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Kanada [Gebundene Ausgabe]

Richard Ford , Frank Heibert
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (47 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

27. August 2012
Illegaler Handel, ein Banküberfall, drei Morde - um nicht weniger geht es in Richard Fords sprach- und bildgewaltigem neuem Roman. Dells Eltern sind nach einem gescheiterten Banküberfall in Montana festgenommen worden; er selbst ist zu seinem Schutz nach Kanada gebracht worden. Nun trifft er dort in einem einsamen Städtchen auf eine merkwürdige Schar. Bei Arthur Remlinger kann er unterschlüpfen - doch der Besitzer eines heruntergekommenen Jagdhotels erweist sich als ein Mann mit dunkler Vergangenheit. Inmitten der überwältigenden Landschaft von Saskatchewan entfaltet sich die Geschichte einer schmerzvollen Passage in die Welt der Erwachsenen, wo es keine Unschuldigen geben kann.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
  • Verlag: Hanser Berlin; Auflage: 7 (27. August 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446240268
  • ISBN-13: 978-3446240261
  • Originaltitel: Canada
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,8 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (47 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 24.202 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Nach seinem letzten großen Roman wollte Richard Ford eigentlich nur noch kleine Bücher schreiben. ,Kanada' ist in jeder Hinsicht etwas anderes geworden: mehr als vierhundert Seiten dick, brillant komponiert, mit einem riesigen Thema: wie man mit Verlusten lebt. Es geht also um Amerika." Verena Lueken, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.12

„Richard Ford erzählt in seinem neuen Roman ,Kanada' in erhabener Monochromie vom kleinen und großen Grenzverkehr zwischen Gut und Böse.“ Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung, 25.08.12

„Vierzig Jahre lang hat Richard Ford von den Brüchen im amerikanischen Zusammenleben erzählt und wie die Menschen damit hadern. Jetzt, mit 68, hat er ein Buch über Demut geschrieben und über das Einverständnis mit dem Schicksal.“ Philipp Oehmke, Der Spiegel, 27.08.12

"Sein bisher bestes Buch." Wolfgang Herles, ZDF das blaue Sofa, 14.09.12

„Er ist und bleibt ein Meister der überpräzisen Menschendarstellung: Der neue Roman ,Kanada' von Richard Ford ist auch ein halber Krimi.“ Wolfgang Schneider, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.10.12

Über den Autor

Richard Ford wurde 1944 in Jackson, Mississippi, geboren und lebt heute in Maine. Er hat sieben Romane sowie Novellen, Kurzgeschichten und Essays veröffentlicht. 1996 erhielt er für Unabhängigkeitstag den Pulitzer Prize.

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59 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dell ist der Held einer Geschichte, in der es um die Abgründe und wechselvollen Schicksale einer kleinen Familie geht.

Mit dem ersten Absatz ist man mitten in einer Erzählung, in der es um einen Banküberfall und um Mord und Totschlag, aber auch um das Leben und die Verirrungen geht, denen ein jeder in seinem Leben anheimfallen kann.

Aus der Sicht des jungen Dell, Zwillingsbruder seiner Schwester Berner, der um 1960 ungefähr fünfzehn Jahre alt ist, schaut man auf seine Eltern, die so gut wie gar nicht zusammenpassen. Man steht im Wahlkampf für John F. Kennedy. Dells Vater ist ganz auf dessen Seite.

Aus einer Zufallsbegegnung ist die Ehe der Eltern zustande gekommen. Von Beginn an ist sie nicht glücklich. Neeva Parsons ist kopfgesteuert, vernünftig und rational denkend. Bev Parsons aber ist ein Träumer und Schaumschläger, der sein Leben nicht in den Griff bekommt. Er war bei der Air Force und hat vor kurzem seinen Abschied genommen.
Die Familie lebt in einem armseligen Häuschen in Great Falls/ Montana.
Wie in einen Strudel zieht Bev seine Frau mit in ein finanzielles Abenteuer, das für beide vernichtend endet.
Nach einem Banküberfall landen die jungen Eltern mit Mitte dreißig im Gefängnis. Berner haut mit ihrem Freund Rudy ins Unbekannte ab. Dell aber gelangt mit Hilfe einer Freundin seiner Mutter nach Kanada. Hier beginnen seine Abenteuer, die ihn durch Einsamkeit, harte Arbeit und dürftige Unterkünfte auf ein Leben vorbereiten, von dem man nicht weiß, wo es ihn hinführen wird.

