Ich bin nicht über den Regisseur sondern über das Thema an den Film geraten. Ich lebe im Ruhrgebiet und habe mich für ein eigenes Buch in letzter Zeit intensiv mit dem Thema Bergbau beschäftigt.
Der Film nimmt eine wahre Begebenheit zum Anlass. Am 10. März 1906 hatte sich in der nordfranzösischen Stadt Courrières mit 1.099 Toten die größte Bergwerkskatastrophe Europas ereignet. Obwohl auch damals schon Frankreich eher als der "Erbfeind" angesehen wurde, machte sich eine Rettungsmannschaft aus dem Ruhrgebiet auf, um den Kumpels zu helfen. Es gibt z.B. in Bochum deshalb eine "Courrières-Straße", was den ein oder anderen verwundern mag.
Pabst hat aber keinen Dokumentarfilm gedreht sondern das Ganze dramaturgisch gestrafft und geschärft indem er einerseits das Ganze in die Zeit direkt nach dem Ersten Weltkrieg verlegt und indem er die Gruben räumlich näher zueinander - nämlich direkt an die Grenze - gerückt hat. Der Regisseur wird der "Neuen Sachlichkeit" zugerechnet und das merkt man dem Film auch wohltuend an. Es gibt kein falsches Pathos (da bin ich seeeeehr empfindlich!) sondern er erzählt ziemlich "trocken". Läßt einfach die Bilder wirken. Und dafür gibt es aber für die Zeit (oder überhaupt!) erstaunlich realistische Aufnahmen von unter Tage und dem Unglück. Die Aufnahmen fanden damals in Gelsenkirchen auf Consol und Alma statt. (Und dann gibt es auch noch echte Aufnahmen von einer Waschkaue. Da weiss ich jetzt wenigstens schonmal, wie es dort zuging ;-) Denn leider gibt es keine Möglichkeit mehr für "Otto-Normal-Mensch" irgendwo einzufahren. :-( )
Insgesamt ein Film, den man sich durchaus ansehen sollte. Vor allem natürlich, wenn man auch nur das geringste Interesse für Bergbau hat. Aber auch sonst ist es ein Film der durchaus mit guten Bergfilmen und anderen Klassikern mithalten kann. Die Stummfilme von Pabst kenne ich nicht, habe zumindest jetzt keinen vor Augen. Kann deshalb nicht beurteilen, ob er dagegen abfällt.