Gebraucht kaufen
Gebraucht - Sehr gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 3,89

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?: Chronik eines unbegrenzten Krieges
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Kampf dem Terror - Kampf dem Islam?: Chronik eines unbegrenzten Krieges [Gebundene Ausgabe]

Peter Scholl-Latour
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Oriana Fallaci wurde mit ihrer Anklageschrift Die Wut und der Stolz binnen kurzem zur Chiffre für die wütend-emotionale Bewältigung des 11. Septembers 2001. Peter Scholl-Latours Analyse ist ein gelungenes Beispiel für die erheblich rationalere Auseinandersetzung mit dem Thema.

Wesentlich differenzierter in der Darstellung und moderater im Ton lässt der weit gereiste Journalist aber dennoch keinen Zweifel an seiner kritischen Bewertung aufkommen. Denn ihm zufolge waren die Terrorangriffe von Manhattan und Washington nur überraschend, was ihre schreckliche Dimension anbetrifft. Ansonsten seien sie fast zwangsläufig vorherzusehen gewesen. Und: Die USA trugen laut Scholl-Latour mit ihrer Politik im Nahen und Mittleren Osten entscheidend dazu bei, dass es so weit gekommen ist.

Scholl-Latour geht in zwei Schritten vor. Im ersten Teil bietet er eine systematische Analyse, die die verschiedenen Argumentationsstränge des Buches zusammenbindet. Dort findet der Leser neben der bei diesem Thema fast schon obligatorischen Entkräftung des Anti-Amerikanismus-Vorwurfs so kluge Sätze wie: "Jede Diplomatie ist zur Ratlosigkeit verurteilt, wenn die Bewältigung politischer Konflikte die Form eines Gottesgerichts annimmt." Aber diese Erkenntnis lässt sich auch auf George Bushs Aufruf zum "Kreuzzug" anwenden.

Alle seine Talente spielt der Autor in den Länderstudien (Afghanistan, Irak, Israel, Indien, Pakistan, Usbekistan und China) aus. Auf der Grundlage seiner "Chronistentätigkeit am Ort des Geschehens, die mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt", entsteht ein Mosaik aus historisch fundierten, aktuellen Reportagen. Scholl-Latour informiert, indem er erzählt. Dabei gelingt es ihm vielfach, seine persönlichen Eindrücke, Erlebnisse und Gespräche so miteinander zu vernetzen, dass sich immer wieder aufschlussreiche Querverbindungen ergeben.

Das Buch -- aufwändig ausgestattet mit vielen farbigen Karten und Fotos -- ist gespickt mit englischen, französischen und lateinischen Zitaten. Dieses Element der intellektuellen Selbstinszenierung des Autors werden manche Leser als Bereicherung empfinden, andere als störend. Angesichts des überzeugenden Gesamteindrucks des Buches ist dies allerdings eine lässliche Sünde. --Dr. Manfred Schwarzmeier

Pressestimmen

»Peter Scholl-Latour gehört zu den kenntnisreichsten, seriösesten Journalisten deutscher Sprache.« SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

Kurzbeschreibung

Peter Scholl-Latour wendet sich dem Krieg zu, den die USA gegen den islamistischen Terrorismus führen. Im Blickpunkt steht der zentralasiatische Raum, den er seit Jahrzehnten sehr genau kennt.

Er analysiert die bedrohlichen Szenarien, die auf diesem »Schlachtfeld der Zukunft« erkennbar werden, und setzt sich kritisch mit dem erdrückenden Übergewicht der USA auseinander, das sie zu gefährlichen Fehleinschätzungen zu verleiten droht.

Der Verlag über das Buch

Das Schlachtfeld der Zukunft

Klappentext

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben nicht die Welt verändert, wohl aber die Massenpsychologie der Amerikaner. Präsident George W. Bush fühlt sich berufen, einen weltweiten »Kampf gegen das Böse« zu führen. Auf beklemmende Weise gerät dabei der revolutionäre Islam ins Visier dieser globalen Kriegführung.

