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Produktinformation
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Ertan Ongun (Luke Piyes) ist ein (Klein-)Krimineller mit Ambitionen. Er lässt sich auf alles ein, was ein bisschen Geld verspricht, auf Überfälle genauso wie auf Drogenhandel und Prostitution. Als er und sein Freund Kemal (David Scheller) nach einem ziemlich misslungenen Coup in einer Spielhalle verhaftet werden, wird er aufgrund der Drogen in seinem Blut für vorübergehend unzurechnungsfähig erklärt, während Kemal aus Kiel in die Türkei abgeschoben wird. Die beiden nutzen die Gelegenheit und bauen eine deutsch-türkische Drogen-Connection auf. Das Geschäft blüht, doch zugleich gerät Ertan aufgrund zweier Prostituierter, die er beschützt, in einen immer weiter eskalierenden Streit mit zwei Bordellbesitzern.
In gewisser Weise ist Kanak Attack eine Provokation und Zumutung. Lars Becker konfrontiert uns mit Figuren, die gar nichts anderes sein wollen als Kriminelle. Ertan bezeichnet sich selbst voller Stolz als "Kanake". Was einmal ein rassistisches Schimpfwort war, wird für ihn zu einem Markenzeichen und Symbol seiner amoralischen und letztlich ziellosen Rebellion gegen eine Gesellschaft, die ihn nur als Verbrecher sehen und akzeptieren kann.
Becker selbst ist offensichtlich fasziniert von Ertans Milieu. Er nähert sich ihm mit filmischen Mitteln, wie Zeitraffer und rückwärts laufenden Bildern, die den Techniken der Rap- und HipHop-Musik entlehnt sind. So entsteht eine nahezu hermetische Welt, ein eigener Kosmos im Universum unserer Gesellschaft, dessen Existenz erschrecken mag, der uns aber auch von den Fehlern erzählt, die von uns allen in den letzten Jahrzehnten gemacht wurden. Ertans Coolness, seine zur Schau gestellte Gleichgültigkeit gegenüber Gewalt machen es schwer, sich mit ihm zu identifizieren. Im Prinzip bleibt er das Andere, das Fremde, nur wäre es falsch, sich einfach abzuwenden. Es ist gerade die Nähe zu Ertans Welt, die Kanak Attack zu einem bemerkenswerten, aber eben auch zwiespältigen Film macht. --Sascha Westphal
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Mag sein daß einige Stellen im Film dermaßen überzeichnet sind, letzendlich zeigt sich aber für mich (in der Schlußszene) wie nah der Film an der Realität ist. Selbiges hat sich in ähnlicher Weise hier auch in meiner Nachbarschaft erreignet, die Gründe sind im Film beschrieben.
Auf jeden Fall ist der Film wie ein Besuch in einem der "deutsch-türkischen-Vereine", die türken werden den meisten Spass daran haben. Leider ;-)
Zur DVD: Da sie mit zahlreichen Extras ausgestattet ist und zu einem halbwegs vernünftigen Preis angeboten wird, ist sie auf jeden Fall empfehlenswert.
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