"Imperium Romanum" aus dem Hause "Kalypso" kann man nun tatsächlich nicht als
schlecht bezeichnen.
Es ist eine zwar einfache, doch dennoch hübsche Aufbausimulation, die
an Strategiespiele wie "Siedler" erinnert.
Doch genau darin liegt das große Problem des Spiels.
Es erinnert an die "Siedler"-Reihe, ist jedoch nicht annähernd so gut wie selbige.
Grafisch kann das Game sogar noch mithalten, doch viele weitere Aspekte fallen,
im Vergleich zu anderen Strategiespielen, komplett durch.
Der Aufbau einer Stadt ist derart einfach und simpel gestrickt, dass jeder noch so
blutige Anfänger nach kürzester Zeit den Bogen raus hat, und in wenigen Minuten eine
komplette Stadt errichten kann.
Richtige Wirtschaftssysteme sind zwar vorhanden, doch fehlen die wirklichen Details,
wie weiterverarbeitende Betriebe.
Beispielsweise stellt eine Schweinezucht sofort ein Endprodukt her, in dem Fall Fleisch.
Bei "Siedler" zum Beispiel lief das ganze über andere zwischenproduzierende Betriebe,
wie eine Metzgerei, und erst nach mehreren Zwischenproduktionen entsteht, wie im
echten Leben auch, ein Endprodukt.
Durch das Fehlen einer detailreichen Wirtschaft entsteht auch nicht der allseits beliebte
"Wuseleffekt" auf dem Bildschirm, und lässt die errichtete Stadt
verlassen und kalt wirken.
Abegesehen vom Wirtschaftssystem mangelt es an allen Ecken an Innovationen.
Das Spiel schafft es einfach nicht eigene und einzigartige Spielideen zu vermitteln.
Alles wirkt wie eine Kopie bereits vorhandener Spiele.
Leider verfügt "Imperium Romanum" nicht über einen schönen Kampagnenmodus,
der den Spieler mit ansprechender Story von Mission zu Mission führt.
Jede Mission ist storytechnisch unabhängig von der Vorherigen und sorgt somit für
mangelnde Langzeitmotivation.
Der gesamte Kampagnenmodus ähnelt eher einer Aneinanderreihung unabhängiger
Szenarien.
Insgesamt ist "Imperium Romanum" kein schlechtes Spiel, doch gelingt es den
Entwicklern nicht ein innovatives "neues" Spiel zu kreeieren.
Alles wirkt wie eine abgespeckte und ideenlose Version
der "Siedler"-Reihe.