holidaypacklist Hier klicken Sport & Outdoor BildBestseller Cloud Drive Photos Learn More madamet HI_BOSCH_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16


Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 10. März 2014
„Nein“, wäre, nach der Lektüre der hochinteressanten, aber beileibe nicht immer einfach zu verstehenden Dialoge, die Eckoldt mit namhaften Vertretern der Neurowissenschaft im Buch führt, wohl am ehesten die Antwort auf den Titel des Buches.

Soweit man unter „Verstehen“ einen bewussten Vorgang des „Bewusstseins“ versteht. Denn gerade was dieses „Bewusstsein“ angeht, da geraten die Erkenntnisse, die klaren Aussagen, die Überzeugungen von den je eigenen Forschungen doch im Rahmen der im Buch niedergelegten Gespräche, erkennbar an ihre Grenzen.

Wie sollte das auch nachgewiesen werden im praktischen Versuch? Und wie könnte eine solche Frage nach dem „bewussten Verstehen“ überhaupt auch nur Ansatzweise eine gemeinsame und belastbare Antwort erfahren, wenn schon die Definition des Begriffes wenig greifbar und, bei den verschiedenen Gesprächspartnern, auch sehr verschieden gefüllt im Raum steht?

Dass diese leichte Verwirrung so offen zu Tage tritt, dass in den Gesprächen teils der „Boden verlassen“ wird, das ist vor allem der intensiven, nicht nachlassenden und sich nicht mit zunächst ungefüllten Begriffen abspeisen lassenden Haltung Ekoldts zu verdanken.

In aller Ruhe hakt der Philosoph nach, stellt sich hier und da einfach mal „ganz dumm“, fragt konkret und gezielt nach und so treten im Lauf der Lektüre der Gespräche zwei Erkenntnisse dem Leser klar vor Augen: Zum einen ist „die Sache mit dem Gehirn“ im ganzen nicht wirklich fassbar, darstellbar, nachweisbar, weder mit EEG noch mit „Landkarten des Gehirns“ noch in klarer Abgrenzung zu anderen Lebewesen. Zum anderen aber ist in vielen Einzelheiten, in umrissenen Fragen, in empirischen Versuchen viel passiert an Erkenntnis seit dem „Manifest der Hirnforschung“, welches vor einem Jahrzehnt von deutschen Neurowissenschaftlern formuliert wurde.

Dieses Manifest ist zugleich auch der „Aufhänger“ des Buches. Denn was für Fortschritte wurden gemacht? Hat es einen Erkenntnisgewinn seitdem gegeben und wenn ja, welchen? Leitfragen, mit denen Eckoldt in die einzelnen Gespräch hineingeht.

Wobei viele Themen gestreift werden, die durchaus interessante Informationen enthalten. Gerade im vereinfachten Blick auf das Gehirn als „Chemiebaukasten“ finden sich im Buch eindeutige Absagen, gar Warnungen vor Psychopharmaka, deren Folgen weitgehend noch gar nicht absehbar sind und die eben nicht „einfach so“ gezielt wirken. Das Gehirn ist kein „Baukasten“, das Gehirn ist eine „Struktur“, welche man einfach chemisch steuern könnte.

Oder auch den durchaus nicht von der Hand zu weisenden „materiellen Ansatz“, den Frank Rösler im Buch andeutet. Dass für jede Handlung, aber auch für jeden Gedanken „materielle Prozesse“ im Hintergrund stehen, als „Produkt eines biologischen Systems“. Auch wenn dieses nicht einfach oder klar zu verorten ist. Wenn „Denken“ nicht gemessen werden kann, ist ein Nachweis dieses materiellen Verständnisses mentaler Prozesse schwierig.

„Was ist Bewusstsein“?
„Das ist eine weitere der nicht gelösten harten Fragen, die wir haben“.

Eine souveräne Gesprächsführung, die nicht locker lässt, die Antworten der Gesprächspartner durchaus erhält, die die aktuellen Forschungsgänge nachvollzieht, aber auch die Grenzen gerade bei den „harten Fragen“ des aktuellen Standes der Diskussion offen legt.

