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Kalte Heimat: Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945
 
 
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Kalte Heimat: Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945 [Broschiert]

Andreas Kossert
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Andreas Kossert
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Umfassend und ohne jedes Pathos.« (Giessener Allgemeine Zeitung )

»Kosserts Darstellung eröffnet, wie auch die Diskussionen um das Werk zeigen, neue Perspektiven, die hoffentlich langfristig wirksam werden.« (Spiegelungen )

Kurzbeschreibung

Mit diesem Buch bricht Andreas Kossert ein Tabu: Er erschüttert den Mythos der rundum geglückten Integration der Vertriebenen nach 1945. Erstmals erhalten wir ein wirklichkeitsgetreues Bild von den schwierigen Lebensumständen der Menschen im »Wirtschaftswunderland«. In seinem Buch beschreibt Kossert eindrucksvoll die Erfahrungen derjenigen, die durch den Krieg entwurzelt wurden und immense Verluste erlitten haben, und fragt nach den materiellen und seelischen Folgen für die Vertriebenen und deren Nachkommen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen mehr als 14 Millionen Menschen aus den deutschen Ostgebieten, der überwiegende Teil in die westlichen Besatzungszonen. Diejenigen, die Flucht und Vertreibung überlebt hatten, fühlten sich von ihren deutschen Landsleuten aber nicht aufgenommen, sondern ausgegrenzt. Während die einen schon alles verloren hatten, sahen sich die anderen nun dem gewaltigen Zustrom der »Fremden« ausgesetzt, der das soziale Gefüge Restdeutschlands auf den Kopf stellte. Vorurteile und der mit dem Lastenausgleich aufkommende Neid zogen einen tiefen Graben durch die deutsche Gesellschaft. Ohne die Vertriebenen, die mit Nichts begannen, hätte es jedoch ein »Wirtschaftswunder« nicht gegeben, sie waren ein wichtiger Motor der Modernisierung in der Bundesrepublik. So wurden sie zwar als Wähler heftig umworben und politisch von allen Seiten instrumentalisiert, zugleich aber mit ihren tiefen Traumatisierungen alleingelassen.

Andreas Kossert hat die schwierige Ankunftsgeschichte der Vertriebenen umfassend erforscht und beleuchtet erstmals diesen blinden Fleck im Bewusstsein der deutschen Nachkriegsgeschichte. In seinem Buch beschreibt er eindrucksvoll die Erfahrungen derjenigen, die durch den Krieg entwurzelt wurden und immense Verluste erlitten haben, und fragt nach den materiellen und seelischen Folgen für die Vertrieben und deren Nachkommen.

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97 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Fremd 8. Juni 2008
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Der Krieg war vorbei und die Leute wollten endlich Ruhe. Da kamen die Vertriebenen aus dem Osten. Sie kamen zuhauf und überwiegend in ländliche Gebiete. Außenseiter in Gemeinschaften, in denen jeder alles über alle zu wissen glaubte und jeder seinen in die Nachkriegszeit geretteten Besitzstand sichern wollte. Sichern und mehren, nicht teilen. Vor allem aber wollte man vergessen oder wenigstens verdrängen. Über das Fremde hinaus, waren die Vertriebenen Salz in einer Wunde, die noch heftig schmerzte. Sie verkörperten unübersehbar das Elend des verlorenen Krieges, der mit einem unfassbaren Völkermord einherging. Vor denen musste man sich schützen und abgrenzen. Und eigene Sorgen hatte man mehr als genug. So lebten die "Dahergelaufenen", von denen nicht wenige traumatisiert gewesen sein dürften, als Zwangseingewiesene in Räumen, die man ihnen meist nur widerwillig überließ, und in Barackensiedelungen. Für lange Zeit waren sie sozial isoliert und mussten nicht selten als Sündenböcke herhalten.

Nach heutiger Lesart ist die Integration der Vertriebenen nach 1945 eine glückliche gewesen, noch dazu in relativ kurzer Zeit. Der Wissenschaftler Andreas Kossert verneint diese These in seinem Buch. Sich in etwas Unabwendbares, Aufgezwungenes zu fügen, das Beste daraus zu machen, ist etwas völlig anderes, als eine fulminante Erfolgsgeschichte. Rund 14 Millionen Menschen wurden vertrieben und zwangsumgesiedelt und die meisten haben zweifellos einen Platz im schon bald aufstrebenden Wirtschaftswunderland gefunden. Die bitteren Verletzungen aus der Zeit der Flucht oder Vertreibung mit dem damit verbundenen allumfassenden Verlust der Heimat, vielleicht auch der Gesundheit, sowie der nagenden Angst um die eigene Existenz und die der Seinen, die anschließende Ausgrenzung, Diskriminierung und feindselige Ablehnung bleiben ein Leben lang, heilen nicht vollständig und belasten immer noch diejenigen, die heute alt sind und sich dabei ertappen, dass ihre Gedanken immer häufiger um die Heimat kreisen, die doch schon so lange verloren ist.

