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Während "Red", wie man die junge Frau nun wegen ihres Haarschopfs tauft, operiert wird und auf die Rückkehr ihres Erinnerungsvermögens wartet, beginnt für die Polizei die fieberhafte Suche nach dem Täter, denn die Gefahr ist groß, dass er einen zweiten Versuch unternehmen wird, Red zu töten. Stattdessen finden Detective John Cardinal und seine Kollegin Lise Denmore die Leiche eines Mannes, dem noch zu Lebzeiten Füße und Hände sowie anschließend der Kopf abgetrennt wurde.
Geheimnisvolle, vermeintlich indianische Runen deuten auf einen Ritualmord und somit ebenfalls auf die Gefahr weiterer Morde hin. Als eine zweite Leiche und zudem Hinweise gefunden werden, dass ein Zusammenhang, zwischen den Verbrechen besteht, wird der Fall für Cardinal und Denmore immer dringlicher -- umso mehr als "Red" mittlerweile spurlos verschwunden ist.
Nach Gefrorene Seelen und Blutiges Eis liegt mit Kalter Mond nun Giles Blunts dritter Roman in deutscher Sprache vor. Die beiden Vorgänger fanden durchaus Anklang, wenn auch der Erstling aufgrund der mitunter recht brutalen Schilderungen etwas kritisiert wurde. Obwohl der Topos des Ritualmordes eine derartige Schilderung erneut vermuten lässt, hält sich Blunt in Kalter Mond jedoch zurück.
Besonders gelungen ist Blunt jedoch das Ermittlerduo Cardinal/Denmore. Frische, humorvolle Dialoge gepaart mit den persönlichen Abgründen, für die insbesondere Cardinals manisch depressive Gattin sorgt, machen das Buch auch abseits des Falles durchaus lesenswert. --Josef K. Weinreb -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Es ist Frühsommer in Algonquin Bay, Kanada, doch die Einwohner sind froh, wenn diese Zeit vorbei ist, denn es ist die Zeit der Mückenplage. Diese Mücken sammeln sich zu dichten Wolken, die Millionen von ihnen enthalten, und fallen über alles her, was sich abends noch vor die Tür traut. So sitzen die Menschen noch bei einem Abschiedsdrink in ihrer Stammbar und zögern den Heimweg noch ein bisschen raus mit dem Argument, dass es noch zu viele herumschwirrende Mücken da draußen gibt. An solch einem Abend taucht eine von Mücken zerstochene junge Frau in der World Tavern auf. Durch ihr merkwürdig abwesendes Verhalten zieht sie die Aufmerksamkeit eines Polizisten auf sich, der nach Feierabend die Bar aufgesucht hat. Dieser stellt zu seinem Entsetzen fest, dass die Frau eine schwere Kopfverletzung aufweist. Bei der anschließenden Operation wird festgestellt, dass die Frau wie durch ein Wunder einen Kopfschuss mit einem kleinkalibrigen Kaliber überlebt hat. Doch sie kann, oder will, sich an nichts mehr erinnern und verweigert die Zusammenarbeit mit dem Ermittler John Cardinal und seiner Partnerin.
Zur gleichen Zeit wird die Leiche eines verstümmelten Toten gefunden. Indianische Runen, die am Tatort gefunden werden, geben zu der Vermutung Anlass, dass es sich um einen Ritualmord handeln könnte. Doch die Beweislage ist noch dünn. Doch dann gelingt es überraschend schnell, den Toten zu identifizieren. Es handelt sich um Wombat Guthrie, einen polizeibekannten Biker und Drogendealer. Waren die indianischen Zeichen doch nur eine Finte, um die Polizei von der richtigen Fährte abzulenken?
Glaubwürdige Figuren und menschliche Ermittler
Gemeinsam mit den Ermittlern schwankt der Leser zwischen Vermutung, neuer Beweislage, Neubewertung der Situation und „Um-die-Ecke-Denken“. Da dies bereits der dritte Roman rund um das Ermittler-Duo ist, verwendet der Autor wenig Zeit auf das Aufwärmen altbekannter Details, ohne Neulingen eine Einführung zu verweigern. Er verwendet viel mehr sinnvoll Zeit darauf, die Charaktere, besonders den von Cardinal, weiter auszubauen und zu „vermenschlichen“. Gerade dadurch, dass wir in den kumpelhaft-witzigen Dialogen zwischen den beiden ungleichen Polizisten einiges über das Innen- und Privatleben erfahren, macht Cardinal menschlich nachvollziehbarer als es die bloße Aneinanderreihung von Erlebnissen vermöchte. Obwohl „Kalter Mond“ von Ritualmorden und Verstümmelungen handelt, kommt Blunt mit für das Genre erstaunlich wenig explizit grausamen Schilderungen aus und bleibt damit hinter den Befürchtungen zurück, die man nach seinem Erstling „Gefrorene Seelen“ haben konnte. Wie schon im Vorgänger „Blutiges Eis“ legt Blunt im neuen Roman mehr auf die psychologische Charakterisierung seiner Figuren und deren daraus resultierender Motivationen als auf Horroreffekte. Dies macht aus „Kalter Mond“ einen klaren Favoriten auf den Titel „Bester Krimi des Frühjahrs 2006“. Noch ist das Rennen offen…
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