... und Internetäther anscheinend auch.
Und hier mal eine Nachricht an alle Rezensenten: Charakter ist die Einzahl und der korrekte Plural lautet Charaktere. Mit e.
Leute, es tut echt weh zu lesen.
Nun zum Buch:
Es gibt Zeiten, da lasse ich mich von den Bestsellerlisten beeinflussen und kaufe mir auch mal ein gehyptes Buch. Mit Stieg Larsson war ich auch an was Spannendes geraten, aber dieses hier ist leider eine absolute Nullnummer.
Eigentlich lese ich auch keine Krimis, die finde ich langweilig, aber manchmal ist ja auch etwas Gutes dabei.
Dieser Herr hier beispielsweise könnte sich mal ein Beispiel an Jugendbuchautor Alan Bradley nehmen, dann wüsste er, wie man spannende und gut erzählte Geschichten schreibt, mit interessanten Charakteren. Ja, auch mit Mord.
1) Der Hauptcharakter. Ich kann ihn gerade leider nicht beschreiben, weil ihm im Roman leider keine Eigenschaften zugeordnet werden. Er ist halt so da, mehr auch nicht. Ich habe noch nie einen platteren Protagonisten gesehen. Er wird nie wütend oder sauer oder freut sich über irgendetwas. Er sitzt da und ab und zu denkt er an seine Freundin, was irgendwie auch nicht echt wirkt. Keine Minute habe ich mich mit der Hauptperson identifizieren können. So eigenschaftlos ist er. Daraufhin habe ich meine Sympathie der aufregendsten Person des Romans geschenkt: Brody
2) Brody ist übrigens auch noch nach Aufklärung des Schlusses die aufregendste und sympatischste Person und das will was heißen.
3) Wer mal Dexter gesehen hat, braucht sich mit der Lari-Fari-hier-und-da-zu-PR-Zwecken-eingeworfener Leichenfledderei gar nicht abzugeben. Es ist langweilig und unspannend einfach nur um darüber zu schreiben, mal dann und wann eine Seite mit Leichenbeschreibungen zwischenzuschieben.
4) Keine der Toten hat mich irgendwie interessiert. Duncan wurde vorher nicht genügend charakterisiert als dass man um ihn trauern konnte.
5) Der Schreibstil: Jedes Jugendbuch muss 10 Mal besser stilistisch geschrieben sein, weil Kinder Fantasie haben. Bei dieser Schreibweise entstehen leider keine Bilder im Kopf.
6) Die übersetzung: Argh! Wie kann man irgendein englisches Wort mit "wurstelt" übersetzen? Und warum "macht" so vieles bei ihm Sinn? Argh!
7) Das Ende war ja ganz okay ausgetüftelt, es ist vorhersehbar, dass die einzige Person, die überhaupt in dem Roman definiert wird und ein paar Grauschatten und Lichteffekte bekommt, der Mörder ist. War ja klar.
8) Das Ende nach dem Ende bringt mich wieder zu Punkt eins. Der Hauptcharakter ist so langweilig und uninteressant, ich konnte mich so wenig mit ihm anfreunden, ich habe nicht mit ihm gefühlt, nicht seinen Schmerz nachempfunden oder seine Liebe, seine Ängste und Befürchtungen geteilt, es ist mir also echt Wurst, was mit ihm passiert. Reißerischer Cliffhanger, nur leider bei mir wirkungslos.
Ich werde mich nicht mit Leichenblässe befassen, damit verschwende ich meine Zeit.