Alan Banks wird von seinem ungeliebten Vorgesetzten Jimmy Riddle gebeten, dessen Tochter Emily zu suchen, die von zuhause ausgerissen ist und deren Foto auf Pornoseiten im Internet auftaucht. Banks erfüllt seine Aufgabe, aber dann geschieht ein Mord, der ihn zwingt, sich noch einmal mit Familie Riddle auseinanderzusetzen.
Oft büßen Serien, die sich über mehr als zehn Bände erstrecken, von ihrer Qualität ein. Entweder gehen dem Autor die Ideen für Krimigeschichten aus, so dass unbedeutende Nebenhandlungen so aufgebläht werden, dass sie einen Großteil der Seiten abdecken. Oder der private Status quo der Protagonisten wird so breit getreten, dass seine Entwicklung noch ein paar Bände füllen kann, bis man sich als Leser irgendwann fragt, ob man einen Krimi oder einen Beziehungsroman liest.
Nichts von alledem ist bei Robinsons elftem Band der Alan Banks-Serie zu spüren. Andererseits haben auch Leser, die zufällig an dieses Buch geraten ohne die Vorgänger zu kennen, keine Mühe, einzusteigen und Appetit auf zu anderen Bände zu bekommen.
Zwei Fälle greifen ineinander über, der Mord und die Wirtschaftsverbrechen Barry Cloughs, mit dem Emily in London zusammenlebte. Indem einem der beiden Verbrechen nachgegangen wird, kommen Tatsachen über den anderen ans Licht. Was die Mordermittlung angeht, hätte der Autor zum Schluss einige Seiten raffen können - spätestens nachdem man als Leser den Täter kennt - aber er fängt die Geschichte wieder auf, ehe sie langweilig wird.
Auch Alan Banks' privater Bereich zeigt eine Entwicklung, die auf weitere Bände gespannt macht.