Ende der 50er Jahre werden in einer Kleistadt in Kansas (USA) die 4 Mitglieder der Rancherfamilie Clutter brutal in ihrem Haus ermordet. Die Tat erschüttert die USA, weil ein derartiges verbrechen zu dieser Zeit, vor allem im konservativen Herzland Amerikas, nicht vorstellbar.
Die Täter, zwei ziellose Kleinkriminelle, werden gefasst, zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Truman Capote hat diesen Kriminalfall in seinen Bestseller "In Cold Blood" verarbeitet und so ein vollig neues Romangenre geschaffen, den Dokumentarroman. Diese Mischung aus realen und fiktionalen Elementen ist bis heute stilbildend und "Kaltblütig" gilt als eines der großen Bücher der US-amerikanischen Nachkriegsliteratur. Bedeutsam war vor allem, dass Capote die Geschichte auf mehreren Ebenen erzählte: Die der Opfer, die der Nachbarn und freunde, die der Polzisten aber auch die der Täter. Dabei wertete Capote nicht und fällte keine Urteile. Stets blieb er kühler Berichterstatter der Ereignisse. Gerade dadurch wird einem klar, wie dieses unfassbare Verbrechen geschehen konnte.
Der Film "Kaltblütig" ist für mich eine äußerst gelungene Umsetzung des Buches. Auch er bemüht sich (z.B. durch Nutzung von Originalschauplätzen) um Authenzität und enthält sich jeder Wertung. Genau wie dem Buch gelingt es ihm, die Hintergründe des Verbrechens, die vor allem in den Lebensläufen der Täter liegen, offen zu legen.
Da der Film sehr geschickt die dramatischen Mittel des Mediums einsetzt ist er jedoch mehr als ein reiner Abklatsch des Buches, sonder ein sehr eigenständiges gelungenes Werk.
Insbesondere sind die Leistungen der Schauspieler hervorzuheben, die hierzulande eher unbekannt sind.
Kürzlich lief im TV eine später entstandene Fernsehverfilmung des gleichen Stoffs, bei der u.a. Anthony Edwards (Dr. Green aus Emergency Room) mitspielte. Obwohl dieser Film mit erheblich mehr Aufwand gedreht wurde konnte er mit dem alten Schwar-Weiss-Streifen was Intensität angeht nicht mithalten.
Vor allem für diesen Preis ein Muss für jede DVD-Sammlung.