Niemand hat die Herausforderung, die vom »Schwert des Islam« ausgeht, früher erkannt und nachdrücklicher beschworen als Peter Scholl-Latour. Zugleich hat er stets auf die Zersplitterung der muslimischen Glaubensgemeinschaft von 1,3 Milliarden Menschen verwiesen. In offener Feldschlacht wären deren militante »Fundamentalisten« der geballten Macht der USA hoffnungslos unterlegen. Aber die US-Führung verstrickt sich zusehends in unberechenbare Regionalkonflikte - von Afghanistan bis Irak, von Pakistan bis zu den Philippinen.

Alle diese Regionen kennt Scholl-Latour aus langer, unmittelbarer Erfahrung. Er weiß um die strategischen und psychologischen Fährnisse, die einer dauerhaften »Pax Americana« entgegenwirken, ganz zu schweigen von der Gefahr einer letztlich unvermeidlichen Proliferation von Massenvernichtungswaffen. Schon werden Einwände gegen den exklusiven Herrschaftsanspruch der USA laut - nicht nur in Russland, sondern mehr noch in der Volksrepublik China, dem wieder erstarkenden Reich der Mitte, und sogar bei den europäischen Verbündeten. Wir stehen erst am Anfang eines historischen Dramas, das Peter Scholl-Latour mit der ihm eigenen visionären Kraft zu deuten sucht.

Über den Autor

Peter Scholl-Latour, geboren 1924 in Bochum. Promotion an der Sorbonne in Paris in den Sciences Politiques, Diplom an der Libanesischen Universität in Beirut in Arabistik und Islamkunde. Seitdem in vielfältigen Funktionen als Journalist und Publizist tätig, unter anderem als ARD-Korrespondent in Afrika und Indochina, als ARD- und ZDF-Studioleiter in Paris, als Programmdirektor des WDR-Fernsehens, als Chefredakteur und Herausgeber des STERN und als Vorstandsmitglied von Gruner + Jahr. Seine TV-Sendungen erreichen höchste Einschaltquoten, seine Bücher haben ihn zu Deutschlands erfolgreichstem Sachbuchautor gemacht. Wenn sie Peter Scholl-Latour als Redner buchen möchten, kontaktieren Sie bitte die Econ Referenten-Agentur. Für alle weiteren Anfragen kontaktieren Sie bitte unser Veranstaltungsteam oder die Presseabteilung.

Auszug aus Kampf dem Terror - Kampf dem Islam? von Peter Scholl-Latour, Peter Scholl- Latour. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Kabul-Berlin, im Herbst 2002

