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Kampfes Lust: Über die Erotik der Körperbegegnung im Zweikampf/ Beschreibung einer Szene /Wenn Frauen kämpfen und Männer zuschauen: Emanzipation, Stimulation, Obsession?
 
Dieses Bild ist von Werner Sonntag "tagson"
 

Kampfes Lust: Über die Erotik der Körperbegegnung im Zweikampf/ Beschreibung einer Szene /Wenn Frauen kämpfen und Männer zuschauen: Emanzipation, Stimulation, Obsession? (Gebundene Ausgabe)

von Werner Sonntag (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 662 Seiten
  • Verlag: Laufen und Leben; Auflage: 1., Aufl. (1. Juni 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3980283526
  • ISBN-13: 978-3980283526
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 923.670 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Sachgebiete: Psychologie, Soziologie/Gesellschaft, Volkskunde/ Völkerkunde, Medizin, Sport/Spiele, Sozialgeschichte

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk!, 6. September 2009
Nur Insider können ermessen, welche Leidensgeschichten Menschen hinter sich haben, die vom Ringkampf- Fetisch besessen sind; für die "Kampf" und "Lust" nicht notwendigerweise im Gegensatz zueinander stehen. Viele haben sich selbst mit dem Stigma der "Perversion" versehen, halten ihre Neigung oftmals ein Leben lang verborgen, weil das, was sie umtreibt, im öffentlichen Bewußtsein schlechterdings nicht zu existieren scheint, während sexuelle Vorlieben wie "Spanking", "Bondage" und "S/M" zumindest einen gewissen Bekanntheitsgrad für sich beanspruchen können und wie selbstverständlich sogar bis in die Prospekte der Beate Uhse vorgedrungen sind. Demgegenüber haben viele Ringkampf-Fetischisten gelernt, sich wie Ausgestoßene zu verhalten - unsicher ihrer eigenen Neigung gegenüber, die heute, in der Blütezeit einer eifernden politischen Korrektheit, mehr denn je am Abgrund des Verdikts der "Gewaltverherrlichung" balanciert, und stets auf der Hut vor dem Makel des Abartigen.

Unlängst ist nun - endlich! - ein Buch erschienen, das sich erstmals in Ausführlichkeit mit der Geschichte und dem Hintergrund der "Kampfes Lust" (so der Titel) befaßt.
Werner Sonntag, der langjährige Herausgeber der "Amazone", ist ein gestandener Journalist mit zahlreichen Buchveröffentlichungen und nähert sich dem Thema gewohnt seriös, wobei er einen intensiven Blick in die Geschichte des weiblichen Zweikampfs sowie in die des sprichwörtlich gewordenen "Kampfes der Geschlechter" tut. Natürlich läßt bereits der Titel seines Buches eine gewisse Tendenz erahnen: "Kampf" hat definitiv auch etwas mit "Lust" zu tun. Werner Sonntag versammelt die Aussagen bedeutender Frauen und Männer, die sich mit diesem Thema beschäftigt haben, zu einem unterhaltsamen Kompendium und einem wahren Feuerwerk der "LeseLust", das bestrebt ist, die Lust am Kampf aus dem unverdienten Schattendasein des "Schmuddeligen" und "Perversen" ans Licht einer durchaus akzeptablen und akzeptierten Neigung zu führen.

Mit wissenschaftlicher Akribie versucht er den Beweis anzutreten, daß das, was uns umtreibt, der humanoiden Natur innewohnt; daß dem Zusammenhang, der zwischen Aggressivität und Sexualität besteht, alle Menschen gleichermaßen unterworfen sind und wir - die Amazonisten - in uns selbst keineswegs abartige Sonderlinge sehen sollten, die es verdient hätten, verschämt und namenlos am Rande der Gesellschaft zu vegetieren. Mit diesem Buch tritt unsere Szene zum ersten Mal selbstbewußt ans Licht der wissenschaftlichen Öffentlichkeit; und zum ersten Mal liegt ein wissenschaftlich begründetes Plädoyer für ein größeres Selbstbewußtsein unserer Szene vor.

Es handelt sich um ein dickleibiges Werk von einigem Gewicht, und das nicht zuletzt im Sinne seiner Bedeutung. Schnell wird klar: Hier haben wir es mit einem großen Wurf zu tun, der wissenschaftlichen Ansprüchen Genüge tut und ganz eindeutig das Zeug zum Standardwerk hat. Werner Sonntag hat sich hier selbst ein Denkmal gesetzt, denn ihm ist etwas ganz Besonderes gelungen, das für uns alle Relevanz hat: Zum ersten Male überhaupt wird unsere Szene, die bislang unbenannt und im geheimen kümmert, in sexualwissenschaftlicher Hinsicht definiert und abgegrenzt. Es ist nicht übertrieben zu konstatieren: Durch dieses Buch erhält sie erstmals ein Gesicht.

In der Tat hat Werner Sonntag eine überaus bemerkenswerte Sammlung literarischer und historischer Zeugnisse zusammengetragen, die bis in die Frühzeit der Menschheitsgeschichte zurückdatieren. Der Autor brauchte nach eigenem Eingeständnis zehn Jahre, um dieses Buch zu schreiben, und beim ersten Ansehen scheint es, als benötige man dieselbe Zeit, um es zu lesen. Sobald man jedoch eventuelle Berührungsängste überwunden und erst einmal mit dem Lesen begonnen hat, wird man sich sehr schnell wünschen, es möge nicht nur nicht nach zehn Jahren, sondern niemals enden.