Der Autor führt den sich schon bald einstellenden wirtschaftlichen Erfolg der jungen BRD auch auf die Vertriebenen zurück, die mit Mobilität, Fleiß und Anpassung zum Aufschwung beigetragen haben. Er spricht das Lastenausgleichsgesetz von 1952 an und zeigt auf, dass der Ausgleich der Vermögensverluste nicht einmal annähernd stattgefunden hat. Die ausbezahlten Beträge entsprachen bei weitem nicht dem Wert des verlorengegangenen Grundbesitzes und anderen Werten, die zurückbleiben mussten. Außerdem schürte das Lastenausgleichgesetz bei einigen Nichtvertriebenen Neid und Missgunst. Kossert behandelt außerdem die Rolle der Vertriebenenverbände und geht mit dem zögerlichen Verhalten der politischen Parteien, die sich aus wahltaktischen Gründen den Forderungen aus diesen Reihen nicht energisch genug entgegenstellten, hart ins Gericht. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit dem Umgang der Vertriebenen in der ehemaligen DDR, wo dieses Thema weitgehend totgeschwiegen wurde, während es in der BRD eine Zeitlang sogar ein Vertriebenen-Ministerium gab. Worauf aber bereits der prägnante Titel hinweist, bleibt das zentrale Thema des Buches: die Ablehnung der Vertriebenen durch die eigenen Landsleute und die damit einhergehenden verheerenden Auswirkungen auf die Psyche der Betroffenen. Andreas Kossert nimmt sich des Themas mit großem, eindringlichem Einfühlungsvermögen an. Er schärft das Bewusstsein seiner Leser für einen Teil unserer Bevölkerung, deren Platz inmitten unserer Gesellschaft inzwischen nicht mehr strittig ist. Diese Menschen aber, die letzten Zeitzeugen, waren Kinder oder junge Erwachsene, als ihre erste Welt unterging. Sie wissen, dass die Heimat nur im Herzen völlig sicher ist.

Wer sich anhand eines Einzelschicksals mit diesem Thema beschäftigen will, dem sei der Roman "Betrogen und vergessen: die Geschichte des Kriegskindes Reinhard Bachner" sehr empfohlen. Der kleine Reinhard war zehn Jahre alt, als er mit seiner Familie die Heimat in Böhmen verlassen musste. Die beschwerlichen Jahre der Flucht, des Ankommens in der neuen, der "Kalten Heimat" und die ersten Schritte zu einem bescheidenen Wohlstand in der noch jungen BRD, beschreibt der Autor Richard Bachmann so eindringlich, dass der Leser das Gefühl hat, dabei gewesen zu sein. Ein Stück Zeitgeschichte der anderen Art, völlig unwissenschaftlich, aber absolut authentisch und eine passende Ergänzung zu diesem Buch.

Helga Kurz
War diese Rezension für Sie hilfreich?
34 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Es waren neben den üblichen verharmlosenden und die Rolle der eigenen Familie negierenden Bemerkungen zum Dritten Reich, die ersten und über lange Jahre immer wiederkehrenden politischen und überaus abschätzigen Statements in der Herkunftsfamilie des 1954 geborenen Rezensenten an die ich mich erinnern kann. Sehr negative Aussagen über jene Familien von Schulkameraden, zum größten Teil katholischer Konfession, die nach dem Krieg im Heimatdorf des Rezensenten angesiedelt wurden und die "in der Siedlung" mit viel Fleiß und gegenseitiger Nachbarschaftshilfe sich kleine Häuschen bauten und, begünstigt durch das aufkommende Wirtschaftswunder, auch beruflich Tritt fassten und sich sichere Existenzen gründeten. Klar, entsprechende Zuschüsse und Entschädigungen für das in der alten Heimat Verlorene halfen dabei. Aber sie können niemals so groß gewesen sein, wie das meine Mutter etwa in ihrem hasserfüllten Neid gegen die Neubürger behaupten und unterstellen wollte. Flüchtlinge" waren und blieben sie bis weit in die siebziger Jahre hinein.

