailtrip durch Schweden und Norwegen. Mit an Bord, die schräge Zufallsbekanntschaft Tanja. Doch statt des erhofften Sexabenteuers entwickelt diese zutiefst verstörende Züge. Man zeltet, logiert in den besten Hotels oder findet – dank Tims Auslandserfolg – in einer verlagseigenen Villa noble Unterkunft. Ein weiterer hier residierender verruchter Dichterfürst, der sich wild selbst zelebriert, lässt die Sicherungen der selbstzerstörerischen Tanja schließlich ganz durchbrennen.

Es ist das alte Lied. Selbst die federleichteste schwedische Sommerlandschaft wird zum reinsten Katastrophengebiet, wenn im Rucksack die ungelösten Probleme mitreisen. Als Tanja sich gar mit Rasierklingen selbst zuleibe rückt, verdunkeln Mutmaßungen über frühes Leid, Liebe und Tod endgültig die Sommersonne. Überdies begleitet Tims behinderter Bruder, der unlängst Selbstmord verübte, als unsichtbarer Geist die Reisenden. Die immer wieder eingestreuten Lesereisen plus amouröser Erfahrungen des Autors hingegen wirken wie ein Fremdkörper. Zu gerne hätte man die Bekanntschaft mit Tim und Tanja etwas vertieft und mehr über die Ursachen einer Beschädigung erfahren. Diese Akte hat Benjamin Lebert in seinem bittersüßen Reiseroman leider etwas zu eilig geschlossen. --Ravi Unger

kulturnews.de

Zwei kaputte Jugendliche auf gemeinsamer Interrail-Reise durch Skandinavien: Tim ist mit 21 bereits Bestsellerautor, aber für die eigene Befindlichkeit findet er keine Worte. Die 18-jährige Tanja spielt nach außen den Sonnenschein, doch im Verborgenen ritzt sie sich. Unglaublich, wie sensibel und hintergründig „Crazy"-Autor Benjamin Lebert auch im dritten Roman die Gefühlsnöte seiner jugendlichen Helden beschreibt. Schade nur, dass er sich klischeehafte Seitenhiebe auf den Literaturbetrieb nicht verkneifen konnte. (cs)

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Kundenrezensionen

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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Merkwürdig, melancholisch, aber gut!, 11. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Kannst Du. (Broschiert)
Benjamin Lebert hat eine außergewöhnliche Art Bücher zu schreiben. Schon sein erster Roman "Crazy" deutete auf ein großes Schreibtalent hin. Mit diesem zweiten Roman skizziert er die Geschichter zweier Jugendlicher, die sich auf einer gemeinsamen Reise näher kommen. Das Buch ist nicht witzig, an manchen Stelle bekommt man sogar das Gefühl es an die Wand werfen zu wollen und stellenweise muss man es aus der Hand legen. Dennoch kann ich es in jedem Fall weiter empfehlen. Es ist einfach mal etwas anderes, aus der Feder eines Jungautores geschrieben, der schon mit seinem ersten Roman sein Schreibtalent unter Beweis stellen konnte.

Lesenwert, aber nicht die "Gute-Nacht-Lektüre".
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Sex, Philosophie und Weltschmerz, 1. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Kannst Du. (Broschiert)
Lebert setzt in diesem Buch fort, was er in seinen anderen begonnen hatte: poetische, aufmerksame Beschreibung von seiner Umgebung und den Menschen darin, mitunter interessante Themen, das Gefühl für Einsamkeit und Entfernung seiner Umgebenheit, einige philosopische Gedanken - und Selbstmitleid. Manchmal wirkt es wie eine Selbstkritik, eine Selbstanalyse, doch nach einiger Zeit stand für mich außer Frage, das vieles davon pures Selbstmitleid war. Nicht umsonst sind die Hauptfiguren Leberts ihm selbst ziemlich ähnlich. Die Geschichte, die er erzählt, könnte mit etwas mehr Abstand gut werden, so war sie für mich ab einer gewissen Seite nur nervig, immer den Gedanken im Hinterkopf: "Junge, wenn dich alles so ankotzt, dann ändere endlich mal was!"

