Nora Graser nimmt den Leser mit auf ein großes Abenteuer im ewigen Eis. Dabei beginnt das Buch beim ersten Kennenlernen des Instituts und endet mit der Rückkehr aus der Antarktis. Die Autorin beschreibt ihre Erlebnisse und Eindrücke, die sie im Laufe der vielen Monate sammeln konnte, und gibt dem Leser ein Gefühl davon, wie es ist, in einem unterirdischen Tunnelsystem in der Antarktis zu leben.
Die Autorin schreibt dabei aus der Ich-Perspektive, so dass man den Eindruck eines zusammengefassten Tagebuches erhält. Dabei beleuchtet sie ihre Erlebnisse sowohl von der technisch-physikalischen Seite als auch aus der privaten Sicht heraus. Sie beschreibt viele schöne Momente, geht aber auch darauf ein, dass es durchaus auch Momente gab, in denen das Leben in der Station langweilig wurde und es so zu Reibereien und Gereiztheit in der Gruppe kam. Dabei findet sie einen perfekten Mittelweg, um dem Leser zu zeigen, dass das Erlebte allgemein sehr schön ist, es sich aber auch nur um Menschen handelt, die eben auch einmal gereizt sein können. Wichtig ist hierbei zu vermerken, dass sie dabei nicht direkt von schlechten Momenten berichtet, sondern eher von Dingen, die Gereiztheit bei ihr verursacht haben.
Die technischen Aspekte, die Nora Graser in dem Buch beschreibt, sind sehr interessant. Hier und da sollte man ein paar Begriffe kennen oder wissen, wo man sie nachschlagen kann - es scheint, als wäre hin und wieder die Diplom-Physikerin in der Autorin durchgekommen, die manche Begriffe ihres Studiums als bekannt voraussetzt, die man als Laie nicht unbedingt kennt. Dafür entschädigen aber die tollen Fotografien, die neben dem Text in diesem Buch zu finden sind, und die ein Gefühl für die Schönheit der Antarktis geben. Insgesamt ist das Buch gut geschrieben und an einigen Stellen gibt es auch herzhaft etwas zu lachen - oder haben Sie schon einmal einen Karnevalsumzug in der Antarktis gesehen? Das Buch ist informativ, unterhaltsam und lustig. Einfach genial!