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Kali: Eine Vorwintergeschichte (suhrkamp taschenbuch)
 
 
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Kali: Eine Vorwintergeschichte (suhrkamp taschenbuch) [Taschenbuch]

Peter Handke
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 160 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (22. Juni 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518459805
  • ISBN-13: 978-3518459805
  • Größe und/oder Gewicht: 17,4 x 10,6 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 731.051 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Peter Handke
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im neuen Buch, der geheimnisvollen und überraschungsreichen "Vorwintergeschichte" Kali, bricht eine Sängerin nach Abschluß ihrer Tournee in ihre Kindergegend auf – nach Handke-Land: "In die Gegend gleich nebenan, hinter dem Kindheitsfluß. ... Dort ist der Winter noch Winter. Oder: Es ist eine Auswanderer-Gegend ... Das Einzige, was ich noch weiß: Der Untergrund dort besteht bis in die tiefsten Tiefen aus Salz – Kali. ... Auch im Sommer ein schneeweißer Bergrücken mitten in der Ebene." An jenem Ort leben die unterschiedlichsten Weltenbewohner, "Überlebende des Dritten Weltkriegs, der rund um uns schon seit langem wütet, unerklärt, wenig sichtbar, aber um so böser". Deren Leben, so wird der Sängerin bei ihrer Ankunft in der Siedlung auf dem Kali-Berg deutlich, ist völlig aus den Fugen, seit ein Kind verschwunden ist. Und wie geht es mit dem Kind weiter? Und warum heißt es am Ende: "Ah, wenn einmal ein Kind ins Erzählen kommt..."? In Kali hat Peter Handke die Geschichte, die Stationen, das ernste Spiel des Verlorengehens, des Findens und Suchens in unserer Zeit erzählt. Wen sucht die Sängerin? Warum reist sie zunächst zu ihrer Mutter? Wieso flößt sie dem Mann und dessen Sohn in der Bergwohnsiedlung Angst ein? Und warum reist sie zum tiefsten Punkt des Salzstocks?

Über den Autor

Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht er das Gymnasium in Tanzenberg und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt in der Regie von Claus Peymann.

Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfaßt, erinnert sei an: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1969), Der kurze Brief zum langen Abschied (1971), Die linkshändige Frau (1976), Langsame Heimkehr (1979), Die Lehre Sainet-Victoire (1981), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Mein Jahr in der Niemandsbucht (2004), Der Bildverlust (2002) sowie 2008 Die morawische Nacht.

Auf die Publikumsbeschimpfung folgt 1967, ebenfalls in Frankfurt uraufgeführt, Kaspar von hier spannt sich der Bogen weiter über Der Ritt über den Bodensee (1970), Die Unvernünftigen sterben aus (1973), Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land (1988), Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (1991), über den Untertagblues (2002) und Bis daß der Tag euch scheidet (2008) zum großen Epos Immer noch Sturm, das im August 2011 bei den Salzburger Festspielen seine Uraufführung haben wird.

Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem Meine Freunde), René Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy.

Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt.

Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.«


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Peter Handke ist wieder Poet geworden, hat der Welt den Rücken gekehrt und ist nach "Handke Land" zurückgekehrt, das er sich selber geschrieben hat. Kali" heißt sein neuestes Buch, es ist ein rätselhaftes Traumbuch", eigentlich mehr ein "Angstbuch". Es liest sich wie ein Märchen. Ursprünglich ist es als Filmskript für einen Wenders Film gedacht gewesen, dann ist eine Erzählung daraus entstanden. Man spürt beim Lesen diese gekonnten Zwischenschnitte. Peter Handke bringt auch eine große Lakonie dadurch hinein, dass er Figuren immer wieder aus einer großen Distanz, aus einer großen räumlichen Entfernung, auftreten lässt.

Heldin des Buches ist eine Sängerin, eine Musikantin, eine Ruferin und auch eine Finderin Was sie sagt muss geschehen und eine schöne, vorangestellte Drohung besagt, wem sie sich hingibt, der muss sterben. Nach Abschluss ihrer Tournee geht sie auf eine lange Reise, auf der Suche nach dem "Mann". Sie kommt schließlich im "Toten Winkel", einer Auswanderer Gegend an, dort wo der Winter noch Winter ist. Es ist eine Siedlung am Fuße eines hoch aufragenden Salzberges. In dieser toten Gegend treffen sich die unterschiedlichsten Weltenbewohner, Überlebende des Dritten Weltkriegs, in dem sie sich mitten drin befinden, in dem wir alle leben, ohne das dies der Autor näher erklärt. Es sind kaum noch Einheimische dort, aber viele Ausländer, Gastarbeiter, Desperados, die alle sehr getrennt und fremd miteinander leben.

Es sind diese Versprengten, Verirrten aus aller Herren Länder, die in diesem "Toten Winkel" leben. Da kommt ein Motiv, welches mir sehr gut gefallen hat, das Motiv des "umgekehrten Turms von Babel". Als man dort hoch hinaus baute, entstand eine allgemeine Sprachverwirrung, niemand hat es mehr verstanden. Und hier kommt nun eine merkwürdige Sache, denn je tiefer die Menschen in dieses Kalibergwerk hinuntersteigen, desto besser verstehen sie sich plötzlich wieder, obwohl sie alle verschiedene Sprachen sprechen. Es eint sie etwas, nämlich die Suche nach Erlösung, die Suche nach dem Gral,die Suche nach dem Kind.

