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Was den Film auch noch Jahrzehnte später auszeichnet, ist jedoch Brooks schonungsloser, nüchterner und unbestechlicher Blick auf die Geschichte (sein Stil in Kaltblütig wurde völlig zu Recht als "semidokumentarisch" bezeichnet). Beim Anschauen von Kaltblütig stellt sich unweigerlich ein beunruhigendes Gefühl ein. Der Regisseur, wie auch schon Capote selbst, überlässt dabei jegliche Wertung dem Zuschauer. --Tom Keogh
Truman Capote hat diesen Kriminalfall in seinen Bestseller "In Cold Blood" verarbeitet und so ein vollig neues Romangenre geschaffen, den Dokumentarroman. Diese Mischung aus realen und fiktionalen Elementen ist bis heute stilbildend und "Kaltblütig" gilt als eines der großen Bücher der US-amerikanischen Nachkriegsliteratur. Bedeutsam war vor allem, dass Capote die Geschichte auf mehreren Ebenen erzählte: Die der Opfer, die der Nachbarn und freunde, die der Polzisten aber auch die der Täter. Dabei wertete Capote nicht und fällte keine Urteile. Stets blieb er kühler Berichterstatter der Ereignisse. Gerade dadurch wird einem klar, wie dieses unfassbare Verbrechen geschehen konnte.
Der Film "Kaltblütig" ist für mich eine äußerst gelungene Umsetzung des Buches. Auch er bemüht sich (z.B. durch Nutzung von Originalschauplätzen) um Authenzität und enthält sich jeder Wertung. Genau wie dem Buch gelingt es ihm, die Hintergründe des Verbrechens, die vor allem in den Lebensläufen der Täter liegen, offen zu legen.
Da der Film sehr geschickt die dramatischen Mittel des Mediums einsetzt ist er jedoch mehr als ein reiner Abklatsch des Buches, sonder ein sehr eigenständiges gelungenes Werk.
Insbesondere sind die Leistungen der Schauspieler hervorzuheben, die hierzulande eher unbekannt sind.
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