Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Deutliche Steigerung im Vergleich zu "Chemie des Todes", 21. März 2008
War an Chemie des Todes das Beste eigentlich der Umschlag, der als Todesanzeige gestaltet war und als Text die Beschreibung der zeitlichen Aufeinanderfolge der Verwesungsvorgänge des menschlichen Körpers trug, so ist Beckett mit "Kalte Asche" jetzt ein sehr guter Krimi gelungen.
Die Protagonisten finden sich allesamt auf einer kleinen Insel ein, die dann von der Außenwelt durch Unwetter abgeschottet wird, ein Ex-Polizist spielt mit, die schnüffelnde Reporterin fehlt auch nicht und der (zunächst) aalglatte, (erfolg)reiche, schöne und coole "Obermacker" darf auch auftreten.
Soviel zu den Klischees des Genres, die mit diesem Buch bedient sind.
Damit hat sich aber auch schon meine negative Kritik an diesem (Hör-)Buch.
Von Anfang an gelingt es Beckett knisternde Spannung aufzubauen. Zwischen den Ermittlern und den Dorfbewohnern, unter den Ermittlern selbst, aber auch unter den Inseleinwohnern selbst kommt es immer wieder zu Konflikten, die durch die im Verlauf steigende Zahl an Leichen eher anwachsen, als abgebaut werden.
Geschickt gelingt es Beckett dabei, immer wieder eine andere Person in Tatverdacht geraten zu lassen und selbst als am Ende der Fall auf spektakuläre Weise aufgeklärt scheint...kommt es ganz anders,... um im Epilog noch einmal eine andere - vollkommen verblüffende Wendung zu nehmen.
Mal schauen, ob es noch ein Buch mit Dr. David Hunter, dem forensischen Anthropologen, geben wird.
Wenn dies dann das Niveau von "Kalte Asche" hat, bin ich wieder dabei. Mit Sicherheit.
PS: Außerdem sehr gut gelesen und produziert.
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95 von 112 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Immer wird genörgelt, 20. Mai 2008
Also, erstens, dieses zweite Buch von Simon Beckett ist weder ein Abklatsch des ersten, die Chemie des Todes, noch bleibt es hinter seinem Vorgänger zurück, um hier einige Mitschreiber zu zitieren. Vielmehr ist Kalte Asche ein ganz eigenständiges Buch, welches man durchaus auch unabhängig vom ersten Band lesen kann. Natürlich ist die Schreibweise die gleiche, wäre ja auch eigenartig wenn nicht, aber warum bei diesem Buch so viel genörgelt wird, ist mir völlig schleierhaft. Jeder der einen spannenden und gut durchdachten Krimi lesen möchte, ist hier genau richtig. David Hunter verschlägt es diesmal auf eine kleine Insel namens Runa und Simon Beckett beschreibt sehr anschaulich, wie es sich auf einer Insel mit so einer eingeschworenen Gemeinde wohl leben muß. Man spürt ständig die Feindseligkeiten der Einheimischen, die nicht sehr erfreut darüber sind, Fremde auf ihrer Insel dulden zu müssen. Ich mochte vor allen Dingen die Rauhheit dieser Landschaft und man konnte beim Lesen fast den vielen Regen und den Sturm spüren. Ich fand es alles in allem einen gelungenen Schmöker, der einen mit seinen vielen Wendungen und nicht vorhersehbaren Momenten in seinen Bann zieht. Spannend bis zur letzten Seite und ein Ende, das einen dritten Teil vermuten läßt, aber auch durchaus ein Ende für alle Zeiten bedeuten könnte. Ich persönlich, würde mich riesig über ein drittes Buch freuen.
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26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schaurig-schöne und packende Krimilektüre für windige Herbsttage, 30. Oktober 2008
Nachdem der erste Teil der Reihe "Die Chemie des Todes" meine hohen Erwartungen nicht gänzlich erfüllen konnte, ging ich diesmal mit gedämpfterer Begeisterung an seinen Nachfolger "Kalte Asche" heran. Meine anfängliche Zurückhaltung ward aber schon nach nur wenigen Seiten wie wegblasen, denn Becketts zweiter Streich liest sich schlichtweg wie aus einem Guss.