Der Leiter dieses Salzbergwerks, der "Grubenherr", ist der für die Heldin bestimmte Mann. Er erwartet sie und er fürchtet sie, denn er weiß, was es zu bedeuten hat, wenn er diese Frau lieben wird. Die Situation der Dorfbewohner ist vollkommen aussichtslos, seitdem ein Kind verschwunden ist. Alle machen sich auf die Suche, Der "Grubenherr" und die Heldin fahren in das Salzbergwerk hinein und wirklich bis in den tiefsten Stollen. Und das sind unglaubliche Szenen, nichts für klaustophobiesche Leser, denn man merkt richtig wie der Berg über einem grollt und donnert und wie die beiden in großer Angst immer weiter in diesen Stollen hineinfahren.

Und dann geschieht das "Erbarmende", die beiden dürfen sich lieben. Und dann wird die große Erlösungssehnsucht erfüllt. Es kommt die große Erlösung, wo dieses verloren geglaubte Kind in einer Kirchenszene, wie der Erlöser im Licht steht. Peter Handke den Weltwut und Weltangst umtreibt, rettet sich ins Beseligende. Es ist wie ein Versuch einer "poetischen Weltrettung", voller Pathos. Die Weltrettung sind eigentlich die Kinder, denn die Finderin, die Heldin des Buches findet das im "Toten Winkel" seit langem verzweifelt gesuchte Kind. Und Kinder sind Zukunft, Unschuld und Hoffnung. Und das Buch schließt mit der Aussage, "ja wenn Kinder einmal ins Erzählen kommen".

Es ist ein ganz mäandrisch, episches Erzählen, ein märchenhaftes Erzählen mit so vielen Motiven und literarischen Anspielungen wie Heinrich von Ofterding's Romanfragment Novalis oder Lancelot, die da alle in irgendeiner Form da rein spielen.

Störend empfinde ich den metaphysischen Drall in der Dichtung, wenn es darum geht das Sinnliche, das Materielle zu übersteigen, im Hinblick auf eine noch größere, fast schon religiöse Versöhnung, Dabei stehen die "heiligen" Dinge immer im Kontext mit völlig Profanem. Es ist eine Hölle ohne Teufel, eingefangen in unglaublich traumatischen Bildern. Es sind häufig sehr verrätselte Bilder in denen der Autor die öden Schattenseiten zeigen will und dagegen setzt der dann einen ganz emphatischen Begriff von Leben.

Es ist ein Buch über Krieg, Angst, Liebe und vor allem Erlösung, wobei die Ambivalenz ein immer wieder auftauchendes Thema ist.

Ungemein ist die Sehnsucht, die große Einsamkeit, die dieses Buch durchzieht, denn man verspürt, dass da ein Autor auf der verzweifelten Suche nach etwas anderem ist, als der Welt in der wir leben. Kali" heißt das Buch, Kali bedeutet Salz, aber "Kali" ist auch eine hinduistische Göttin der Zerstörung und Erneuerung. So gibt es viel Salz und viele Menschen in diesem Buch, trotzdem ist der berührende, nahe gehende Grundton, der einer endlosen Einsamkeit.

Dem Buch ist in der deutschen Presse ganz vehement der Kitschvorwurf gemacht worden. Das ist das Schlimmste, was man einem Buch vorwerfen kann, und sicher völlig unberechtigt. Sicher, man muss Peter Handke mögen, es ist nicht sein größtes Buch und es ist wahrscheinlich kein Buch für Einsteiger, aber lesenswert ist es allemal.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Langweiliges Geschwafel 4. August 2008
Von Catherine
Format:Taschenbuch
Bisher haben mir fast alle Buecher Peter Handkes ihrer Sprache wegen sehr gut gefallen, aber bei diesem Buch muss ich mich zwingen, weiterzulesen. Die poetische Sprache ist auch hier wieder sehr schoen, aber auch das einzige, was mich zum lesen anregt. Das Buch scheint mir ein typisches Beispiel fuer das richtungslose Schwafeln vieler deutscher Gegenwartsschriftsteller zu sein. Als Leser fragt man sich, ob der Autor denn ueberhaupt ein Konzept hatte, oder einfach seinem recht sinnlosen Gedankenfluss freien Lauf gegeben hat. Das angebliche Thema, die Situation nach einer Katastrophe, ist von Cormack McCarthy in seinem Buch "The Road" so viel besser behandelt worden. An dieses Buch fuehlte ich mich gleich erinnert, und ein Vergleich stellte mir wieder einmal den Unterschied zwischen deutschen und englischsprachigen Autoren vor Augen. Warum ist es so schwierig, auf Deutsch anspruchsvolle Literatur zu schreiben, die gleichzeitig auch spannend, unterhaltsam, und sinnvoll ist?
War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sirenengesang 19. März 2007
Von Friedrich
Format:Taschenbuch
Auch wenn Peter Handke immer wieder auch für politische Negativschlagzeilen sorgt - eines kann man ihm nicht absprechen: er kann schreiben! Und "Kali - Eine Vorwintergeschichte" ist wieder einmal ein Handke-Buch in das man völlig eintauchen kann in die Sprachkunst eines ganz Großen. Schon der Beginn zieht wie magisch an. Die Protagonistin wird vorgestellt, es ist eine Sängerin: "Gesang? Nein; Stimme, wie nur je eine, ein Rufen wie manchmal im Traum..." Und es beginnt eine Geschichte in kunstvollster, fast barocker Fabulierfreude und fein gesponnener Haupt- und Nebenwege. Und es macht Spaß sie alle zu betreten.
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