PR-GUIDE Online-Service GPRA, DPRG, PR Forum, September 2001
Vorwärts.de, September 2001
PR REPORT, 1. März 2002
Die Politische Meinung, hg. Konrad-Adenauer-Stiftung, 393, August 2002
Forum Liberal, 5. Oktober 2001
Kurzbeschreibung
Der Autor über sein Buch
Worum geht es in KAMPAGNE? Um Strategie - Targeting - Issues Management - Gegnerbeobachtung - Demoskopie - Fokus-Gruppen - Fundraising (Spendensammeln) - Personalrekrutierung - Ausbildung - Image-Building durch Bilder - Events - Führung - Public Affairs und Lobbying.
Moderner Wahlkampf, das ist ein aggressives High-Tech-Geschäft mit hohem Tempo und hohem Risiko für dasPolitikmanagement. In KAMPAGNE! erklären 24 junge Autoren — Medienberater, Meinungsforscher, Marketingexperten, Parteiprofis, Journalisten und Wissenschaftler — die dramatischen Veränderungen politischer Kommunikation. Sie öffnen die Türen zum„War Room“ der Wahlkampfzentralen in Deutschland, Österreich, Großbritannien und den USA mit spannenden Fallstudien und klarem Blick auf Faktoren von Sieg und Niederlage.
Strategisch denken lernen, Zielgruppen definieren, Themen steuern und Erfolg kontrollieren:KAMPAGNE! zeigt, wie die immer knappen politischen Ressourcen Zeit, Talent, Geld und Organisation effektivein gesetzt werden — und wie Profis Kurzatmigkeit, Krisenkoller und konzeptionslose Schnellschüsse vermeiden.
Beim Gerangel um Einfluss und Entscheidungen verknüpfen immer mehr Unternehmen,Verbände, Gewerkschaften und Nonprofit-Organisationen ihr Lobbying mit Kampagnen, die Menschen und Medien für ihre Sache mobilisieren. KAMPAGNE! liefert den Marschkompass für ein umfassendes Public Affairs Management in Wirtschaft und drittem Sektor.
KAMPAGNE! will einen Beitrag leisten für mehr Professionalität im Politikmanagement, zugleich für mehr Waffengleichheit im Wettbewerb sorgen.
Über den Autor
Auszug aus Kampagne. Neue Strategien für Wahlkampf, PR und Lobbying. von Marco Althaus. Copyright © 2001. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
"Die War-Room-Mentalität ist in den Alltag eingezogen: Sie will nicht zulassen, dass es so etwas wie politische Routine gibt, in der Regierung regiert, Opposition opponiert, besonnene Fachleute die Details von Gesetzeswerken austüfteln und Verbände ihr Lobbying hinter den Kulissen nur im Ausnahmefall durch großes Kriegsgeheul, Aufmärsche und Trommelwirbel ergänzen. Inzwischen folgt Kampagne auf Kampagne, selbst Unternehmen und kleine Branchenverbände trommeln und blasen zum großen Medienfeldzug, die Gewerkschaften und Oppositionsparteien sowieso: sie fordern die Regierung längst nicht mehr nur im Parlament heraus, sondern in jeder Arena, die sich bietet.
Kampagnefähigkeit und Kampagnedenken sind folgerichtig die Attribute, mit denen Organisationen nun unter Praktikern, Journalisten und Wissenschaftlern bewertet werden. Und zwar nicht versteckt, sondern ganz bewusst und öffentlich.
(...) Erst jetzt bildet sich nach US-Vorbild eine ganze Fachdisziplin heraus, eine neue Generation von hochqualifizierten Experten für politische Kommunikation und Beratung tritt nun selbstbewusst auf. Zu Recht. Noch nie haben so viele junge Leute internationale Kampagnen-Erfahrung gesammelt, noch nie haben sich so viele so zielgerichtet auf Praktikantenstellen und an Hochschulen im In- und Ausland auf Berufe in Politikmanagement und Politikberatung ausbilden lassen. Doch noch nie in der deutschen Nachkriegsgeschichte war der Unterschied selbst innerhalb der Apparate größer zwischen Hauptberuflichen und Amateuren. Das gilt nicht nur für die Parteien, sondern genauso für Verbände, Gewerkschaften, humanitäre Organisationen von Greenpeace bis Amnesty International. Politikberatung, auch durch externe Agenturen, wird ein immer größeres Geschäft. Und der politisch engagierte Amateur hat es im Zuge dieser Technisierung und Spezialisierung immer schwerer.
