Es ist schon jammerschade, wie unwürdig die originale Kampfstern-Galactica-Serie (DVD-Box 1 und 2) mit dieser zweiten Serienstaffel ("Battlestar Galactica 1980") heruntergeritten worden war. Zuerst hatte der auftraggebende TV-Sender ABC die Originalserie aus Kostengründen stoppen lassen, obwohl diese noch gar nicht ihre epische Story zuende erzählt hatte. Dann, nur etwa ein halbes Jahr später, entschloss sich der Sender dann doch für eine Fortsetzung und bestellte bei den Machern eine zweite Staffel. Allerdings war die Originalbesetzung längst anderweitig verpflichtet und nicht mehr verfügbar, und das Budget der Serie wurde bis weit unter die Schmerzgrenze heruntergefahren. Um unter diesen Vorzeichen überhaupt noch weitermachen zu können, verlegte man die Handlung der Serie einfach etwa dreißig Jahre in die Zukunft (bis auf Commander Adama und Lt. Boomer sind alle anderen Charaktere tot, neue Helden haben die Bühne betreten) und ließ die Handlung - kostengünstig - fast ganz auf der Erde spielen.
Das geringe Budget sieht man der zweiten Staffel auf Schritt und Tritt an. An Weltraumszenen sind fast keine neuen entstanden, es wurde weitgehend Material aus der ersten Staffel wiederverwendet. Die wenigen neuen Trickszenen sind schreiend billig und dilettantisch und bleiben weit hinter der Qualität der Originalserie zurück. Die Settings sind mager und lieblos. So gibt es auf der Galactica nur noch Adamas Quartier und, neu hinzugekommen, den dunklen, mit Videoschirmen zugestellten "Thronsaal" des Wunderkindes Dr. Zee. Szenen von der Brücke, der Offiziersmesse, den Mannschaftsquartieren, den Startbahnen etc. gibt's so gut wie keine mehr und wenn, sind sie ebenfalls aus der ersten Staffel entnommen.
Die Hauptdarsteller machen ihre Sache nett und ordentlich, doch reichen sie für meinen Geschmack nirgends an den Charme der Originalbesetzung heran. Selbst Lorne Greene und Herb Jefferson Jr. haben scheinbar die Spiellaune verloren und chargieren hier ziemlich lustlos. Und was die Storys betrifft, so sind sie belanglos, vor allem aber oft nur lächerlich, unlogisch und auch nicht zum Galactica-Thema passend. Warum müssen die Kolonialen denn plötzlich Ufos benutzen, die wie leuchtende Weihnachtsbäume vom Himmel schweben?
Es gibt eigentlich nur zwei Gründe, diese dritte Box dennoch zu kaufen. Erstens: Der Vollständigkeit halber wird der Fan natürlich zugreifen - denn es ist immer noch die Galactica, so jämmerlich auch hier mit ihr umgegangen wurde! Zweitens: Die letzte Folge "The Return of Starbuck" allein rechtfertigt bereits den Kauf, denn hier wird auf Troy und Dillon verzichtet, stattdessen hat Dirk Benedict als Starbuck einen letzten glänzenden Auftritt. Diese letzte Folge hätte - abgesehen von der Rahmenhandlung um Dr. Zee - sehr gut auch in die erste Staffel der Serie gepasst. Sie hat ein sehr gutes Drehbuch und überragt damit sogar so manche Folge der ersten Staffel. Vor allem beleuchtet sie die Zylonen, ihr Funktionieren und ihr Mangel eines höheren Ziels, für das sie kämpfen. Es wird ein interessantes Verhältnis zwischen "Cy", dem gestrandeten Centurion, und Starbuck hergestellt. Außerdem lernen wir, wo Wolfgang Petersen für seinen Film "Enemy Mine - Geliebter Feind" geklaut hat.
Die Bildqualität der Box ist an sich sehr gut, bis auf den Vorspann der Serie, der regelmäßig eine unterirdische Bildqualität aufweist. An Specials gibt es nur den deutschen Kinotrailer zu "Mission Galactica: Angriff der Zylonen" (der eigentlich in die zweite Box gehört hätte) und einen Video-Mitschnitt eines Fantreffens ("Galacticon"). Entgegen der Angabe auf dem Pappschuber fehlt der Trailer zu "Galactica III: Ende einer Odyssee". Und wie schon bei den ersten beiden Boxen, in denen die beiden ersten Kinofilme fehlen, ist kritisch anzumerken, dass die Kinofassung von "Galactica III: Ende einer Odyssee" unbedingt mit in diese Box gehört hätte, auch wenn sie nur ein Zusammenschnitt diverser Folgen dieser Staffel ist.