Ja, es ist "der" Goldberg von den Goldberg-Variationen: Johann Gottlieb Goldberg (1727-1756), Cembalo-Virtuose und Komponist aus Danzig. Die Zuschreibung, dass Bach die besagten Variationen für ihn geschrieben hätte (damit er sie dem Grafen Keyserlingk vorspielt), ist vermutlich legendär, da Goldberg damals einfach zu jung gewesen sein dürfte. Aber man kann nie wissen. Offenbar ein hoch talentierter Musiker aber ein schwieriger Charakter, und sehr jung gestorben; beides trägt dazu bei, dass äußerst wenige Werke von ihm existieren. Vorliegende CD versammelt die kompletten Sonaten für Streicher (5 Trio- und eine Quartettsonate) sowie eine Reihe kurzer "Polonaisen" für Cembalo.
Goldberg war unter anderem Schüler von JS Bach -- und das merkt man hier. Alle Achtung, seine Sonaten können sich mit denen seines Lehrers absolut messen, -- zu seiner Zeit müssen sie allerdings schon recht anachronistisch gewirkt haben... Die Werke sind kontrapunktisch außerordentlich komplex und wer Bachs Musik schätzt, sollte unbedingt hier hineinhorchen. (Eine der Sonaten wurde sogar lange für ein Werk Bachs gehalten, BWV 1037). Der fugierte zweite Satz der dritten Sonate enthält mE eine Menge Anklänge an Bachs Kunst der Fuge.
Daneben gibt es noch wie gesagt Cembalo-Polonaisen, die ausgesprochen flott geschrieben sind. Kurz gesagt: echte Raritäten, sehr empfehlenswerte Aufnahme! Von der Aufführung und dem Klangbild der Aufnahme her tadellos.