Pressestimmen
"Nicht nur angenehm zu lesen, sondern auch weise und schön." (Wiener Zeitung)
"Räumt auf mit dem Klischee, daß alte Menschen nur die Rollen: gutmütige, Geschichten erzählende Oma oder verkalkter, problematischer Opa spielen dürfen. Bei Ingrid Noll dürfen die Alten sein, wie sie sind, sowohl, als auch und überraschend anders." (Westdeutscher Rundfunk)
Kurzbeschreibung
"Nicht nur angenehm zu lesen, sondern auch weise und schön."(Wiener Zeitung)
"Räumt auf mit dem Klischee, daß alte Menschen nur die Rollen: gutmütige, Geschichten erzählende Oma oder verkalkter, problematischer Opa spielen dürfen. Bei Ingrid Noll dürfen die Alten sein, wie sie sind, sowohl, als auch und überraschend anders."(Westdeutscher Rundfunk)
Ingrid Noll wurde 1935 in Shanghai geboren und studierte in Bonn Germanistik und Kunstgeschichte. Sie ist Mutter dreier inzwischen erwachsener Kinder. Nachdem die Kinder das Haus verlassen hatten, begann sie Kriminalgeschichten zu schreiben, die allesamt sofort zu Bestsellern wurden, "Die Häupter meiner Lieben" wurde mit dem Glauser-Preis ausgezeichnet und, wie andere ihrer Romane, auch erfolgreich verfilmt.
Autorenportrait
Auszug
Lange Zeit vegetierte eine heruntergekommene Schaufensterpuppe in dieser Idylle, bis er sie leid wurde und alles neu gestaltete. Ich war versessen auf die Puppe.
Seitdem lebe ich nicht mehr allein. Die Puppe sitzt in meinem Schaukelstuhl, trägt Kleider aus meiner Jugendzeit, eine Perücke aus den sechziger Jahren und streckt ihre dünnen Beine von sich wie ein Kind. Sie heißt Hulda; wenn ich den Stuhl ein wenig antippe, wiegt sie sich fast fünf Minuten lang und scheint Freude an diesem Rhythmus zu haben. Einsame alte Leute pflegen gern Selbstgespräche zu halten, mir ist ein Gegenüber lieber. Hulda ist eine aufmerksame Zuhörerin, eine gut erzogene Tochter, eine Freundin der feinen Art, die nicht klatscht und hetzt und sich an fremde Ehemänner heranmacht.
Manchmal frage ich Hulda um Rat. Was sollen wir zum Beispiel heute essen? Hering in Tomatensoße, sagt Hulda, vielleicht ein Kartöffelchen dazu und fertig.