Während des Lesens fand ich die Geschichte sehr spannend, insbesondere die Zürcher Details und die aktuellen Hintergründe waren gut eingebaut. Als Zürcherin war es amüsant, die Wege der Protagonisten nachzuvollziehen. Auch die Beziehung zwischen Regina Flint und Bruno Cavalli fand ich lebensecht dargestellt, das Hin und Her war interessant und nachvollziehbar, obwohl ich vorher noch nie einen Flint-Cavalli-Roman gelesen habe (ausser "Reset", da kamen sie als Nebenfiguren auch schon vor). Weniger gelungen fand ich allerdings die Darstellung einiger Zusammenhänge, die mir beim Lesen äusserst deutlich, wenn nicht in die Augen springend vorkamen (die Matrioschkas im Allgemeinen sowie die kleinste fehlende Puppe im Fahrzeug), die Figuren selber aber erst sehr viel später herausfanden. Eher unbefriedigend war auch der Zusammenhang mit dem russischen Mafioso, dessen Auftauchen an der Hochzeit von Pilecki und Irina im Nachhinein nicht überzeugt. Die Darstellung durch die Regierungsanwältin Hanisch gegen Ende des Buches stimmt nicht ganz, denn woher hätte er wissen sollen, dass Regina Flint die Matrioschka für die Tochter von Irina gekauft hat? Und dass dann alle noch Russen/Ukrainer sind, so dass das Auftauchen von Tatarenkow nicht auffällt, ist gar unwahrscheinlich. Insofern: Ein grosser Lesespass, der nach der Lektüre aber einige Fragezeichen und ein diffuses, unbefriedigtes Gefühl hinterlässt.