Trotz aller Ambitioniertheit seines Anspruchs verliert Werner Sonntag nie den Blick für seine Leser. Im Unterschied zu vielen anderen Wissenschaftlern versteht er es, auch den Laien anzusprechen und, mehr als das, von der ersten Zeile an in seinen Bann zu ziehen.
Das Buch umfaßt siebenundzwanzig in sich breit gefächerte Kapitel. Sie bieten eine fundierte Zusammenstellung von historischem und psychologischem Faktenwissen, wie es sie in dieser Form weltweit bisher nicht gegeben hat, ergänzt um dokumentarische Berichte und Selbstdarstellungen aus der Szene, die für sich genommen nicht nur einzigartige Dokumente, sondern auch - wen wundert es? - überaus erregend sind. Ein Leckerbissen für sich ist der Anhang "Zweikampf in literarischen Zeugnissen". Erstaunlich, welche großen Namen sich der KampfesLust genähert und sich mit ihr offenbar recht wohlgefühlt haben! Ähnliches gilt für den opulenten Bildteil, unter anderem mit geradezu sensationellen Aufnahmen von historischem Wert, die bislang wohl kaum jemand zu Gesicht bekommen haben dürfte. Er allein beansprucht etwa achtzig Seiten!

Wo immer man dieses Buch aufblättert, wird man Vergnügliches, Wissenswertes und - das nicht eben zum geringsten! - höchst Erotisches finden, und um so schwerer fällt es dann, sich dazu zu zwingen, es beiseite zu legen. Die bei Werken mit vergleichbarem Anspruch üblicherweise erforderliche Disziplin, sie gewissenhaft von Anfang bis Ende zu studieren, ist gar nicht erst vonnöten, denn der übersichtliche Aufbau gestattet es, einzelne Abschnitte je nach Gutdünken zu überspringen, ohne daß dadurch irgend ein Verständnisverlust entstünde. Der Autor selbst weist in seinem Vorwort darauf hin, daß alle Kapitel unabhängig voneinander gelesen werden können. So hält man ein "Lesebuch" im besten Sinne des Wortes in Händen, ein Kompendium, das für die Ringkampf- Szene ein wahres Füllhorn an Histörchen, Anekdoten, Wissenswertem und Erregendem bietet.

In der Tat wird man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen, sobald man einmal angefangen hat, darin zu blättern. Wahlweise verschlingt man es in einem Atemzug wie einen Roman oder nimmt es immer wieder zur Hand wie ein Nachschlagewerk. Spannend und informativ jedenfalls ist es zu gleichen Teilen und bietet somit gediegenes "Infotainment" im allerbesten Sinn, wie es bislang nur auf dem angelsächsischen Buchmarkt zu Hause war. Die sprachliche und gedankliche Ambitioniertheit des Textes ist gleichermaßen ein ästhetischer wie ein erotischer Genuß - ein Glücksfall, der dieses Buch zu einer Sternstunde für unsere Szene macht!

Wer frühere Publikationen des Verfassers kennt, weiß seinen flüssigen, unterhaltsamen Stil zu schätzen, mit dem er erfreulicherweise seine Leser auch diesmal durch die Materie geleitet, und das selbst dann, wenn sie gelegentlich schwierig anmutet. Kaum jemand, der in Kapiteln wie "Des Krieges wie der Kurzweil wegen" oder "Das fetischistische Element im Lustkampf" zu lesen begonnen hat, wird das Buch zur Seite legen können, und niemand wird es bereuen, den auf den ersten Blick hoch anmutenden Preis entrichtet zu haben. Mit seinen umfassenden historischen und dokumentarischen Abrissen, einem ausführlichen Bildteil, der allein das Geld wert ist, nicht zuletzt aber auch mit einer opulenten, wertigen Ausstattung läßt es sehr schnell die Videocassette vergessen, die man stattdessen hätte erwerben können und die im Grunde genommen doch nur ein und dieselbe Kampfszene zum tausendsten. Mal wiederholt. Im Gegensatz dazu hält man hier nicht nur etwas ganz und gar Neues, sondern zweifellos auch etwas Bleibendes in den Händen; man darf sich ein wenig wie ein Zeitzeuge fühlen, dem es vergönnt ist, an einem wichtigen Meilenstein der Geschichte teilzuhaben, und mag es auch "nur" die Geschichte unserer Szene sein. Doch was könnte einem Amazonisten mehr bedeuten?

Keine Frage: Wer sich zukünftig mit dem Ringkampf- Fetisch befaßt, kommt an diesen 662 Seiten nicht vorbei. Dieses Werk ist genau das, das ich mir gewünscht hätte, als ich meinen Fetisch zu entdecken begann. Hier ist sie - die Bibel für Fans! Und vielleicht werden in Zukunft einige in Abwandlung Wowereits (des Regierenden Bürgermeisters von Berlin) sagen: "Ich bin Amazonist - und das ist auch gut so!"

Der einzige Vorwurf, den man diesem Buch machen könnte, ist, daß es zu unhandlich ist, um es ständig mit sich herumzutragen, und daß es trotzdem irgendwann einmal endet.
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