Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit Kamo, dem eigenwilligen französischen Jungen, bei dem pausenlos eine "Idee des Jahrhunderts" die andere jagt, nach dem Motto, je schräger, desto besser, gibt
Daniel Pennac, bekannt vor allem durch seine
Malaussène-Romane, sein Debüt im deutschen Kinderbuch.
So schnell kann kein Mensch schauen, wie Kamo sich in die aberwitzigsten Abenteuer verstrickt. Hätte er nicht seinen in abwegigen Einfällen nicht minder begabten besten Freund, wer weiß, vielleicht wäre sein Dasein etwas weniger anstrengend. "Wir haben uns in der Kinderkrippe kennen gelernt. Nachbarwiege. Mein Uraltspezi. So 'ne Art Bruder." Und wer in die Schule geht, der braucht sich um Probleme nicht mehr sorgen, sie stellen sich mannigfach ein. Der ätzende Englischunterricht geht Kamo auf den Geist. Nicht einmal seine Mutter will einsehen, dass ihm seine angeborene Zweisprachigkeit, Französisch und Dialekt, absolut ausreicht. Doch Kamos Mutter ist, ähnlich wie ihr Sohn, ein ausgesprochen schwerer Fall von Hartnäckigkeit: "So wie sie ist, könnte sie sich nicht mal als Leuchtturmwärterin halten -- sie bekäme sofort Krach mit den Möwen!" Sie findet einen außergewöhnlichen Weg, Kamo Englisch schmackhaft zu machen. Eines Abends bringt sie ihm fünfzehn Adressen englischer Brieffreundinnen mit. Jetzt ist Kamo am Zug, und wie er in drei Monaten mit Catherine, seiner fernen großen Liebe, das verhasste Englisch auf Topform poliert -- genial.
Kamo wäre nicht Kamo, meisterte er alle anstehenden Herausforderungen nicht glänzend und bewahrte er sich dabei nicht immer seinen eigenen, individuellen Weg. Der ist gar nicht so leicht zu finden. --Manuela Haselberger
Neue Zürcher Zeitung
Daniel Pennacs Kamo-Geschichten
gew. Daniel Pennac ist ein wunderbarer Cartoonist. Dabei ist er nicht Zeichner, sondern Schriftsteller. Seltsame Alltäglichkeiten und alltägliche Seltsamkeiten prägen das Leben seiner charaktervollen Charaktere, die allesamt echte Originale sind. «Kamos gesammelte Abenteuer» heisst die deutsche Sammelausgabe von vier Kamo-Geschichten, mit denen Pennac so etwas wie die kinderliterarische Entsprechung seiner Malaussène-Romane geschaffen hat. Kamo, der etwa elfjährige Titelheld, ist keineswegs eindeutig die Hauptfigur. Denn je nach Geschichte stehen auch der Ich-Erzähler er ist Kamos bester Freund sowie verschiedene Eltern, Lehrer oder Mitschüler im Zentrum. Sie sind alle etwas eigenwillig. Deshalb erstaunt es auch gar nicht, dass Kamo & Co die eigenartigsten Abenteuer erleben. Diese korrespondieren mit Romanfiguren, sie provozieren die multiple Persönlichkeitsspaltung eines Lehrers und die höchst merkwürdige Vergangenheitsbewältigung eines anderen, und ein Unfall ist der Anlass für eine noch viel seltsamere Reise durch Zeit und Raum. Was Pennacs Figuren antreibt, ist die pure Lebenslust, und ihr Zusammenleben ist geprägt von liebevollster Menschlichkeit. Darin ist auch Platz für wilde Angst, für lauten Streit und den leisen Tod. Und doch siegt immer das Leben. Vorlaut und voller phantastischer Abenteuer.