Dieser Roman ist wohl das, was man als Reißer bezeichnet. Eimer voll vergossenem Blut und jede Menge Kugeln in die Köpfe zieren den Weg dieser Rachegeschichte. Die Story der drei Kriminellen, welche aus Rache für eine von den Cops ermordete Bankräuberin (die Schwester des einen) die Angehörigen der Cops verfolgen, ist eigentlich ohne jede Raffinesse, statt dessen voller Verfolgungsjagden und Kugelhagel wie ein amerikanischer Kinofilm.
Der Plot wird dadurch aufgemotzt, dass ein korrupter Cop beide Seiten gegeneinander ausspielt und in diesem Zusammenhang selber auch noch einige Morde begeht.
Man muss Sandford (immerhin Pulitzer-Preisträger) zugestehen, dass er rasant schreibt und die gewalttätige und brutale Atmosphäre teils beklemmend einfängt.
Dennoch könnte man den Roman übergehen, wenn er nicht 2 bedenkenswerte Aspekte hätte:
Die agierenden Killer stammen allesamt aus beschädigten Familien, der Anführer wurde gar durch einen Hinterhalt der Polizei in den Knast gebracht und dadurch endgültig zum Kriminellen. Diese sozialpsychologische Komponente ist eher ungewöhnlich für den moderneren amerikanischen Kriminalroman.
Außerdem werden die Täter in Zusammenhang mit den amerikanischen Hinterwäldlern gebracht, welche in den 90ern Attentate auf Behörden verübten. Dadurch erhält das Werk zudem politische Relevanz.
Der zweite Aspekt, der bemerkenswert erscheint, ist, dass die Haltung der Täter letztlich der von islamistischen Selbstmordattentätern entspricht - abgesehen davon, dass sie kein Heil nach dem Tod erwarten. Ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben verfolgen sie ihre Rachepläne und scheinen dem Tod geradezu resignativ entgegenzugehen.
Die Ströme vergossenen Blutes und die permanente Aggressivität und Gewaltbereitschaft mögen den einen oder anderen Leser abstumpfen lassen. Insbesondere die Tatsache, dass die Verbrecher gegen Polizeieinheiten in Divisionsstärke antreten und immer wieder entkommen, macht die Geschichte ein wenige zweifelhaft.