Das Kalorien-Nä'hrwert-Lexikon von Sven-David Mü'ller und Katrin Raschke ist ein aktueller, ansprechend gestalteter und umfassender Ratgeber rund um die Inhaltsstoffe unserer Nahrung. Als störend empfinde ich jedoch die Werbung auf dem Umschlag und innerhalb des Buches -' auch wenn es insgesamt nur sechs Seiten sind.
Am Anfang steht ein etwa 48 Seiten langer Informationsteil, in dem alle Nä'hrstoffe, Vitamine und Mineralien einzeln beschrieben werden. Zu jedem Inhaltsstoff gibt es eine Tabelle oder Empfehlungen, mit welchen Lebensmitteln der Tagesbedarf gedeckt werden kann. Außerdem gibt es ein Kapitel über gesunde Lebens- und Ernährungsweise, sowie Ratschlä'ge fü'r die Ernä'hrung bei Diabetes, erhöhten Blutfetten, Übergewicht, Untergewicht und erhöhtem Blutdruck.
Kernstü'ck des Lexikons ist natürlich die 130 Seiten lange Nä'hrwert-Tabelle. Sie enthält die wichtigsten Inhaltsstoffe fü'r rund 4000 Lebensmittel in den unterschiedlichsten Varianten. Stellenweise wird hier des Guten etwas zu viel getan, denn bei zahlreichen Lebensmitteln kommt es doch sehr auf die jeweilige Zubereitung an, z.B.: Hirschbraten mit Soße, Matjesfilet Hausfrauenart, Linseneintopf mit Würstchen, Kaiserschmarrn usw. Dafür findet man aber auch Dinge, die im Allgemeinen bei uns seltener verwendet werden, wie Löwenzahn, Kochbananen oder Miso.
Die Lebensmittel sind durchweg alphabetisch geordnet. Dadurch findet man einzelne Stichworte sehr schnell, muss aber im Gegenzug viel blättern, wenn man Vergleiche ziehen will -' zum Beispiel den Gehalt an ungesä'ttigten Fettsä'uren verschiedener Öle. Eine andere kleine Schwäche liegt in regionalen Sprachunterschieden begründet: Wer Karotte sucht, findet zwar Karottensalat, muss ansonsten unter Möhre nachschlagen. Lauch gibt es als Suppe, Gemüse oder Salat, wer einfach nur gegarten Lauch nachschlagen möchte, dem fällt hoffentlich ein, dass Lauch woanders Porree heißt. Manche Unterscheidungen sind kaum nachvollziehbar, z.B. dass 250g Kartoffelbrei deutlich weniger Kalorien haben als die gleiche Menge Kartoffelpüree, wobei es auch "Kartoffelpüree aus Pulver" gibt, dessen Kaloriengehalt zwischen den beiden anderen Werten liegt.
Die Nä'hrwertangaben beziehen sich auf Portionen. Das ist praktisch und übersichtlich, solange man sich an diese Portionsgrößen hält. Das Umrechnen für andere Mengen kann dadurch aber umständlicher sein, als bei Tabellen, die sich auf jeweils 100g Lebensmittel beziehen. Doch die meisten Portionen sind einigermaßen realistisch berechnet: Eine Portion Rührei ist mit 120g angegeben und entspricht damit etwa zwei Eiern einschließlich Bratfett. Fleischportionen sind in der Regel mit 150g angegeben, Gemüse ebenfalls mit 150g, alkoholfreie Getränke mit 200g, ein Glas Bier hat 330g und ein Glas Wein 130g.
Fü'r jedes aufgefü'hrte Lebensmittel gibt es 21 Spalten. Neben den allgemein ü'blichen Werten fü'r Kaloriengehalt, Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate stehen hier Broteinheiten, Ballaststoffe sowie eine Auswahl der wichtigsten Vitamine und Mineralien. Der Fettgehalt wird zusätzlich nach gesä'ttigten, einfach ungesä'ttigten und mehrfach ungesä'ttigten Fettsä'uren differenziert. Eine weitere Spalte zeigt den Gehalt an Saccharose (die Zuckerart, die wir auch im Haushalt als Streuzucker benutzen), mit Hilfe dessen man bei einigen Lebensmitteln die Menge an zugesetztem Zucker abschä'tzen kann -' zum Beispiel im direkten Vergleich von Obstsaft mit Nektar. Wer auf Harnsä'ure oder Cholesterin achten will, findet auch diese Werte. Die Orientierung wird durch farbig gedruckte Zahlenwerte in der Tabelle erleichtert. Sie sind grü'n, rot oder schwarz, je nachdem ob der betreffende Wert als gü'nstig, ungü'nstig oder neutral eingestuft wird. Außerdem gibt ein "'Slimfaktor"' -' ein Punkt in den Ampelfarben rot, gelb oder grü'n -' auf einen Blick schnelle Information ü'ber die Energiedichte eines Lebensmittels, also darü'ber ob das Lebensmittel im Verhä'ltnis zur Menge viel oder wenig Kalorien liefert.
Am Ende des Lexikons findet man schließlich eine Tabelle fü'r verschiedene Fast Food- und Markenprodukte. Sie ist weniger detailliert und enthä'lt nur noch Angaben ü'ber Kalorien, Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate und Broteinheiten, ebenfalls bezogen auf die jeweilige Portion. Diese Tabelle dü'rfte vor allem abschreckend wirken auf Menschen, die Tiefkü'hlpizza oder Hamburger aus amerikanischen Schnellkü'chen lieben!
Fazit: Eine sehr praktische Informationsquelle, umfangreich und trotzdem ü'bersichtlich.