Eine nette, unterhaltsame Lektüre, die im Piongpongspiel zwischen West- und Ostbengalen in das Leben und den Alltag des indischen Westbengalens und von Bangladesch einführt. Dieses kleine Werk gibt ganz interessante Eindrücke und ist empfehlenswert, weil es a) relativ wenige Werke gerade zum Thema Bangladesch gibt und b) diese dann in der Regel einen wirtschafts- oder entwicklungspolitischen Hintergrund haben (Drama, Tod, Überflutung, Hunger). Das ist schon einmal eine sehr gute Sache, da die Darstellung gerade dieses Landes sich in aller Regel auf tragische Bereiche beschränkt, mehr auch nicht interessiert. Zweiter großer Positivpunkt ist, dass es in diesem Buch um beide Bengalen geht- auch das ist nicht wirklich oft der Fall und umso interessanter, liegt der eine Teil im Boomstaat Indien und der andere Teil als LDC-Land im (geistigen) Armenhaus dieser Welt, und doch sich trotz aller Unterschiede v.a. religiöser Art beide Teile Bengalen. Die Autorin streicht dabei v.a. im Kapitel zu Nazrul Islam und Tagore, aber auch mit anderen Beispielen verbindende Elemente heraus, die diese Nähe sehr illustrieren und dem Leser nahe bringen, für den Indien eben Indien und Bangladesch ein Land irgendwo, wo auch immer ist. Bedauernswert ist nur, dass Barbara Knab sicherlich das Zeug dazu gehabt hätte, mehr zu schreiben und in einzelnen Kapiteln mehr in die Tiefe zu gehen. Man lernt einiges, aber wenn man sich in der Thematik nicht so auskennt und trotzdem mehr als ein oberflächliches Interesse hat, lernt man wiederum einiges nicht und bleibt mit offenen Fragen zurück. Das ist sehr schade. Es wäre auch u.a. interessant und informativ gewesen, z.B. mehr Übersichten zu haben, etwa zur Geschichte Bengalens, der gemeinsamen und dann auch getrennten. Oder ein Verzeichnis zu Werken der bedeutenden bengalischen Wissenschaftler, Künstler etc. aus beiden Teilen. Dies ist bedauerlich, weckt folglich Interesse, das aber nicht wirklich tiefgreifend befriedigt werden kann.