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5.0 von 5 Sternen
Kandide, eine hochamüsante philosophische Geschichte!, 8. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Kandide oder die beste aller Welten.4 CD's (Audio CD)
Vor einiger Zeit habe ich zufällig ein Hörbuch mit der Weltkugel gekauft, Schopenhauers eritische Dialektik, danach noch Epiktets Philosophie der Stoa.
Nun hat mich auch Voltairs Kandide nicht entäuscht! Hervorragend! Intelligent, gewitzt, hochamüsant!
Der Sprecher verkörpert den Kandide hervorragend. Es handelt sich hierbei um die klassische Volltextvertonung - was für den Kandide unerlässlich ist, die neuere Übersetzung, mit modernem Sprachgebrauch, klingt dagegen steril und unpassend.
Kandide wächst in einem Schloss auf, von dem er beim Hausphilosophen Panglos lernt, dass er in der besten aller Welten lebt, wie auch die Frau Fürstin die beste aller Fürstinnen ist. Als er jäh vertrieben wird beginnen seine spannenden, tragischen aber immer mit köstlicher Ironie durchtränkten Abenteuer auf der ganzen Welt. Durchtränkt sind die Erlebnisse auch mit philosophischer Tiefe, zum Einen mit Hauptfragen, zum Anderen mit aus deb Abenteuern und Charakteren gewonnene Erkenntnise.
Zu seiner Veröffentlichung wurde dieses Werk wohl nicht nur scharf kritisiert, sondern auch öffentlich verbrannt - dennoch, oder mit auch deswegen eines der ganz großen Werke!
Da ich mit dem Werk und auch der Umsetzung hoch zufreiden bin, gibt es von mir 5 Sterne.
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5.0 von 5 Sternen
Die Leiden des jungen Kandide in der besten aller Welten, 30. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Kandide oder die beste aller Welten.4 CD's (Audio CD)
Voltaires satirischer Roman „Kandide“ von 1759 über das philosophische Theorem von der „besten aller möglichen Welten“ liegt hier als Hörbuch, gesprochen von Andreas Dietrich, im Verlag Riolomedia vor. Dabei geht es um den jungen westfälischen Mann Kandide, der durch mancherlei Schrecken und Wirrnisse einerseits an den Lehren seines verehrten Mentors Pangloß über diese Welt als der besten aller möglichen Welten festhalten will, andererseits aber immer wieder fundamental in diesem Glauben erschüttert wird. Seien es Verheerungen durch Kriege oder das Erdbeben von Lissabon (1755), Sklaverei, Autodafes oder Auspeitschungen - die Zahl der Gegenargumente gegen diese Welt als bester aller möglichen Welten ist Legion, und Kandides wilde Achterbahnfahrt durch das Leben in dieser Welt nimmt so schnell kein Ende, weder in der Alten Welt, noch in der Neuen – und überhaupt, es ist eine (alles andere als freiwillige) Weltreise!
Wie für den sprachfertigen Rokokoaufklärer Voltaire üblich, schreibt er selbst über dieses eigentlich brisante und ernste Thema, das mit der theologischen Theodizee-Problematik zusammenhängt, mit Leichtigkeit und Witz, so dass es in einem kaum noch größeren Kontrast zum schwerfälligen Stil von Leibniz’ „Versuche über die Theodizee“ (1710) stehen könnte, dem Werk, das man sicherlich als den seinerzeit populären Anlass für die Abfassung von Voltaires „Kandide“ zu sehen haben muss. Denn Leibniz begründet in seiner Theodizee die Gerechtigkeit Gottes damit, dass diese Welt die beste aller möglichen Welten sei, und jedes Übel in ihr – Naturkatastrophen, Sünde, Gewalt und Tod – letztlich dazu diene, das größtmögliche Gut in dieser Welt zu schaffen (nämlich das Heil in Christus). Voltaire führt diese Auffassung in den dreißig Kapiteln des „Kandide“ immer wieder auf sehr konkrete und ebenso ironisch-pointierte Weise ad absurdum.
Die Hörbuch-Aufnahme finde ich gelungen. Der Sprecher wirkt sympathisch und humorig und wird damit dem heiteren Stil des „Kandide“ besonders gerecht. Insgesamt finde ich dieses Hörbuch von Voltaires „Kandide“ daher für Philosophieinteressierte in Schule und Studium oder einfach nur zum privaten Anhören empfehlenswert. Für alle, die sich mit der Theodizee-Frage oder mit der französischen Aufklärung beschäftigen, ist Voltaires „Kandide“ ein Muss!
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