Ich denke, dass Leute die sich nicht mit dem Thema Rettungsdienst ausseinandergesetzt haben normalerweise auch nicht die Initiative ergreifen und sich diesen Film ansehen werden. Insofern ist die Kritik von anderen Rezessionen, dass er nicht unbedingt der beste Rettungsdienst-PR Film ist nicht unbedingt so schwerwiegend. Dass die Sexszene etwas lang geraten, wenn nicht komplett überflüssig ist.... ja auch ein berechtigter Kritikpunkt, ebenso wie Aussagen, dass der Rettungsdienstmitarbeiter nicht zwangsläufig psychisch geschädigt sein muss (wenn gleich die meisten von ihnen rauchen). Aber es ist ja auch kein Dokumentarfilm : Rettungsdienst in Deutschland, sondern ein Film, welcher durchaus mal zum überlegen anregt. Das mag für Rettungsdienstler sein, was ihr Horroreinsatz währe, oder wie sie sich verhielten, wenn sie einen groben Patzer machen würden (Fragen, die man sonst gerne verdrängt), für den Normalbürger hingegen generell die Frage mit dem "wie ginge ich mit dem Tod eines nahestehenden Menschen um". Der Film lebt von den Charakteren: Der Sani - der alles an sich ranlässt, der andere, der den Coolen raushängen lässt, die Schwangere, die sich mit einem heroinsüchtigen eingelassen hat, und die anderen, die die Realität nur mit Drogen - egal welcher Art - surreal werden lassen.
Mich hat der Film durchaus sehr beeindruckt. Dass dem einen die Fragen, welche der Film aufwirft unangenehm sind - weil er sie lieber wie immer verdrängt - der andere den Streifen langweilig findet, da er die Fragen nicht versteht: dafür kann der Film nichts! Aber ich denke, für die ist der Film auch nicht gemacht. Zum Thema Schauspielerei: Es gibt Unmengen von Blockbustern, in denen schlechter gespielt wird (Soaps kann ich nicht beurteilen - guck' ich nämlich nicht).
Wer leichte Unterhaltung sucht: anderer Film. Wer Filme zum nachdenken mag: zugreifen!