„Kalle Blomquist ist dreizehn und wünscht sich nichts sehnlicher, als Detektiv zu sein. Aber leider wohnt er in der verschlafenen Kleinstadt Kleinköping und außer Frederik mit dem Fuß, der einmal im Suff die Sonntagskollekte geklaut hat, tut sich nichts in Sachen Kriminalität. Also bleibt Kalle vorläufig nichts anderes übrig, als sich spannende Verbrechen auszudenken, um sie dann aufzuklären. Auf Dauer ist das nicht sehr aufregend.
Doch Gott sei Dank gibt es die weißen und die roten Rosen, zwei Kindergruppen, die sich die Sommerferien über heftige Fehden liefern und dafür sorgen, dass auch in Kleinköping keine Langweile aufkommt.
Und eines Tages kommt ein merkwürdiger Fremder in die Stadt ..."
Generationen von Kinder sind mit Kalle Blomquist und seinen Abenteuern aufgewachsen. Liebevoll und mit feinem Humor zeichnet Astrid Lindgren Kalle, Anders, Eva-Lotte und all die anderen Gestalten aus der kleinen Stadt. Auch wenn heute einiges veraltet erscheint - der Bäcker, der mit Pferd und Wagen Brot ausfährt; dass extra begründet wird, dass Eva Lotte ein Wildfang und kein liebes Mädchen ist -, die Bücher haben nichts von ihrem Zauber verloren.
Jetzt hat der Omnibus Verlag erstmals alle drei Bände (Kalle Blomquist, der Meisterdetektiv; Kalle Blomquist lebt gefährlich; Kalle Blomquist, Eva-Lotte und Rasmus) in einem Buch zusammengefasst. Ab zehn sind sie ausgewiesen, doch der erste und der dritte Band sind eigentlich schon ab acht geeignet.
Der zweite Band „Kalle Blomquist lebt gefährlich" ist allerdings etwas gruselig und sensibleren Kindern vielleicht erst ab zwölf zuzumuten. Denn hier passiert kein Juwelenraub, keine Entführung, sondern ein Mord. Und Lindgren schildert anders als mancher Krimiautor sehr eindrücklich den damit verbundenen Schrecken. Das ist löblich, hier fliegen dem Leser nicht die Leichen einfach um die Ohren, hier erlebt er auch, was es heißt, Zeuge eines Mordes zu werden. Aber das ist auch der Grund, warum ich meine, dass dieser Band erst für Ältere geeignet ist.
(C) Hans Peter Roentgen, Textkraft