Eine Zuschauerdemokratie sind wir dennoch nicht geworden. Im Gegenteil: Nie waren die Wähler politisch unabhängiger, kritischer, besser informiert oder mehr bereit, trotz Gegenwind laut für eine Sache oder eine Person zu trommeln oder dagegen Sturm zu laufen. Allerdings tun sie das ad hoc, nicht mehr in den berechenbaren Bahnen jahrzehntelanger Mitgliedschaften. Sie schenken ihre Aufmerksamkeit oder ihr Engagement nicht mehr automatisch jedem Möchtegern-Staatsmann oder Möchtegern-Volkstribun, der etwas sagen will und sei es noch so intelligent und ehrenwert. Als verwöhnte Medienkonsumenten und trendbewusste Aktivitätssucher einer Spaß- und Freizeitgesellschaft erwarten sie eine Menge von der Politik: Professionell gemachte Kampagnen gehören dazu, in Substanz wie im Stil. Damit ist nicht etwa nur eine glatte, glänzende Verpackung gemeint, sondern auch das punktgenaue Liefern aktueller Informationen, die der Wähler in seinem engen Zeitbudget für relevant und nützlich genug hält, um sich damit zu beschäftigen.
Der kurze Zeithorizont, die schnelle Verbreitung neuer Technologien, der schnelle Rhythmus der 24-Stunden-Nachrichtenkanäle, die Konkurrenz wechselnder Themen und Trends, eine aggressive, politikerfeindliche Grundstimmung von Journalisten und Wählern: Das macht die Herausforderung für das kommunikative Politikmanagement aus egal, ob in Wahlkampf, PR oder öffentlichem Lobbying.
Die Autoren dieses Buches kommen aus sehr unterschiedlichen Feldern dieser neuen Disziplin Politikmanagement. Sie sind Profis, oder sie beobachten und bewerten die Profis. Sie alle wissen, dass auf den ausgetretenen Pfaden dieser Demokratie sich immer weniger bewegt. Ihr eigener Kompass zeigt auf neue Marschrouten, die aber nur durch strategisches Planen und Kampagnedenken erschlossen werden können. In ihren Beiträgen plädieren sie für diese neue Orientierung und damit, um es klar zu sagen, für eine entsprechende Verantwortung für Partizipation, Fair Play und die Einhaltung bestimmter Spielregeln im Streit.
Auf die vielen Fehler, Kurzschlüsse und Kurzatmigkeiten machen sie aufmerksam, die in der politischen Praxis leider Alltag sind. Dabei geht es den Autoren vor allem um den häufigen Mangel an Bereitschaft, vorauszudenken und trotz aller Kreativität eine beschlossene Linie diszipliniert durchzuhalten.
(...)
Think of yourself as intellectual arms merchants, sagte Pat Choate, Dozent für strategisches Issues Management an der Washingtoner Graduate School of Political Management (GSPM) gern seinen Studenten, die in die Politikberatung strebten. Als geistige Waffenhändler müssen sich wohl auch die Autoren dieses Buches bezeichnen lassen. Sie haben diese Beiträge geschrieben, um ihr Wissen weiterzugeben, damit es von Profis wie Amateuren in einem robusten demokratischen Prozess weiterentwickelt werden kann, über Parteigrenzen und Lagerdenken hinweg. Und zwar besonders von jungen idealistischen Menschen wie uns, die die Politik trotz aller Kompromisse weiterhin als eine hohe Berufung ansehen." (Vorwort des Herausgebers)