In Kanada erfährt er Lebensbedingungen, die extrem sind für einen Jungen von 15 Jahren. Er haust in abgelegenen Hütten und ist zwei Männern mit offensichtlich kriminellen Strukturen ausgeliefert. Mit einfachster Arbeit hilft er aus, wo immer er gebraucht wird und geht sein Leben ohne innere Widerstände an. Wunderbare Landschaftsbeschreibungen und atmosphärisch einprägsame Stimmungen begleiten unseren Helden, der seine Unschuld und Offenheit trotz der gravierenden Erlebnisse nicht zu verlieren scheint.

Hervorragend in Konzeption und Aufbau bannt die Geschichte vom ersten Moment an. Dell sieht mit aufmerksamem Blick und feinem Gespür für alles, was von der täglichen Norm abweicht, wie sich um seine Eltern etwas zusammenbraut, das ihn beängstigt. Das große Können Richard Fords lässt uns durch die Augen Dells erfahren, wie es zu den Abwegen und Fehlentwicklungen seiner Eltern kommen konnte, und wie er in seinem eigenen abenteuerlichen Leben in Kanada seinen Weg findet.

Das melancholische und verständnisvolle Ende beleuchtet eine wichtige Erkenntnis, die Dell auf seinem langen Weg zur Normalität gefunden hat. Sie gipfelt in der Einsicht, dass jeder im Leben eine Chance hat, die man nur nutzen muss. Mit Verlusten umgehen und das Gute im Verborgenen finden lernen ist die große Kunst des Lebens.

Man ist fasziniert und hingerissen von den feinen psychologischen Details, mit denen Richard Ford seine Geschichte fort und fort schreibt. Er ist einer der ganz großen Erzähler amerikanischer Herkunft, dessen Erzähltalent ihn in die unendlichen Gefilde ruhmvoller und anerkannter Schriftsteller einreiht.
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31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leiden ohne Schmerz? 30. August 2012
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Sommer 1960, Kalter Krieg, der Wahlkampf zwischen Kennedy und Nixon ist in vollem Gange. In Great Falls, Montana, nahe der Grenze zu Kanada, wurde der schmucke Army Air Corps-Captain Bev Parson wegen Unregelmäßigkeiten im Dienst zwar degradiert, aber dennoch ehrenhaft aus der Air Force entlassen und sieht sich einer unklaren Zukunft ausgesetzt. Er hat seine Familie zu versorgen, das 15-jährige Zwillingspaar Dell und Berner und seine ungemütliche, aus schwermütig jüdisch-intellektuellem, entwurzeltem Milieu stammende Ehefrau Neeva, die ihre Ehe mit dem flotten Jungen aus Alabama schon lange bereut. Aber ohne den Anflug von Leichtsinn ihrer Mütter, würden manche Kinder erst gar nicht geboren werden. Seit Jahren zogen sie von Stützpunkt zu Stützpunkt, lebten ohne nennenswerte Habseligkeiten in gemieteten Häusern und haben kaum Kontakte oder gar Bindungen zu anderen. Als Familie funktionieren sie mehr schlecht als recht, dennoch ist sie ihr Dreh- und Angelpunkt, bis das passiert, was Dell, aus dessen Sicht alles geschildert wird, gleich zu Beginn des Buches so beschreibt:

„Zuerst will ich von dem Raubüberfall erzählen, den meine Eltern begangen haben. Dann von den Morden, die sich später ereigneten.“

Das sind Sätze, die den Leser erst einmal irritiert zurückfahren lassen. Will man ein Buch, das sofort die ganze Luft aus dem Ballon lässt, denn überhaupt lesen? Will man. Denn man will nicht nur wissen, was zu diesen Vorfällen führte, sondern auch, was danach geschieht. Wie geht man mit den Dingen des Lebens um, die dazu führen, dass man aus der Bahn geschleudert wird und wie schafft man es dennoch, der zu bleiben, der man ist und sein will. Das ist das, was auch Ford mehr interessiert als die Taten selbst, er hat schon oft davon erzählt, auch in seiner Bascombe-Trilogie, die ihn berühmt gemacht hat.

