Da ich eigentlich großer Michael Connelly-Fan bin, ist es mir relativ schwer gefallen, an "Kalter Tod" nur 3 Sterne zu vergeben. Aber wenn ich ehrlich bin, ist diesmal leider nicht mehr drin:
Schon der relativ geringe Umfang des Buches (nurmehr ca. 300 statt der bislang üblichen 400-500 Seiten, noch dazu bei recht großer Schrift) macht stutzig, und nach einigen Kapiteln macht sich dieser Mangel auch im Roman selbst bemerkbar. Während die früheren Harry Bosch-Romanen gerade durch tiefe Einblicke in die Psyche der Protagonisten oder detaillierte Beschreibungen der Tatorte, Verhöre und Vorgehensweisen glänzten und damit Hochspannung erzeugten, wirkt "Kalter Tod" recht oberflächlich und kurz angebunden. Es handelt sich zwar um einen guten, flüssig zu lesenden Roman, aber am Ende bleibt das Gefühl, dass Connelly unter seinem Niveau geblieben ist. Nachdem ich auch "Die Rückkehr des Poeten" und "Vergessene Stimmen" nicht soooo perfekt fand, wie die frühen Harry Bosch-Romane oder die Bücher um Terry McCaleb, bleibt zu hoffen, dass der Autor zu seiner einst gewohnten Form zurückfindet...