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Kalungas Kind: Wie die DDR mein Leben rettete
 
 
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Kalungas Kind: Wie die DDR mein Leben rettete [Taschenbuch]

Stefanie-Lahya Aukongo , Peter Hilliges
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

Leseprobe: Jetzt reinlesen [505kb PDF]
  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 2 (1. Oktober 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499625008
  • ISBN-13: 978-3499625008
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 12,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 135.464 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Stefanie-Lahya Aukongo
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Verwundet im Mutterleib: eine unglaubliche Reise ins Leben 1978, Ostberlin: Ein kleines Mädchen kommt zur Welt – schwer verletzt. Ihre Mutter wurde in den Bürgerkriegswirren Namibias angeschossen und im Zuge einer staatlichen «Solidaritätsaktion» in die DDR ausgeflogen. Eine Berliner Familie nimmt das behinderte Kind in ihre Obhut und pflegt es liebevoll. Aber nach einem Jahr endet die staatliche Solidarität: Stefanie muss zusammen mit ihrer Mutter zurück nach Afrika – in den Bürgerkrieg. Doch ihre Pflegefamilie weiß: Sie wird dort nicht überleben – und beginnt sich gegen den Staatsapparat aufzulehnen, um sie ein zweites Mal zu retten. «Es gibt die Theorie von meinen sieben Leben. Das klingt wie das Los einer Katze. Aber die Erzählungen der sieben Gelegenheiten, bei denen ich nicht gestorben bin, versöhnen mich damit, dass all das nicht spurlos an meinem Körper vorübergegangen ist.» Stefanie-Lahya Aukongo

Über den Autor

Stefanie-Lahya Aukongo wurde im September 1978 in Berlin geboren und erhielt 1995 die deutsche Staatsbürgerschaft. Heute studiert sie an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und wird Ende 2009 ihr Diplom in «Public Management» ablegen, um für Hilfsorganisationen zu arbeiten. Mehr über die Autorin unter: www.stefanie-lahya.de