Dell Parson, der am Ende des Buches, im Jahr 2010, ein Mann auf der Schwelle zum Alter sein wird, den die Tragödien in seinem Leben eben nicht für immer aus der Bahn geworfen haben, ist ein guter, lieber Junge, ein Kind seiner Zeit, mit einer Kindheit, die es so heute vielleicht gar nicht mehr gibt. Er mag die Schule, interessiert sich für das Schachspiel und für Bienenzucht und kann sich gut mit sich selbst beschäftigen, wenn er auch gerne Freunde hätte. Seine Schwester Berner ist da anders, eigensinniger, zorniger, auch erwachsener und von vorauseilender Härte. Als ihre Eltern ihr Leben in den Sand setzen, setzt sie sich in ein Ersatzleben ab, jedoch nicht ohne das geschwisterliche Band durch Inzest, der unerträglich beiläufig geschildert wird, für immer zu beschädigen. Dell jedoch, bis zum Schluss ein braver Sohn, beugt sich ein letztes Mal den Willen seiner Mutter und gerät nach dem sozialen Tod seiner Familie, der sich quälend langsam anbahnt, bevor er blitzartig zuschlägt, in die Obhut eines zwielichtigen Amerikaners, der im kanadischen Saskatchewan ein heruntergekommenes Hotel für Jäger betreibt. Arthur Remlinger, der in Harvard studierte und über eine Ausbildung „mit Goldrand“ verfügen könnte, wenn er aus einem besseren Stoff gewesen wäre, ist ein Mann der Kälte, von dem sich Menschen besser fernhalten. Doch zunächst hat der traumatisierte Junge keine Wahl, in der Einsamkeit des amerikanisch-kanadischen Grenzgebiets wird er seine Kindheit und einen Kopfkissenbezug hinter sich lassen.

Ford hat lange in Montana gelebt, ist mit der Jagd vertraut und kennt Kanada gut, was der Atmosphäre, die im Buch herrscht, Dichte und Glaubwürdigkeit verleiht. Kanada, so kommt es mir vor, ist für ihn ein besseres, ein unbelastetes Amerika. Hätte Obama die Wahl nicht gewonnen, so wäre er dorthin ausgewandert, berichtet er in Interviews, und dass er es im Falle eines Präsidenten Romney wieder in Erwägung ziehen würde. Dass er das Buch schlicht „Kanada“ genannt hat, darf durchaus als Statement gewertet werden. Sein stiller Held Dell, der im anderen Amerika bleiben wird, wird lange brauchen, bis er die einschneidenden Erlebnisse seiner Jugend, die ihn sein Leben lang begleiten werden, verarbeitet hat. Im Lauf der Zeit erreicht er, dass er dem Menschen treu bleibt, als der er sein Leben begonnen hat. Das war eine Maxime seiner unglücklichen Mutter. Warum sie sich auf stümperhaft anmutende Weise verlor, konnte Ford nicht ganz glaubhaft machen, was dem wehmütigen Zauber, der über seiner Geschichte liegt, aber nicht schadet.

„Kanada“ ist ein berührendes literarisches Glanzstück, in dem es um Liebe, Verlust, Trauer, Ertragen und Bewältigung geht. Nicht immer trifft man die Menschen dort an, wo sie hingehören. Entwurzelung geht mit einer Leere einher, die aus eigener Kraft gefüllt werden muss. Wird man in jungen Jahren benutzt und vor allem nicht richtig behütet, gehört man nie mehr so ganz irgendwo dazu. Das Leben wird uns leer geschenkt, sagt Florence zu Dell im Buch, und es ist unsere Aufgabe, das Glücklichsein zu erfinden. Dell Parson, der die Mentalität des Bewahrens und Verdrängens gleichermaßen besitzt, findet einen Platz in der Welt, wo er nach seinen Bedürfnissen leben kann, obwohl alles auch ganz anders, vielleicht besser hätte verlaufen können. Und er erfährt, dass es mit etwas Glück möglich ist, ein gutes Leben zu haben, auch wenn immer etwas fehlen wird und die blassen Gespenster der Vergangenheit nicht endgültig weichen wollen. Gutes kann auch aus einem beharrlichen Trotzdem entstehen. Zufriedenheit und Wohlbehagen sind mindere, aber auch zuverlässigere und langlebigere Formen des Glücks. Mit denen muss man sich unter Umständen begnügen. Was schon sehr viel ist.

Dell und Berner Parson werden selbst nie Kinder haben.

