Das Debut von Regieneuling Alfred Lot wird mit Sicherheit nicht in die Geschichte eingehen, aber Genrefans durchaus im Gedächtnis bleiben. Ein wenig zu sehr verläßt er sich auf seine bezaubernde Hauptdarstellerin und auf die Anleihen beim großen Vorbild "Das Schweigen der Lämmer", dessen Cover im Film sogar kurz gezeigt wird. Aber der Reihe nach, denn der Film besteht aus 2 interessanten Handlungssträngen die auf wirklich perverse Art und Weise zusammengehören:
1.) 2 nicht gerade erfolgreiche junge Männer sind auf einer Spritztour unterwegs, die im Geschwindigkeitsrausch und einem tödlichen Unfall endet. Ein Mann wird nämlich dabei überfahren, der allerdings verlockende 2 Millionen Euro in einem Koffer dabei hat. Nach einigen Diskussionen entsorgt man die Leiche und beschließt das Geld zu behalten.
2.) Ein 12 jähriges Mädchen wurde ermordet. Die Leiche wurde wie eine Puppe hinterlassen die fröhlich lächelt. Kurz darauf verschwindet ein zweites Mädchen.
Der Film ist eher für Freunde des europäischen Kinos interessant. Keine Hollywood Hochglanz Optik aber dafür glaubwürdige Darsteller. Besonders Melanie Laurent ist hier hervorzuheben, die doch ziemlich viel alleine zu tragen hat.
Der Film hat einen etwas dreckigeren Look, welcher sehr gut in die düstere Atmosphäre paßt. Er ist in jeder Szene interessant und das obwohl der knapp 2 stündigen Spielzeit. Das Hauptmanko ist die zu sehr geplante Konstruktion der Handlung. Die fällt ab und an mal ins Gewicht, wenn wieder zu viel Zufall die Hauptrolle spielt. Da wäre in jedem Fall noch mehr drin gewesen. Somit ist "Die Kammer der toten Kinder" für Thrillerfreunde abseits der Hollywood Konventionen durchaus einen Blick wert.