Offenbarte der Autor in "Die Chemie des Todes" noch einige Schwächen im Storyaufbau und räumte den privaten Nebenschauplätzen der einzelnen Charaktere, insbesondere der Hauptfigur David Hunter, zuviel Platz ein, steht diesmal die Ermittlung eindeutig im Vordergrund. Hunters häusliche Probleme werden auf angenehme Art und Weise ausgeklammert, so dass sich "Kalte Asche" als ein klassischer Whodunit-Roman präsentiert, der aber in allen Belangen den Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft hat. Die Story ist schnell erzählt:
Dr. David Hunter, forensischer Experte und Rechtsmediziner, wird kurz nach Beendigung seines letzten Jobs, einer Leichenuntersuchung in den Grampian Highlands, zu einem neuen Fall gerufen. Auf der kleinen Insel Runa, einem abgelegenen Außenposten in der Weite des Ozeans am Rand der Äußeren Hebriden, ist von dem pensionierten Detective Inspector Andrew Brody eine stark verbrannte Leiche gefunden worden. Da alle anderen Forensiker und Spurenermittler aufgrund eines großen Zugunglücks abkömmlich sind, muss Hunter in den sauren Apfel beißen und sich trotz anderer privater Pläne auf den Weg nach Runa machen.
Hier, zwischen steinzeitlichen Hügelgräbern, Mooren und Schafsherden, verläuft das Leben der Einwohner noch nach alten, archaischen Regeln. Leuten vom Festland steht man skeptisch gegenüber und die auf den ersten Blick so idyllisch wirkende Inselgemeinde verwandelt sich bei näherem Hinschauen in eine verschworene Gemeinschaft, in der es von Konflikten nur so wimmelt. Allein unter diesen Bedingungen wäre eine professionelle Arbeit schon schwer, doch damit nicht genug. Mit Sergeant Fraser, einem dem Alkohohl zugeneigten Sturkopf, der Brodys Einmischung verbittert ablehnt, weil er um den Verlust seiner Autorität fürchtet, wird Hunter jemand an die Seite gestellt, der die ohnehin schon schwierige Zusammenarbeit mit der einheimischen Bevölkerung zunehmend erschwert. Als dann auch noch ein gewaltiges Sturmtief auf die Insel prallt und jegliche Funkverbindung zum Festland abbricht, wird das ruhige Runa zu einem brodelnden Hexenkessel. Denn wie Hunter feststellen muss, starb die Leiche keines natürlichen Todes. Und der Mörder muss sich demnach noch auf der Insel aufhalten.
Das klingt spannend? Ja, das ist es auch zweifelsohne. Beckett hält das Tempo hoch und verzettelt sich nicht mehr in den endlosen Selbstzerfleischungen, die Hunters Denken und Handeln im Vorgängerband allzu stark bestimmten. Außerdem kreiert er eine derart knisternde, packende Atmosphäre, dass man sich schon bald die Nase am Buch platt drückt und alles um sich herum vergisst. Dieses gruselige, schaurige und gleichzeitig beklemmende Flair macht dieses Buch aus, ist der Grund warum es so überzeugt. (Ich fühlte mich desöfteren an die alten Genregrößen John Dickson Carr und Agatha Christie erinnert).
Gegen Ende führt er dann gleich mit mehreren Gänsehautwendungen in bester Deaver-Manier den Leser aufs Glatteis und setzt dem auf der allerletzten Seite das I-Tüpfelchen auf. Einige werden diesen Schluss als zum Kauf des Nachfolgers animierendes Element verstehen. Für mich rundet es ein absolut gelungenes, wenngleich auch nicht literarisch übermäßig anspruchsvolles Leseerlebnis (störte mich kein bisschen) ab.
Insgesamt ist "Kalte Asche" um Längen besser als sein träger Vorgänger und vollzieht einen Spagat zwischen dem Klassischen Kriminalroman des Golden Age und dem blutigen Thriller von heute. Ein fesselnder Ausflug in den windumtosten Atlantik, an dem besonders Schottland-Freunde ihre Freude haben dürften. Wer kann liest das Buch im Herbst, bei windigem, ungemütlichem Wetter.
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