Insgesamt ein sehr interessantes und lehrreiches Buch, gerade weil einfache Antworten nicht möglich sind und das Gehirn des Lesers in Bewegung gerät innerhalb der vielfältigen Ansätze und Erkenntnisse der Gesprächspartner Eckoldts.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Die Erkenntnisse der modernen Hirnforschung einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln, ist ebenso wichtig wie anspruchsvoll. Und wer sich dieser Aufgabe stellt, musst zuerst eine Annahme über den Wissensstand seines Publikums treffen. Matthias Eckoldt hatte beim Schreiben offenbar die Leserschaft der Zeitschrift „Gehirn und Geist“ vor Augen und setzt daher schon gewisse Grundkenntnisse über das menschliche Gehirn voraus. Zudem benutzt er als roten Faden ein Manifest von elf Neurowissenschaftlern, das 2004 in „Gehirn und Geist“ erschienen ist.

Um die Frage des Buchtitels zu beantworten, führte Matthias Eckoldt neun Gespräche mit bedeutenden deutschen Hirnforschern, von denen Gerald Hüther, Gerhard Roth und Wolf Singer den größten Bekanntheitsgrad außerhalb der akademischen Welt haben. Nach einer Einleitung, die leider viel zu kurz ausgefallen ist, um ihren Zweck wirklich zu erfüllen, folgen Eckoldts redigierte Aufzeichnungen der Gespräche. Danach überlässt es Matthias Eckoldt allerdings seinen Lesern, ein Fazit aus all dem Gesagten zu ziehen. Dieses Angebot halte ich für eine Überforderung des Publikums. Wer sich in der Materie nicht sehr gut auskennt, wird die zum Teil doch sehr unterschiedlichen Meinungen der neun interviewten Hirnforscher kaum adäquat bewerten und einordnen können.

Dem Autor selber hätte ich die Formulierung eines solchen Fazits durchaus zugetraut. Denn seine Fragestellungen deuten darauf hin, dass sich Matthias Eckoldt intensiv mit der Materie vertraut machte und spekulative Aussagen von wissenschaftlich gut abgesicherten Resultaten unterscheiden kann. Zudem gehört der deutsche Philosoph, Germanist, Medientheoretiker und Schriftsteller nicht zu denen, die in der Neurowissenschaft ein neue Heilslehre sehen. Und da er vielen These seiner Gesprächspartner eher skeptisch gegenübersteht, hakt er nach, um mehr Klarheit zu schaffen. Das kommt zwar bei den Interviewten nicht immer gut an, hat aber gerade deshalb einen gewissen Unterhaltungswert.

