Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit
Kalter Süden legt die schwedische Bestsellerautorin Liza Marklund ihren achten Krimi um die Journalistin Annika Bengtzon vor, die dieses Mal nach Südspanien reist. Wie gewohnt gelingt es Marklund, die Recherchearbeit der Reporterin in eine packende Geschichte zu verpacken, die mit einem fulminanten Showdown endet. Dabei knüpft die Geschichte an ihren Roman
Lebenslänglich an und offene Fragen aus dem Vorgängerband werden aufgelöst.
In Marbella wird eine schwedische Familie Opfer eines Giftgasanschlags. Da es sich bei den Toten um die Familie des bekannten Eishockey-Stars Sebastian Söderström handelt, sorgt der Mord in der schwedischen Presse schnell für Schlagzeilen. Annika Bengtzon übernimmt die Berichterstattung für das Stockholmer Abendblatt und fliegt nach Marbella. Durch ihre Recherchen erhält sie Einblick in die vermeintlich idyllische Welt wohlhabender Nordeuropäer an der Costa del Sol, die sich in riesigen Villen, abgeschotteten Wohnanlagen und Golfplätzen ihren Traum eines sonnigen Lebens erfüllt haben. Doch hinter der glamourösen Fassade verbergen sich Schwarzgeld und die Drogenmafia, wie die hartnäckige Reporterin bald herausfindet. Um an interessante Informationen heranzukommen, verleitet ihre Spürnase sie immer wieder zu gewagten Aktionen. Zudem muss sich Annika den Forderungen des neuen Nachrichtenchefs unterordnen, der nach spektakulären Schlagzeilen und Bildern giert und die Grenzen von Wirklichkeit und Wahrheit im Journalismus nicht so eng sieht. Das liefert Zündstoff für so manchen Konflikt in der Redaktion und Annika ärgert sich, dass sie immer wieder „die Wirklichkeit auf ihr fünfspaltiges Tabloid-Format zurechtstutzen muss“. Gerade diese Einblicke in den journalistischen Alltagsbetrieb einer Zeitung, die realistisch und packend beschrieben werden, geben Marklunds Romanen einen besonderen Reiz und heben sie von anderen Skandinavien-Krimis ab, bei denen meist die polizeilichen Ermittlungen im Vordergrund stehen. Zudem ist Annika eine äußerst sympathische Identifikationsfigur, die mit ihren Ecken und Kanten glaubwürdig daherkommt. Ihr Privatleben spielt auch in diesem Roman eine wichtige Rolle: Annika leidet unter der Trennung von ihrem Mann und hat mit ihrer Doppelbelastung als ehrgeizige Journalistin und Mutter zweier Kinder ganz schön zu kämpfen. Das alles beschreibt Marklund realistisch und unaufdringlich. Sie versteht es, packend, dicht und schnörkellos zu erzählen, so dass man den Roman nur ungern aus der Hand legt. Wer die bisherigen Krimis der Autorin mag, wird auch diesen hier verschlingen. -- Alexandra Plath
War bei Liza Marklund ja schon immer so, dass man die älteren Bücher kennen musste, um die neueren komplett verstehen zu können. "Kalter Süden" allerdings kann jeder gleich wieder zur Seite legen, der den Vorgänger nicht gelesen hat. Immer wieder spielt Marklund in ihrem nunmehr achten Roman über die Journalistin Annika Bengtzon auf die Ereignisse aus dem siebten Buch "Lebenslänglich" an. Alles beginnt damit, dass die Familie eines schwedischen Ex-Eishockeystars in Spanien gewaltsam getötet wurde; nur ein Familienmitglied überlebte und ist nun spurlos verschwunden. Unzählige Namen tauchen im Verlauf der Geschichte auf, ohne näher erklärt zu werden, mittendrin stehen immer wieder Tagebucheinträge einer unbekannten Person. Die Handlung spielt mal in Schweden, mal in Spanien, mal in Marokko, und Annika Bengtzon hat nicht nur den diversen Mordfällen auf den Grund zu gehen, sie schlägt sich auch mit ihren Vorgesetzten, Kollegen, dem Exmann und der ein oder anderen Identitätskrise rum. Selbst für eingefleischte Marklund-Fans ist das zu viel des Guten, obwohl der Kriminalroman ansonsten gewohnt eingängig und kurzweilig geschrieben ist. Sicher ist: Das hier war nicht der letzte Fall für Annika Bengtzon, "Kalter Süden" endet mit einem vagen Blick in die Zukunft. Und der verspricht zumindest, dass im Leben der toughen Reporterin bald endlich mal mehr passiert als der übliche Büro- und Beziehungsstress. (jul)