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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unsere schwarze Schwester 3. November 2009
Format:Taschenbuch
Vor ein paar Wochen landete ich im WDR beim Kölner Treff: Eine junge Afrikanerin erzählte unaufdringlich von ihrem Leben, wirkte etwas scheu, aber ganz bei sich. Eine ungewöhnliche Person, dicke schwarze Zöpfe, große sprechende Augen und gemütlich vollschlank. Sie berichtete davon, dass sie in der DDR geboren worden war, weil freundliche Menschen ihr das Leben retteten und dass das irgendwie mit einem Bürgerkrieg in Afrika zusammenhing.
Das alles ging mich nichts an. Ich bin aus dem Süden Deutschlands und war nie in Afrika. Aber ich hatte schon einige Bücher darüber gelesen, viel Sehnsuchtskram, aber auch Vernünftiges. Vielleicht lag es auch daran, dass die junge Schwarze ihre - wie es hieß - Schwester in die Show mitgebracht hatte und die war das genaue Gegenteil. Blond, zart, blaue Augen. Schwestern? Und die beiden sprachen sehr liebevoll voneinander.
Ich vergaß diesen kurzen Eindruck, aber irgendwann musste ich an dieses seltsame Paar denken und guckte mal nach, was es Neues zum Thema Afrika gibt. Und da war sie: Stefanie-Lahya Aukongo hieß sie. Inzwischen haben ich "Kalungas Kind", ihr Buch, gelesen. Genau genommen einmal ganz und dann immer wieder Stücke daraus. Mein Gott, was für eine Geschichte! Und wie die erzählt ist! Phantastisch! Nein, es ist phantastisch, dass ein Mensch so viel Schreckliches erleben kann und dennoch so viel Bodenständigkeit hat und Verständnis für andere Menschen zeigen kann.
Die Story geht so: Die DDR flog Ende der 70er Jahre verletzte Afrikaner nach Berlin aus. Darunter Stefanies Mutter, die etwa im 5. Monat schwanger war. Das Baby wird geboren, die Mutter kann erst nach der Entbindung operiert werden. Eine Familie nimmt die Kleine auf, es stellt sich heraus, dass sie behindert ist. Trotzdem stehen diese Leute zu dem Sorgenkind. Und nach etwas über einem Jahr müssen sie Stefanie hergeben, denn Mutter und Kind müssen in den Bürgerkrieg zurück. Beim Lesen wurde ich an der Stelle richtig wütend, weil ich plötzlich begriff, wie das System DDR wohl funktionierte. Es zählte nicht das einzelne Schicksal, sondern die offizielle Linie. Und gegen die lehnte sich die Pflegefamilie auf. Im Buch wird das sehr anschaulich dargestellt. Diese Menschen bekamen die Kleine tatsächlich zurück, obwohl man ihnen sagte: Holen Sie doch ein gesundes Kind. Welch eine Menschenverachtung - und das nannte sich Solidarität mit unterdrückten Völkern! Und dann haben sie Stefanie wieder - und die ist noch viel schlechter dran als zuvor. Krank und zerbissen von Menschen, niemand weiß wieso.
Stefanie lebt von nun an bei ihrer deutschen Familie. Aber immer wird ihr gesagt: Irgendwann musst du wieder nach Afrika. Dadurch wird sie niemals heimisch. Die Mauer fällt, der Westen kommt, die Kleine reist mit 14 nach Afrika, um ihre Eltern kennen zu lernen. Ein Teenager, etwas zurück in seiner Entwicklung, ganz allein im fremden Namibia, das ihre Heimat sein soll. Und niemand hat sie auf das vorbereitet, was sie erwartet. Sie trifft auf ihre leibliche Mutter, die ihr allen Ernstes empfiehlt Würmer zu essen, wenn sie die geschlachtete Ziege nicht mag. Ein Kulturschock. In ihrem Buch schreibt Stefanie, sie hätte das Gefühl gehabt, bei den Urmenschen gelandet zu sein. Aber auch, mit welcher Naivität sie durch das Abenteuer des eigenen Lebens stolpert.
Es ist dieser sanfte Humor, mit dem die heute 30-jährige auf ihr Leben zurückblickt, der mich für das Buch eingenommen hat. Und die Ehrlichkeit mit der sie von sich sagt, sie wünschte sich manchmal unsichtbar zu sein, weil sie als schwarze, behinderte und (so sagt sie es) zu dicke Frau überall auffällt. Sie schreibt von dem langen Weg, bis sie sich selbst akzeptieren konnte. Der Höhepunkt, ja, da brauchte ich ein paar Taschentücher, ist erreicht, als sie jene Ärzte aufsucht, die ihre Mutter 30 Jahre zuvor entbanden. Und so erfährt sie schließlich, warum sie die ist, die sie ist. Sie ist komplett anders als "wir". Ich wünschte, "wir" könnten mit solcher Freundlichkeit das Leben ansehen wie diese ungewöhnliche Frau. Und um wieder zu dieser "Schwester" aus der Talkshow zurückzukommen: Von der schreibt Stefanie zwar nicht viel, aber es wird klar, dass in dieser Pflegefamilie eine große Liebe geherrscht haben muss. Für mich eine der Aussagen des Buchs überhaupt: Nimm Menschen wie sie sind, nicht wir du willst, dass sie sein sollen. Dann ist eine blonde Frau die Schwester ihres Gegenteils.

Ich habe noch nie Vergleichbares gelesen und empfehle Kalungas Kind aus ganzem Herzen.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr bewegend! 13. Oktober 2009
Von B. Hunger
Format:Taschenbuch
Zu diesem Buch kann ich nur gratulieren. Da hat sich jemand weit vor gewagt, gleichzeitig zurückgeschaut, um nach vorn zu kommen :)
Eine in jedem Kaptiel neu fesselnde und zutiefst bewegende Geschichte, auch wenn der Ausblick in die Neuzeit noch Fragen offen lässt. Aber gerade am Anfang kann man nicht anders als immer weiter zu lesen, und jeder lässt sich gern gefangen nehmen. Darüber hinaus beeindruckt der leicht humorvolle Erzählstil, trotz der ernsten Story. Ein Blick über die tiefen Momente dessen, was Leben und Familie bedeuten kann.
Rundum ein packendes Debüt dieser bezaubernden Autorin ! Unbedingt lesen !
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
lesenswert 17. Februar 2010
Von Bau Lutz
Format:Taschenbuch
Ich habe nach einigen Interviews im Fernsehen von dem Schicksal der jungen deutschen Autorin Kenntnis geommen, bin neugierig geworden und habe ihr Buch gelesen.Mehrmals.