"Mutter aller Schlachten", so hatte Saddam Hussein seinen Feldzug gegen Amerika und dessen Verbündete zu Beginn des Jahres 1991 prahlerisch genannt, bevor seine Armeen im Süden des Zweistromlandes zu Staub wurden. Heute läuft der Westen Gefahr, daß der "Krieg gegen das Böse", den Präsident George W. Bush zur Vernichtung des weltweiten Terrorismus in Gang brachte und dem keine zeitlichen oder geographischen Grenzen gesetzt sind, zur "Mutter aller Lügen" wird. Manche mögen diesen "Introitus" als Provokation empfinden. Aber so ähnlich ist es mir ergangen, als ich über "Das Schwert des Islam" schrieb, als ich das "Schlachtfeld der Zukunft" in Zentralasien ankündigte und die "Lügen im Heiligen Land" aufdeckte.
Der 11. September 2001 wird von den zu Hysterie und Konformismus neigenden Massenmedien als Zeitenwende dargestellt. In Wirklichkeit hat die Vernichtung des World Trade Center eher als Katalysator gewirkt. Die Menschheitsbedrohung, die seitdem mit unerträglicher Insistenz hochgespielt wird, kündigte sich lange zuvor als fatale Zwangsläufigkeit an. Die Tragödie von Manhattan berührt jeden Europäer, haben wir doch fast alle Verwandte, Freunde, geschätzte Kollegen in jenem großen Land der Neuen Welt, das de Gaulle mit der ihm eigenen stolzen Anmaßung "fille de l'Europe", Tochter Europas, nannte. Doch wenn wir schon von Globalisierung und der Gleichheit aller Menschen reden, dann sollte uns nicht nur das Gedenken an die zwei- bis dreitausend Toten von "Ground Zero" aufwühlen; auch die Gespenster jener zwei bis drei Millionen Afrikaner sollten uns heimsuchen, die unlängst im Umkreis des Kongo-Beckens so grauenhaft verendeten. Allzu oft waren sie Opfer von Stellvertreterkriegen, von Machenschaften eines entarteten Kapitalismus, für den die beiden gigantischen Türme des World Trade Center in der Zwangsvorstellung verblendeter Attentäter als Symbol und Zielscheibe herhielten.
In dem vorliegenden Buch werde ich - getreu dem von Montaigne entliehenen Grundsatz "je n'enseigne pas, je raconte - ich belehre nicht, ich erzähle" - ausschließlich auf persönliche Erlebnisse und Erfahrungen zurückgreifen, auf eine Chronistentätigkeit am Ort des Geschehens, die mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt. Daran werde ich kein Wort verändern. Ist denn alles so "neu" an der heutigen Stimmungslage, die zwischen polterndem Übermut und schreckhafter Verzweiflung pendelt? Versetzen wir uns nur in den Januar 1991 zurück. So schrieb ich bei Ausbruch des Konflikts um Kuweit:

"Um Ferien zu machen und gleichzeitig das Ohr an das imperial schlagende Herz Amerikas zu legen, war ich Anfang 1991 nach Florida - in die Nähe des zentralen Übersee-Commandos der US-Streitkräfte von Tampa - gereist. Dort, in der heilen Welt eines subtropischen Luxus-Ressorts mit Blick auf den schimmernden Golf von Mexiko, auf weißen Strand, Mangroven-Dickichte, Palmenhaine und üppige Villen, hatte mich die Nachricht vom Beginn des Golfkrieges in der Nacht meiner Ankunft erreicht. Die drei nächsten Tage verbrachte ich vor dem Bildschirm. Ich ergab mich dem CNN-Syndrom, ließ das Computerspiel einer manipulierten Kriegsberichterstattung über mich ergehen und bewunderte die Kaltblütigkeit meines alten Vietnam-Kollegen Peter Arnett, der im bombardierten Bagdad ausharrte.
In unserem amerikanischen Bekanntenkreis von Naples, der sich abends im Royal Club traf, herrschte in jenen Januartagen Hochstimmung. Die Amerikaner waren offenbar noch einer patriotischen Begeisterung fähig, die den Kontinentaleuropäern längst abhanden gekommen ist. Unsere engsten Gesprächspartner, mehrheitlich als wohlhabende Geschäftsleute oder Anwälte etabliert, hatten in ihrer Jugend als Offiziere bei den US-Marines gedient. Eine geradezu victorianische Erfolgszuversicht kam auf. Präsident George Bush hatte Männer, Schiffe und Flugzeuge in einem Umfang gegen die weit überschätzte Armee Saddam Husseins aufgeboten, wie sich das nach dem Vietnam-Debakel, dessen Trauma es zu überwinden galt, niemand mehr vorgestellt hätte. Aber das Geld für die Monster-Expedition am Golf, so sickerte bereits durch, mußte er sich bei den Erdöl-Potentaten der Arabischen Halbinsel, bei den Japanern und bei den Deutschen beschaffen. In jenen zuversichtlichen Tagen der Operation ›Wüstensturm‹ wäre jeder von einem Ausländer geäußerte Zweifel an der Fähigkeit Amerikas, nach der Niederschlagung des ›neuen Hitler‹ im ganzen Orient eine dauernde Friedensordnung zu schaffen, als Ausdruck von Neid und Häme gewertet worden. Mich drängte es, an den Ort des Geschehens zu eilen." -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
‹  Zurück zur Artikelübersicht