Nachdem mich der Amewi Firestorm schon nach kurzer Zeit unterfordert hat und mir auch der 4. Kanal (also der Seitwärtsflug) doch sehr gefehlt hat war ich auf der Suche nach einem 4-Kanal Heli mir Funk statt Infrarot Sender und bin letztendlich beim Solo Pro hängen geblieben. Hierfür waren 2 Kaufkriterien ausschlaggebend.
1. Der Solo Pro ist etwas träger als der (auch etwas teurere) Blade MSR und daher auch für kleinere Räume geeignet.
2. Der kleine funktioniert nach dem Fixed Pitch Prinzip und kommt laut diversen Internetforen seinen großen Brüdern was das Flugverhalten betrifft sehr nahe.
-Wissenswertes vorab-
Was den ein oder anderen interessieren wird ist der Unterschied zwischen Solo Pro und Solo Pro 2. Die Antwort darauf ist dass die beiden sich lediglich von den Farben (Solo Pro: Rot, Solo Pro 2: Gelb) unterscheiden.
Außerdem wusste ich nichts mit den Begriffen "Mode 1" und "Mode 2" der Fernsteuerung anzufangen. Damit kann man den Sender insofern umstellen, dass entweder mit der linken Hand Gas gegeben werden kann oder eben mit der rechten. Standard auch bei den großen Modellen ist Mode 2, aber das ist reine Geschmackssache.
-Verarbeitung-
Der Solo Pro wirkt im Gegensatz zu meinem Firestorm trotz der nur minimal größeren Ausmaße ziemlich Globig, was aber meiner Meinung nach dem kleinen recht gut steht. Die Fernbedienung wirkt etwas billig, liegt allerdings gut in der Hand. Das Material vom Heli wirkt auf den ersten Blick sehr zerbrechlich und alles ist aus dünnem, flexiblem Plastik und ihn aber dadurch äußerst Strapazierfähig macht. Der Heckausleger ist aus Metall oder CFK?, auf jeden fall aus hochwertigem Material.
-Handhabung-
Positiv fällt auf, dass der Heli nicht über ein umständliches und anfälliges Ladekabel direkt geladen wird, sondern ein externer Akku in einen Schacht unter dem Heli geschoben wird. Das Laden des Akkus erfolgt in einem Schacht auf der Rückseite der Fernbedienung. Was mir dabei nicht so gut gefällt ist dass der Schacht am Heli etwas wackelig ist und man bei jeden Herausziehen des Akkus den Eindruck vermittelt bekommt, dass das Landegestell (an dem der Akku im Flug aufgehängt ist) wegbricht. Außerdem hat der Solo Pro keinen Ein-/Ausschalter um ihn Auszuschalten muss jedes Mal der Akku gezogen werden. Noch einen kleinen Minuspunkt erhält er deshalb, da beim Sender nur 4 AA Batterien reingehen und diese durch das Laden des Flugakkus sehr schnell leer gehen. Am besten umgeht man das Problem indem man sich gleich das Set im Alu-Koffer besorgt, da hier eine Ladestation und ein zweiter Akku mitgeliefert wird was bei den gefühlt sehr kurzen Flugzeiten sehr Sinnvoll ist. Musste mir beides Nachbestellen und es macht im Endeffekt preislich keinen Unterschied zwischen Alu-Koffer-Set und Normalem Set mit Nachbestelltem Ladegerät und zweitem Akku. Mein Firestorm fliegt mit einer Akkuladung deutlich länger.
-Flugeigenschaften-
(Vorab ist zu sagen, dass durch die Fixed-Pitch Steuerung der Heli komplett andere Flugeigenschaften aufweist als ein Koaxial-Heli mit 2 Rotorebenen auf dem Dach. Vergleichbar wie der Unterschied zwischen Auto und Motorrad fahren).
Als Umsteiger von einem 3-Kanal Koax-Heli auf einen 4-Kanal mit Fixed Pitch erweisen sich die ersten Flugstunden als sehr schwierig und gerade zu Beginn wo man den Heli eigentlich trimmt ist man schnell überfordert. Inzwischen habe ich den kleinen soweit im Griff dass ich auch mal ohne Wandberührung eine Akkuladung verfliegen kann. Auch kleinere, behutsame Kurven kann ich schon fliegen. Nach 4-5 Akkuladungen hat man dann aber schon langsam den Dreh raus und man bekommt richtig Laune wenn man merkt dass man nun das ein oder andere Manöver beherrscht. Besser wäre es da vielleicht wenn man sich dazwischen noch an einem 4-Kanal Koaxial-Heli wie den Solo (ohne Pro, ebenfalls vom gleichen Hersteller) austobt um nicht mit den vielen Steuermöglichkeiten durcheinander zu kommen und nicht rechts mit links verwechselt. Dies kann insbesondere dann schnell vorkommen, wenn man den Heli von Vorne sieht und man eigentlich vom Wohnzimmerschrank wegmöchte.
Der Solo Pro ist ein sehr wendiger und spritziger Heli. Soll heissen dass alle Steuereingaben sehr behutsam erfolgen sollten, denn wenn der kleine erst mal in fahrt ist hält ihn so schnell nichts mehr auf. Wenn er richtig getrimmt ist steht er auch ziemlich stabil in der Luft. Zwar nicht ganz so regungslos wie ein Koaxial-Heli aber doch so dass man auch mal kurz die Hand von der Fernbedienung nehmen kann.
Flüge außerhalb vom Wohnzimmer traue ich mir (noch) nicht zu, deshalb kann dazu leider auch nichts schreiben.
-Haltbarkeit-
Die Haltbarkeit des Solo Pro ist unübertroffen. So oft und teilweise auch ziemlich heftig wie ich mit dem kleinen gegen Wände, Lampen, Schränke usw. gedonnert bin wäre mein alter Firestorm schon längst in 1000 Stücke zerbrochen. Bin bisher aber (noch) komplett ohne Blessuren davon gekommen. Hier zahlt sich das dünne und flexible Plastik aus. Man sollte hier aber beachten immer das Gas sofort auf 0 zu stellen sobald sich ein Absturz nicht mehr abwenden lässt.
-Fazit-
Auch wenn ich viele kleinere Negative Dinge über den kleinen Solo Pro geschrieben habe bin ich total begeistert von Ihm. Selten hat mir etwas so viel Spass gemacht als den kleinen Steuern zu dürfen. Er ist eben Anspruchsvoll und das finde ich persönlich garnicht mal so schlecht. So hat man auch auf längere Sicht ein Spielzeug, welches nicht gleich nach einer Woche langweilig wird. Der Preis wird wohl den ein oder anderen etwas abschrecken, was aber durch die Haltbarkeit wieder wett gemacht wird. Leider kann man hier keine halben Sterne vergeben, sonst hätte ich ihm 4,5 Sterne gegeben da die Kleinigkeiten fehlen wie den erwähnten Ein-/Ausschalter. 4 Sterne kann ich aber dem Solo Pro nicht antun somit wurden es am ende doch ernst gemeinte 5 Sterne. Hab nur die Befürchtung dass wenn mir der auch langweilig werden sollte ich ganz schön Tief in die Tasche greifen muss um einen noch Besseren Heli zu ergattern.