Es untescheidet sich sehr von dem derzeit inflationär im Handel erhältlichen Selbstdarstellungen von Mitmenschen , die sich selbst zu wichtig nehmen. Die Autorin, jedenfalls, hat etwas zu erzählen.

Es beginnt in einem Lager in Angola, überfüllt von Flüchtlingen aus Namibia, nach einem Angriff südafrikanischer Truppen.
Es ist die Geschichte einer jungen Mutter, die schwer verletzt, schwanger, um ihr lebend kämpfend, auf fast schon wundersame Weise nach Berlin fand um dort ihr Kind zu Welt zu bringen.
Die Geschichte von Menschen, die zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sich des kleinen Mädchens annahmen und sie nie im Stich liessen. Auch nicht , als es noch im Babyalter in eine ungewisse Zukunft zurück mußte.
Es ist die Geschichte von Menschen, die zum Spielball der kongurierenden Mächte im kalten Krieg geworden sind und keiner nach dem persönlichen Schicksal der Opfer dieses Krieges fragte. Mit Ausnahme Stefanies Pflegefamilie, Lehrern und Freunden.
Es ist die Geschichte von Menschen , die Solidarität, Nächstenliebe und Gemeinsinn lebten, ungeachtet möglicher Folgen und der enormen Anstrengungen , die es mit sich bringt ein kleines krankes Kind bei sich zu Hause aufzunehmen.

Vor allem aber ist es die Geschichte einer junden Frau, die schon im Mutterleib verletzt, um ihr Leben kämpfen mußte.

Sie schildert dies ohne Bitterkeit, ohne Pathos mit einem bewundernswertem Optimismus. Die Autorin findet eine erfrischende, schnörkelose Sprache, nicht ohne Selbstironie, beispielsweise wenn sie die Kontakte mit der Welt ihrer Eltern und Großeltern beschreibt.
Es ist eben eine typisch deutsche Sicht. Kenne ich igendwo her.

Die Autorin beschreibt nicht nur ein Stück Zeitgeschichte sondern auch eine sehr offene und persönliche Sicht auf die Welt, in der wir leben. Sie bleibt dabei optimistisch auch wenn sie immer noch in unserem Land Rassismus und Menschenverachtung erfahren muß.

Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Ich mochte es nicht aus der Hand legen, so als würde ich in der Zwischenzeit etwas verpassen. Ich konnte manche Szene buchstäblich vor dem geistigen Auge sehen.

Die Autorin beschreibt nicht nur ein Stück Zeitgeschichte sondern auch eine sehr offene und persönliche Sicht auf die Welt, in der wir leben. Sie bleibt dabei optimistisch, auch wenn sie immer noch in unserem Land Rassismus und Menschenverachtung erfahren muß.
Sie weiss sehr wohl zwischen der Administration der DDR und den Menschen die in ihr lebten zu unterscheiden.
Dafür bin ich sehr dankbar.
Allerdings legt sie auch den Finger auf einem wunden Punkt. Wir haben offenbar etwas verloren.
Wir sind nicht mehr solidarisch mit denen, die Unrecht und Unterdrückug im eigenen Land erfahren. Nicht nur in Bezug auf Rassismus.
Wir sind dabei den afrikanischen Kontinent zu vergessen, der wieder zum Spielball der Mächte dieser Welt geworden ist.
Und, die schicksalhaften Wendungen in dem Leben der Autorin haben immer mal an meinem recht nüchtern logischen, atheistischen Weltbild gerüttelt.

Lesen sie aber selbst, es lohnt sich.

Ich hoffe, wir bekommen bald neues zu lesen.
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