Christian Gerlach beschreibt eingehend das Zusammenspiel von SS, Wehrmacht und anderen Institutionen bei der Vorbereitung und der Durchführung sowohl der militärischen Besetzung wie auch der nachfolgenden militärischen, wirtschaftlichen und politischen Verwaltung Weißrusslands im Rahmen des deutschen Angriffes auf die Sowjetunion und untersucht ebenso unmfassend die getroffenen wirtschafts- und bevölkerungspolitischen Maßnahmen.
Sehr deutlich werden die unterschiedlichen und teils widersprüchlichen Gesichtspunkte einer rassisch geprägten deutschen Eroberungs- und Besatzungs- und Wirtschaftspolitik herausgearbeitet.
Am deutlichstem wird in dieser Arbeit meiner Meinung nach das Bild von der sich stets, von einzelnen Ausfällen abgesehen, vorbildlich verhaltenden Wehrmachtsführung sowohl im OKW/OKH als auch bei befehlsgebenden Stellen der Heeresgruppe Mitte und Befehlshabern der rückwärtigen Gebiete, nicht des einzelnen Soldaten, ins "rechte" Licht gerückt. Dieser an sich bekannte Sachverhalt wird hier in allen Einzelheiten dargestellt und viele mir bisher offene Fragen auf diesem Gebiet geklärt.
Ebenso deutlich wird die Verantwortung für diese Vorgänge vermeintlich unbescholtener Verbände abseits des Ostministeriums herausgearbeitet.
Zusammenfassend zeigt dieses Buch, daß die wirtschaftliche Ausbeutung, die Vernichtung rassisch vermeintlich Minderwertiger und die gewaltsame Unterdrückung der restlichen Bevölkerung bis zur billigenden Inkaufnahme des Verhungerns auch dieser Bevölkerungsgruppen keineswegs die Planung und Tat einer einzelnen Institution, etwa des RSHA, allein war, sondern der vielmehr gemeinsam, wenn auch teilweise aus unterschiedlichen Motivationen, ins Werk gesetzter Plan von Wehrmacht, RSHA sowie anderen Parteiinstitutionen und Wirtschaftsverbänden war.
Ich wüsste nicht, wann ich 25,50 ¤ in letzter Zeit besser angelegt hätte.