Strategic Command ist einer der letzten Verteter der Rundenstrategiespiele.
Der Spieler übernimmt auf Seiten der Achse oder der Alliierten das Oberkommando über die jeweiligen Streitkräfte, die sich aus Landarmeen (Panzerverbände, Infanterie, Raketen usw.), Luftwaffe und Marine zusammensetzen.
Beginnend im Jahr 1939, kann der Spieler verschiedene Kampagnen (Fall Weiß, Weserübung, Barbarossa, Overlord etc.) übernehmen. Außerdem gibt es einige Einzelschlachten (etwa Kursk).
Dabei sind von Partisanen über Wetter bis zu Konvois zahlreiche individuelle Einstellungen möglich.
Der Ausgang der Kämpfe hängt dabei von vielen Faktoren ab - Gelände, Kampfkraft, Flüsse, Moral, Forschung, Verschanzung.
Große Bedeutung hat die Forschung - hier kann man die Punkte, die man jede Runde für den Besitz von Städten, Häfen und Minen sowie Konvois erhält, gezielt zur Verbesserung der Einheiten (etwas Flugzeugtechnik oder Infanteriewaffen), aber auch allgemein für die Produktionstechnologie einsetzen.
Auch Diplomatie ist wichtig - man kann mittels der Punkte versuchen, Staaten auf seine Seite zu ziehen oder den Kriegseintritt potenzieller Gegner zu verzögern. So kann etwa Spanien auf Seite der Achse in den Krieg eintreten. Das Vorgehen des Spielers beeinflusst dabei auch die Haltung anderer Staaten - die USA etwa stellen sich bei Kriegserklärungen der Achse gegen andere Länder schneller auf die Seite der Alliierten.
Die KI agiert recht gut, verstärkt angeschlagene Einheiten oder zieht sie zurück und greift schwächere Truppen an. Auch Spiele gegen menschliche Gegner sind möglich.
Mit dem ebenfalls enthaltenen (aber in der Beschreibung nicht erwähnten) Add-On Weapons and Warfare wird Strategic Command noch mal komplexer.
So wird endlich die Artillerie eingeführt, das Wetter hat eine noch stärkere Auswirkung, und die Logistik gewinnt mit Eisenbahnen und Straßen an Bedeutung.
Insgesamt spielt es sich nun fast wie die klassische 5*-Serie von SSI (Panzer General und Nachfolger), allerdings auf strategischer statt taktischer Ebene und bereichert um Facetten wie Diplomatie und Forschung.
Die veraltete Grafik ist sicherlich ein Hauptkritikpunkt, sie besitzt jedoch einen unschätzbaren Vorteil: sie ist sehr übersichtlich - kein nachjustieren oder drehen. Man sieht auf einen Blick, wo welche Einheiten in welcher Stärke stehen. Mir persönlich sagt diese Grafik auch mehr zu als die verwendete in Hearts of Iron.
Fazit:
Für Fans komplexer Rundenstrategie ein Pflichtkauf. Lediglich die Präsentation (schnöder Textbildschirm bei einem Sieg, keine Videos) sorgt für Abzüge in der B-Note. Auch ist im Gegensatz zur Erstauflage kein gedrucktes Handbuch dabei. Dennoch erhält man für günstige 30 Euro ein Spiel mit hoher Langzeitmotivation und Wiederspielbarkeit.