Helga Kurz
30. August 2012
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein 15-jähriger sucht seinen Platz im Leben... 14. September 2012
Von Penelope
Format:Gebundene Ausgabe
Der 15-jährige Dell und seine Zwillingsschwester Berner wohnen mit ihren Eltern in Great Falls, einem kleinen Provinznest. Bev, der Vater, versucht nach seiner Entlassung bei der Air-Force mit diversen Jobs seine Familie über Wasser zu halten. Er und seine intellektuelle Frau Neeva scheinen nicht wirklich eine Einheit zu bilden, Neeva wünscht sich ein anderes Leben, schafft es jedoch nicht, sich von ihrem Mann zu trennen. Als Dell's Eltern einen Banküberfall begehen, lässt die Verhaftung nicht lange auf sich warten, die Kinder bleiben traumatisiert zurück. Dell wird nach Kanada geschickt, zum zwielichten Hotelbesitzer Arthur Remlinger, wo er - minderjährig und ohne Papiere - mehr oder weniger Gefangener seiner eigenen Situation und Vergangenheit ist. Die Erwachsenen, von denen er umgeben ist, setzen eigennützige Erwartungen in ihn, von denen er sich erdrück t und ausgenutzt fühlt. Seine Zukunftsperspektiven sind alles andere als vielversprechend. Als ein weiteres, schwerwiegendes Ereignis seinen Glauben an die Menschheit erschüttert, kommt er zu wichtigen Erkenntnissen, die seine Zukunft für immer prägen werden. Doch diese wird immer mit Kanada verbunden bleiben...
**
Richard Ford lenkt scheinbar zunächst ab, nicht Dell und sein Leben in Kanada sind Mittelpunkt dieser Geschichte, sondern um den Leser die Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten verstehen zu lassen, holt er weit aus: er lässt Dell rückwirkend seine eigene Geschichte erzählen, so, wie er sie als 15-jähriger Junge und Sohn seiner Eltern wahrgenommen hat. Dazu werden die Persönlichkeiten und Charaktere sowohl von Vater Bev als auch von Mutter Neeva beleuchtet und analysiert, außerdem versucht Dell zu begreifen und zu erklären, wie und warum seine Eltern sich so veränderten, dass sie sich sogar zu einem Bankraub hinreißen ließen. Ob Dell diese Erklärung für und vor sich selbst gelungen ist? Es scheint so, denn Dell macht aus seinen Situationen das jeweils Beste, er muss in Kanada gezwungenermaßen von heue auf morgen erwachsen werden - eine andere Chance bleibt ihm nicht. Und wie er selbst erkannt hat: Mit der Grenzüberquerung wurde man aber auch zu einem anderen Menschen - das geschah jetzt mit mir, und ich musste es annehmen". Wobei Grenze" hier durchaus eine Doppelbedeutung annimmt. Doch seine fehlende Lebenserfahrung und Naiivität lassen ihn vieles zunächst nicht verstehen, erst nach und nach erschließt sich der Sinn vieler unbeanworteter Fragen.
Beeindruckend und teilweise melancholisch werden seine Erlebnisse, seine Gefühle geschildert und die Erkenntnisse, die er für sich selbst trifft: dass die Zukunft von der Vergangenheit geprägt wird, aber es gleichzeitig auch jeder selbst in der Hand hat, seine Zukunft zu gestalten oder Ereignisse, die das ganze Leben verändern, sehen manchmal nicht danach aus".

Der Autor lässt die Handlungsorte lebendig werden, der Leser kann sich gut in das Provinznest Great Falls hineinversetzen, sich die Bewohner vorstellen, für die Dell und seine Familie vollkommen unbedeutend sind. Auch der kanadische Ort Fort Royal ersteht bildhaft vor dem inneren Auge und dem Autor gelingt es auf einzigartige Weise, die Situationen, z.B. vor, während und nach dem Bankraub so athmosphärisch dicht zu beschreiben, dass die Luft im wahrsten Sinne des Wortes zum Schneiden ist. Aber auch die Gänsejagd in Kanada, Dell's Einleben im kanadischen Saskatchewan werden so real, dass man dabeizusein scheint.

Die Charaktere der Personen sind glaubhaft und man kann sich kaum vorstellen, dass es hier um ein rein fiktives Erlebnis handelt - zu intensiv werden die Gefühle von Dell geschildert, so dass man mit ihm fühlt, sich vorstellen kann, wie es in ihm aussehen muss: der Jugendliche, der in diesem prägenden Alter nach Antworten und seinem Platz im Leben sucht. Man möchte ihm am liebsten behilflich sein und ihm der Freund sein, den er so dringend benötigt.
Die Veränderung und Entwicklung, die Dell in diesem einem Jahr - seinem 16. Lebensjahr - durchmacht, ist enorm und seine Erkenntnisse, die er oft erst im nachhinein macht - beim Aufschreiben dieser Geschichte - sind auf den Punkt gebracht, z.B. ...ist die Zeit nur eine erfundene Größe und verliert an Bedeutung, ganz zu Recht" oder:, Merkwürdig, was einen dazu bringt, über die Wahrheit nachzudenken". Diese Sätze machen dieses Buch, diese Geschichte zu einem wahren Leseerlebnis, das nachdenklich stimmt und zu etwas Besonderem werden lässt.

Fazit:
Ich kann Kanada" absolut weiterempfehlen, es ist ein etwas anspruchsvollerer Roman voller philosophischer Anregungen, Erkenntnissen, und ein Buch, das dem Leser Geschehnisse und Personen anschaulich und atmosphärisch dicht ans Herz legt. Richard Ford kannte ich bisher noch nicht, aber Kanada" hat mich überzeugt und ich werde nach seinen Büchern Ausschau halten!
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