Der Schluss wirkt in manchen Zügen konstruiert und nicht zu Ende gebracht, teilweise etwas zu dick aufgetragen. Auch merkt man, dass Lebert einige seiner Figuren und Dialoge nur benutzt, um eine bestimmte Aussage zu machen, was den Realismus des Buches schmälert.

Zudem störte mich die Tatsache, dass die Hauptperson jedes Mädchen/jede Frau, die er trifft, in mehr oder weniger zwei Kategorien einteilt: "Ich will mit ihr schlafen"/"Ich will nicht mit ihr schlafen". Sicher passt es zum Buch und zur Person, und es wird sogar innerhalb des Buches angesprochen, aber trotzdem fühlte ich mich als weibliches Wesen doch etwas angegriffen. Natürlich ist das eine persönliche Sache, aber es war auch ein Grund, warum ich das Buch nicht so genießen konnte.

Leberts Schreibstil hat sich weiterentwickelt. Dennoch schwankt das Buch zwischen einer Teenagergeschichte, Küchentischphilosophie und einer ernsthaften Betrachtung menschlicher Wesenzüge. Leider kann es sich für keines davon richtig entscheiden, sodass mein Endeindruck doch eher gespalten ist.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen Ein selten schlechtes Buch, 15. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Kannst Du. (Broschiert)
Benjamin Lebert gilt ja als "Wunderkind" - dementsprechend sind die Erwartungen hoch. Aber auch gewöhnliche Erwartungen an einen Roman kann dieses Buch in keinster Weise erfüllen.

Obschon die Geschichte vorgibt, über ein Mädchen zu erzählen, geht es nur um den Ich-Erzähler und hauptsächlich um seine sexuellen Eskapaden. Der Autor benutzt Begriffe wie "Br*ste", "T*tten", "Schw*nz", "f*cken" usw. mit einer Häufigkeit und Unbeholfenheit, daß man denken muß, er stünde noch am Anfang der Pubertät. Die Schilderung des Ich-Erzählers, wie er zwei Frauen geschwängert hat, steht plump im Raum - er hat sich offenbar nie wieder um diese Frauen gekümmert. Auch die geschilderten Besuche bei Prostituierten ("Mensch, dann können wa so oft f*cken wie de magst!") stehen allein - ohne Bezug.

Überhaupt fehlen Zusammenhang und Konsistenz. Ein Terroranschlag - sicherlich beeinflußt vom 11. September 2001 - ist eine Meldung im Fernsehen. Ein befreundeter Buchautor, den der Ich-Erzähler in Göteborg besucht, wohnt später im Buch plötzlich in Stockholm. Eine stark schmerzende Wunde an der Hand, die dem Erzähler ein durchgedrehter Buchautor mit einem Säbel (!) beigebracht hat, hindert ihn wenige Tage später nicht, mit dem Auto von Berlin nach Bremen zu fahren (immerhin etwa 350 km) und während der Fahrt das Autoradio zu bedienen und Red Bull zu trinken.

Neben allen Pubertätsausbrüchen und erzählerischen Inkonsistenzen steht ein psychisch krankes Mädchen, das ansatzweise offenbar an einer Borderline-Störung leidet. Leider bleibt dafür kein Platz mehr im Buch; das Mädchen wird zum Schluß umständehalber bei ihren Eltern abgegeben. Bei diesem Ende fehlen mir wirklich die Worte...

Eine Zumutung für den Leser ist die Hardcore-96er-Schreibung, die für ein 2006 erschienenes Buch mehr als eigenartig ist. Hat der Autor, dem man doch ein gewisses Grundverständnis der deutschen Sprache zutrauen sollte, in diesen 10 Jahren nichts dazugelernt?! Es ist z.B. ein Unterschied, ob einem jemand "leid tut" oder "Leid tut". In diesem Buch tun sich alle gegenseitig "Leid" (auch das, nebenbei gesagt, im Übermaß). Es bleibt wohl dem Leser überlassen, sich für den richtigen Sinn zu entscheiden - nicht nur bei dieser Wendung.

Insgesamt ist es ein so schlechtes Buch wie mir selten eines untergekommen ist. Auch ich werde mir - wie andere Stimmen in den amazon.de-Rezensionen - überlegen, ob ich jemals wieder ein Buch von Benjamin Lebert in die Hand nehme.
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