Vielleicht habe ich mich ja durch den Titel und den Klappentext fehlleiten lassen, aber wer sich von "Kampfkunst und Zivilisation" eine Auseinandersetzung mit der Bedeutung und Relevanz einer traditionell verwurzelten Kampfkunst für unsere moderne, insbesondere westliche Zivilisation erhofft hat, der wird enttäuscht werden.
Der Text gibt sich vielmehr als eine schwer verständliche, und in weiten Teilen recht abstrus und kaum nachvollziehbare philosophisch-wissenschaftliche Abhandlung, bzw. wo er das nicht ist, wird er zu einem schon fast unangenehm moralisierenden Traktat. Nebenbei, das sempai-kohai-Konzept der japanischen Gesellschaft in westliche Dojo und damit in unsere westliche Gesellschaft tragen zu wollen, erscheint mir wie der Versuch, päpstlicher als der Papst zu sein.
Vielleicht komme ich ja in ein paar Jahren zu einer anderen Auffassung, aber heute kann ich mit dem Buch kaum etwas anfangen.