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Kalte Herzen. Wie das Fernsehen unseren Charakter formt
 
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Kalte Herzen. Wie das Fernsehen unseren Charakter formt [Gebundene Ausgabe]

Peter Winterhoff-Spurk , Peter Winterhoff- Spurk
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 271 Seiten
  • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 2., Aufl. (April 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3608941029
  • ISBN-13: 978-3608941029
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 13,4 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 466.936 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
  • Komplettes Inhaltsverzeichnis ansehen

Produktbeschreibungen

Frankfurter Rundschau, 6.4.2005

»... Peter Winterhoff-Spurk bietet Soziologie der Apokalypse + kluge Fernsehkritik = ungemein spannende Lektüre.«

Stuttgarter Zeitung, 25.2.2005

»... ein Buch, dem man ein größeres Publikum wünschte. ...«

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Gelungene Analyse 4. Juli 2005
Von Else Kling TOP 500 REZENSENT
Wie oft haben wir uns die Frage gestellt, was sie antreibt. Die Talkshow-Hopper, die potentiellen Superstars, die Dschungel-Camper. Und was hat die Psychologie dazu zu sagen?
Eine ganze Menge, so beweist es Peter Winterhoff-Spurk, Medienpsychologe an der Uni Saarbrücken. Ein neuer Sozialcharakter kündige sich hier an, der Histrio. Dieser sei suggestibel, emotional schwankend und inszeniere sich in immer neuen Rollen, dabei stets auf der Suche nach Festigung seiner brüchigen Identität.
Winterhoff-Spurk gelingt eine umfassende Einordnung o.g. Medienphänomene in psychologische (psychoanalytische) und soziologische Konzepte. Dabei berücksichtigt er auch gesellschaftliche Veränderungen und empirische Daten zur Mediennutzung. Auch gelingt ein guter Kompromiss zwischen wissenschaftlichem Anspruch und Lesbarkeit auch für Laien, wenngleich das Buch doch eher ein Fach- oder zumindest akademisch geprägtes Publikum ansprechen dürfte. Auch sind einige Formulierungen doch etwas schwerfällig: „Individualität bedeutet hier eher die marktgängige Konfiguration spezifischer Alleinstellungsmerkmale" (S. 204).
Die Lektüre des Buches empfand ich als äußerst anregend, amüsant und informativ. Dennoch bleiben einige Fragen offen: Der Frage nach „Henne und Ei" (Erzeugt das Fernsehen den Histrio oder sucht sich der Histrio entsprechende Fernsehsendungen aus?) wird m.E. zu wenig Beachtung geschenkt. Die Grenze zwischen (pathologischer) histrionischer Persönlichkeitsstörung und („normalen") histrionischen Persönlichkeitszügen wird ebenso wenig verdeutlicht wie Prävalenzraten (Häufigkeiten) histrionischer Persönlichkeitsstörungen angegeben werden. Somit bleibt die Frage offen, ob diese Persönlichkeiten tatsächlich häufiger werden (was sicher schwer nachzuweisen ist) oder ob das Fernsehen ihnen einfach nur eine geeignete Plattform bietet, sich öffentlich zu präsentieren.
Zwischenzeitlich droht der Autor sich ein wenig in psychoanalytischen Spekulationen zu verlieren und wirft in den Kapiteln über Gesellschaftsmilieus in meinen Augen zu sehr mit Klischees um sich. Ich fand mich jedenfalls in keinem dieser Milieus wieder. Auch die Konklusion (ohne Fernseher leben) ist mir etwas zu undifferenziert. Konzepte zur Medienerziehung werden angeführt, hätten aber durchaus noch vertieft werden können.
Insgesamt bietet das Buch großes Lesevergnügen und wertet mit spannenden Informationen über die Welt des Fernsehens auf. Es bietet reichlich Diskussionsstoff.
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23 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Medien- und Organisationspsychologe Peter Winterhoff-Spurk widmet sich in diesem Buch der Frage, welchen Einfluss das fernsehen auf menschliches Erleben und Verhalten hat.

Dabei rückt ein neuer Sozialcharakter in den Mittelpunkt seiner Analyse: der histrionische Charakter.

Der histrionische Sozialcharakter sei insbesondere durch die Merkmale leicht erregbar, suggestibel, emotional oberflächlich, unkonzentriert und ungebildet zu beschreiben; seine Ausprägung sei maßgeblich auf eine früh erfahrene Bindungsunsicherheit zurückzuführen.

Nachdem er die Merkmale dieses neuen Charaktertypus und die Merkmale des gegenwärtigen Fernsehens beschreibt, stellt er das Fernsehen als histrionisches Medium heraus, als ein Medium also, dass ein geeigneter Nährboden für die Verfestigung dieses Sozialcharakters sei, da es dem Zuschauer ständig die Möglichkeit anbietet, sich oberflächlich aufzuregen bzw. affektiv aufzuladen, ohne dass real eine tiefere, innere Gefühlsregung bestünde.

Als Ausweg aus dieser bedenklichen Entwicklung weist er auf eine zu stärkende Bindungssicherheit als auch auf zu vermittelnde Medienkompetenz und kritische Reflexion hin, die es dem Zuschauer ermöglichten, die manipulativen Gefahren des "heimlichen Erziehers" Fernsehen zu erkennen.

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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mathias von Gersdorff VINE™-PRODUKTTESTER
Prof. Winterhof-Spurk, Spezialist für Medienpsychologie, beschreibt in diesem Buch die Entwicklung eines neuen Menschentypus und zwar des Histrios, der den Narzißt ablöst. Für Winterhof-Spurk ist der Narzißt ein Produkt der Industriellen Revolution, der die Menschen aus gewohnten Lebenssystemen entrissen und sie damit existentiell verunsichert hat, wodurch sie in sich gekehrt lebten. Der Histrio dagegen lebt eher nach außen gekehrt und ein vielseitiges emotionales Leben haben. Hierfür wendet er sich an die Medien, vor allem das Fernsehen, um hier die Emotionen zu erleben, die er in der Familie, bei Freunden usw. nicht mehr erlebt.

Hierum geht es im ersten Drittel des Buches. Der Rest ist eine sehr detaillierter Rundschau über die existierende wissenschaftliche Literatur zu dem Thema, mit einer großen Fülle an Zitaten, Forschungsergebnissen usw. Dadurch wird die Lektüre manchmal etwas mühsam, doch sie ist immer interessant. Es wäre bei einem solchen Buch angebracht gewesen, ein Stichwortverzeichnis zu erstellen.
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