Mein Fazit: Vor zehn Jahren erschien in der Zeitschrift „Gehirn und Geist“ ein „Manifest“, das elf renommierte Hirnforscher unterzeichneten. Dieser viel diskutierte Beitrag bildet das Gerüst für die Gespräche, die Matthias Eckoldt mit neun deutschen Neurowissenschaftler führte und deren redigierte Fassungen in diesem Buch zu lesen sind. Es vermittelt ein Stimmungsbild, das offene Fragen aufdeckt, wissenschaftlich Gesichertes einem größeren Publikum zugänglich macht und vor überzogenen Erwartungen an die Hirnforschung warnt. Schade, das der Autor auf ein Fazit verzichtete, das die wichtigsten Punkte so zusammenfasst, dass auch Laien auf dem neusten Stand sind.
0Kommentar|10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. November 2013
Anfänglich hat sich das Buch schwer lesen lassen, das hing aber damit zusammen, dass ich weder Kenntnisse in Psychologie noch Biologie hatte, zudem erst 19 bin, sodass ich Begrifflichkeiten immerzu nachschauen musste.
Alsbald konnte ich dann das gebündelte Wissen erschließen.
Hilfreich war dabei natürlich der immer wieder kehrende Dialog, der einem viele verschiedene Ansichten zu bestimmten Theorien oder Ideen bot.
Ich halte das Buch für einen netten Exkurs in das Gebiet der Hirnforschung, in dem man auch viel für sein täglich Denken mitnimmt.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. April 2014
Die Gespräche in diesem Buch kreisen um die aktuellen Fragestellungen der Neurowissenschaftler: "Was ist Bewusstsein?" "Gibt es einen freien Willen?" "Wie nehmen wir wahr?", usw. Daneben kann jeder der Wissenschaftler und die eine Wissenschaftlerin seinen/ihren aktuellen Forschungsschwerpunkt vorstellen.
Da ich seit Jahren sehr in in viele Themen eingearbeitet bin, aber zunehmend das Gefühl habe, dass ich den Überblick über die Breite der Forschungsansätze verliere, war mir dieses Buch eine gute Hilfe, um mich mal wieder auf den letzten Stand der Fragestellungen und der Diskussion zu bringen.
Eckoldt fragt sehr gut. Es ist über weite Strecken ein Vergnügen, den Gesprächen zwischen ihm und den NeurowissenschaftlerInnen zu folgen, selbst wenn die Themen manchmal etwas speziell sind.
Fazit: ein lesenswertes und sogar unterhaltsames Buch.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. März 2014
Die Interviews mit den verschiedensten Forschern auf dem Gebiet der Hirnforschung zeigt die Problematik der Zirkularität, mit der die Forscher konfrontiert sind, wenn sie mit IHREM GEHIRN die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns im allgemeinen zu verstehen versuchen. Auch die FrageN "was ist Bewusstsein?, wo ist das ICH angesiedelt?", wird in allen Beiträgen angeschnitten und die Antworten zeigen auf, dass es bislang noch keine abschliessende Antwort darauf gibt.
Für mich das Wichtigste, ist die Erkenntnis der Forschergemeinde, dass die verschiedenen Funktionen des Gehirn, wie Sprache, Visuelles Verstehen, Motorik, usw. nicht in einer bestimmten Zone des Gehirn angelegt sind, sondern im Prinzip immer das gesamte Gehirn an Entscheidungen und Aktionen beteiligt ist, da sich Netzwerke über alle Regionen des Gehirns verteilen und somit Millionen von Neuronen "mitarbeiten".
Ein kleiner Minuspunkt des ausgezeichneten Buches ist die Tatsache, dass die Forscher ausschliesslich aus dem europäischen, beziehungsweise dem deutschen Hochschulbereich stammen. Es wäre ein zusätzliches Plus, wenn auch Forscher aus dem angelsächsischen, russischen und asiatischen Raum miteinbezogen worden wären.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Oktober 2014
…und zwar eine sehr sehr gute…das Buch liefert einen interessanten Einblick in die verschiedenen Welten und Denkweisen der verschiedenen Forschung und zeigt sehr gut, dass es, nicht nur, aber eben auch, in der Forschung um das Gehirn viele unterschiedliche Ansichten gibt, die sich alle begründen lassen und alle ihre Berechtigung haben. Letztlich wird aber auch deutlich, dass, quasi im Sinne einer kognitiven Dissonanz, jeder von dem überzeugt ist, was er selber glaubt herausbekommen zu haben.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Dezember 2013
Es liegt mit diesem Werk ein hochspannendes Buch über den aktuellen Stand der Hirnforschung vor. Die Transkritption der Expertengespräche ist ausgesprochen gelungen, stilistisch fantastisch geschrieben. Auch dem Nicht - Hirnforscher erschießt sich der äußerst amüsante Dialog problemlos, ohne in Trivialitäten abzugleiten.
5 Sterne und eine ernsthafte Empfehlung für jeden, der Spaß an gut lesbarer intellektueller Lektüre hat.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. März 2014
Superinteressante Zusammenstellung aktueller Erkenntnisse führender Neurologen. Bemerkenswert positiv, daß fast alle
die gleiche Eingangsfloskel des Veröffentlichdruckes hervorheben und die Tatsache, daß man nur immer vom gegenwätigen Stand des Wissens ausgehen kann, letztlich aber noch alles offen und ungewiß ist.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden