Durch Zufall taut die Gefriertruhe in einem vornehmen Hamburger Haus auf, und die Frau, die das Haus während des Urlaubs der Besitzer hütet, entdeckt Päckchen mit gefrorenen Leichenteilen. Zur selben Zeit verlangt eine Frau mit einer kleinen Tochter an der Hand an einem Bahnschalter eine Fahrkarte nach irgendwo.
Ein Mord wird entdeckt, die Kommissarin führt einige Befragungen durch, hat eine Hauptverdächtige, die geflohen ist, sie fährt ihr nach und deckt den wahren Sachverhalt auf. Das ist die ganze Geschichte.
Dass die Protagonistin eine betont emanzipierte Frau ist, die hinter jeder männlichen Bemerkung oder Geste einen Affront vermutet, und dass hinter dem Verbrechen sexueller Missbrauch steckt, war typisch für einen Teil der von Frauen geschriebenen Unterhaltungsliteratur der 80er und frühen 90er Jahre und soll daher nicht Gegenstand der Kritik sein. Wenn aber ein Krimi meint, ohne Spannung auszukommen, muss er anderes bieten, um den Leser zu unterhalten, z.B. Verwicklungen oder Rätsel, die man aufzudröseln versucht, oder zumindest eine interessante Familiengeschichte. Fehlanzeige.
Neben der simpel aufgebauten Story gibt es vor allem einen entscheidenden Fehler: Ehe es aus einer fest verschlossenen Gefriertruhe nach der Unterbrechung des Stroms zu tropfen anfängt, vergehen mindestest 4-5 Tage. Damit wackelt die gesamte chronologische Konstruktion der Ereignisse und der zeitliche Rahmen von Mord, Zerstückelung der Leiche und Flucht der Frau.