Nachdem das Buch sich mit Kaninchen beschäftigt, hätte ich mir auch Fachkompetenz in den Kapiteln zu Haltung, Ernährung und Verhalten gewünscht. Diese Kapitel sind allerdings mehr als mangelhaft und sollten lieber überblättert werden.
Die Empfehlungsformen zur Einname (Globoli, Tablette, Flüssigtropfen) zeugen wiederholt von mangelhafter Fachkompetenz über Kaninchen. Die Tabletten enthalten Lactose, diese kann von Kaninchen nicht verdaut werden. Deshalb sollte man immer die flüssige Form oder Globolis verwenden (und nicht die Tabletten, wie empfohlen). Zum Eingeben einfach mit Wasser in eine nadellose Spritze und seitlich in den Mund geben, oder auf die Pfötchen geben, so dass sie beim Putzen abgeleckt werden. Die Globolis können direkt verabreicht werden.
Der Hauptteil beschreibt einzelne Krankheiten, ihre Symptome und homöopathische Mittel zur Behandlung.
Ausgefallene Krankheiten werden oft ausführlicher als typische Kaninchenkrankheiten beschrieben. Das legt den Verdacht nahe, dass sich der Autor nicht spezifisch mit Kaninchen auskennt.
Die Beschreibung und Symptomvorstellungen sind mangelhaft. Die homöopathischen Mittel werden nur aufgelistet, es fehlt eine genaue Differenzierung! Jedes homöopathische Mittel hat nur eine Wirkung, wenn es bei bestimmten Erkrnkungen mit bestimmten Verlauf eingesetzt wird. Der Autor gibt immer ein paar Mittel an, unterscheidet diese aber kaum (oder gar nicht). Schade!
Kräuteranwendungen fehlen gänzlich (obwohl im Titel groß angepriesen). Es gibt lediglich ein paar vereinzelte Hinweise zu Tee (Sollte das eine Kräuteranwendung sein?).
Insgesamt ein Buch, das nur eingeschränkt empfehlenswert ist. Das Buch hält nicht, was der Titel verspricht, es fehlt deutlich an Ausführlichkeit und Differnzierung bei den homöopathischen Mitteln.