Kein Krimi, Kein historischer Romane, keine Liebesschnulze. Und doch alles in Einem.
"Kalt wie Stein" als Roman zu beschreiben ist nahezu unmöglich, da das Werk alle Spielarten vereinigt.
Schade nur, dass uns der Verlag lange Jahre auf die deutsche VÖ warten ließ, da das Original bereits 2003 erschienen ist.
Todd versteht es wieder einmal, eine wunderbare Atmosphäre zu schaffen. Die Autoren bringen uns die Zeit des Ersten Weltkriegs anschaulich wieder zurück.
Eingewebt in eine Geschichte über Lügen, Rache, Tod, Verderben und Liebe entwickelt Todd faszinierende Charaktere.
Obwohl gleich zu Beginn ein Personenregister aufgeführt wird, bei dem fast 50 Namen genannt wurden, verliert man nie den Überblick. Jede Person wird ausführlich peu á peu eingeführt.
Über das Ende mag mancher vielleicht denken, dass hier das Recht völlig ausgehebelt wurde. Doch sollte man dies auch unter anderen Gesichtspunkten beachten. Und irgendwie konnte man das Ende fast schon in dieser Art und Weise erwarten.
Die Schreibweise ist - wie immer - intensiv und leicht verständlich.
Einzig allein die vielleicht nicht immer vorhandene Spannungskurve und das Nichtauflösen einiger Handlungsstränge können den Gesamteindruck ein wenig trüben.
Jedoch ist bei einem solchen Werk, welches in sich wunderbar stimmig ist, dieses fast zu vernachlässigen.
Ob das Mutter/Sohn-Gespann diesen Roman nochmals toppen kann, bleibt abzuwarten.
Ein grossartiger Wurf, der ohne Bedenken mit fünf Sternen belohnt werden kann.