Das erste Kapitel dieses Buches ist noch recht gelungen, es wird die Entwicklung der menschlichen Kultur und die Entstehung unserer heutigen Kulturpflanzen beschrieben. Dafür gibts von mir auch zwei Sterne.
Was dann kommt ist allerdings eine unglaubliche Lobeshymne auf die Gentechnik, die ihresgleichen sucht. Der Autor nimmt es hier mit jedem auf, der in irgendeiner Weise Bedenken gegenüber Gentechnik hat. Mangelnde Grundkenntnisse und fremdbestimmte Meinung werden einem hier vorgeworfen. Vor allem die Europäer mit ihrer Überproduktion an landwirtschaftlichen Erträgen sind dem Autor hier ein Dorn im Auge. Die Europäer würden, blind durch ihren eigenen Wohlstand, den Entwicklungsländern die Gentechnik verwehren. Warum, frage ich mich, führt der Autor dann nicht die USA als positives Beispiel auf? Dort wird die Gentechnik schon seit langem angewandt. Hat das den Peripherieländern und dem weltweiten Hungerproblem etwas genutzt?
Von Fusionen von Saatgut - und Spritzmittelkonzernen und deren Auswirkungen auf die Kleinbauern wird hier ebenso wenig berichtet wie von negativen Gesundheitsfolgen. Stattdessen wird über "Goldenen Reis" und seine wunderbare und selbstlose Verteilung unter den Armen erzählt.
Der Autor widerspricht sich in seiner Argumentation häufig selbst, z.B. antwortet er auf die Frage, ob die Gefahr besteht, dass sich Erbgut von gentechnisch veränderten Pflanzen unkontrolliert ausbreiten könnte, mit dem Verweis darauf dass Menschen schon immer Zierpflanzen, Nutzpflanzen und Krankheitserreger über den ganzen Globus ausgebreitet haben. Soll das eine schlüssige Argumentation sein?
Aber genug davon, es soll sich jeder selbst ein Bild von diesem Werk machen. Vielleicht hat der Autor ja doch Recht und wir haben nur einfach keine Ahnung von Gentechnik...