In dieser Zeit bekam ich dann Kontakt mit einem anderen Vorurteil, das die Vertriebenen nicht weniger wirksam diffamierte. Auch bedingt durch die reaktionäre Politik ihrer Verbände als unbegriffener (?) Teil des Kalten Krieges galten in aufgeklärten und linksliberalen Kreisen die Vertriebenen als Hort des politischen Gegners. Und ähnlich wie diese Konstellation gestaltete sich auch damals die Einschätzung der UdSSR und der DDR. Immer mit der Hermeneutik des Verdachts arbeitend, die ja verhindern sollte, dass man etwa im Hinblick auf die sowjetische Geschichte die gleiche Einschätzung hatte wie Franz Josef Strauss zum Beispiel, schwieg man lieber und betonte gebetsmühlenartig das linke Mantra von den notwendigen Folgen des Faschismus und der Hitlerschen Angriffskriege. Damit waren die Moskauer Prozesse, der Gulag und die kommunistische Diktatur außerhalb jedes Diskurses.

Der 1970 geborene Historiker Andreas Kossert, der auch in Polen studiert hat und derzeit am Deutschen Historischen Institut in Warschau arbeitet und zu den profiliertesten Osteuropahistorikern in Deutschland gehört, hat mit diesem wegweisenden Buch frei von den beschriebenen Ideologisierungen der Nachkriegszeit die schwierige Ankunftsgeschichte der Vertriebenen umfassend erforscht und einen lange Zeit blinden Fleck im Bewusstsein der deutschen Nachkriegsgeschichte beleuchtet.

Er beschreibt eindrucksvoll die Erfahrungen der Millionen von Menschen, die durch den Krieg von ihrer Heimat entwurzelt wurden und nach immensen materiellen und menschlichen Verlusten eine neue, für sie aber lange Zeit "Kalten Heimat" finden mussten. Kossert entlarvt den Mythos von der schnell geglückten Integration und zeichnet erstmals ein wirklichkeitsgetreues Bild von den schwierigen Lebensumständen der Flüchtlinge im Wirtschaftswunderland BRD.

Was mich am meisten bewegt, wenn auch nicht wirklich verwundert hat, ist seine Beschreibung der Folgen dieser Vertreibung nicht nur für die Nachkommen der "Flüchtlinge" sondern für unsere ganze Gesellschaft.

Für alle an der deutschen Geschichte interessierten Leser ein empfehlenswertes, wegweisendes Buch.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein sehr wichtiges Buch 2. August 2008
Von Isis
Format:Gebundene Ausgabe
Ich bin ein Kind der Nachkriegsgeneration und versuche, die Lücken meines DDR-Geschichtsunterrichtes zu schliessen. Meine Großmutter hat so viel Schmerzvolles erlebt (ihr Neugeborenes verhungerte auf dem Treck), dass sie Zeit ihres Lebens nicht darüber sprach.Jetzt kann ich besser verstehen, warum das so war.

Ich finde dieses Buch ganz wichtig und ich hoffe, viele Menschen werden es lesen.
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Kalte Heimat
Kalte Heimat" ist eines der bislang noch wenigen Publikationen, die sich mit diesem weithin fremden und unbekannten, vielleicht sogar lange Zeit tabuisierten Thema der deutschen... Lesen Sie weiter...
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man sollte schon nicht vergessen welche Art Wurzeln man besitzt
und, ..auch Rache ist Unrecht. Dieses Buch , so dicht es auch mit Fakten bepackt ist, kann nicht alle Einzelschicksale berücksichtigen, das ist zu verstehen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. Januar 2010 von W. Kretzschmar
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Eigentlich ein abgearbeitetes Thema, könnte man meinen. Allerdings hat sich bislang kaum jemand so umfassend mit der Geschichte der Vertriebenen nach der Vertrebung... Lesen Sie weiter...
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Als Kind von Vertriebenen aus dem Sudetenland kam ich erst nach Thüringen, wo meine Familie (Eltern und 3 Kinder), 4 lange Jahre in in einem etwa 20 qm großem Zimmer mit... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 21. April 2009 von Krauspenhaar
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Was Andreas Kossert hier vorlegt ist zu wenig um den eigenen Anspruch des Autors zu erfüllen. In seiner Einleitung legt er richtig dar, dass das Thema Vertriebene bisher zu... Lesen Sie weiter...
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Veröffentlicht am 31. Juli 2008 von Cameron
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