Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Kaleidoskop der Seele
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Kaleidoskop der Seele [Taschenbuch]

Tobias Bachmann
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Im "Kaleidoskop der Seele" lässt Tobias Bachmann den Leser eintauchen in eine Sammlung furchterregender Geschichten. In Anlehnung an den Stil eines Kafka oder Poe führt der Autor durch eine Reihe unheimlicher Begegnungen und dunkler Machenschaften. Die Geschichten sind, teils aus dem Bereich Fantasy, teils aus dem Bereich Science Fiction, stets von nervenaufreibender Spannung. Beim Lesen ist man froh, von einem Buch nur im übertragenen Sinn gefesselt zu sein, denn plötzlich scheint jedes Knacken, jedes Rauschen, jedes Geräusch im Haus doppelt so laut und macht einem Angst. Tobias Bachmann, 23, Krankenpfleger, privat unter anderem durch Schreibprojekte mit der Betreuung Behinderter beschäftigt, ist sicherlich einer der jüngsten und vielversprechendsten Horrorautoren im deutschen Sprachraum.

Klappentext

Mit Anlehnung an den Stil eines Kafka und Poe, jedoch mit einer ganz persönlichen Note, führt der Autor den Leser durch eine Ansammlung unheimlicher Begegnungen und dunkler Machenschaften. Das Kaleidoskop der Seele spielt mit der Unsicherheit und Angst des Lesers, wie sie vielleicht am besten mit Dämmerlicht kurz vor der Dunkelheit vergleichbar ist. Man weiß, dass der Schatten ein Baum ist, und man weiß, dass es keine Ungeheuer gibt. Aber warum hat man dieses komische Gefühl der Angst und Beklemmung wenn der Schatten sich plötzlich bewegt? -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Umschlagtext

Tobias Bachmann, 1977 in Erlangen geboren, ist sicher einer der vielversprechendsten Nachwuchsautoren anspruchsvoller Horrorgeschichten im deutschen Sprachraum. Nach mehreren Essays und Kurzgeschichten in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien erscheint nun erstmalig ein Band mit gesammelten Werken. In Anlehnung an den Stil eines Kafka und Poe, jedoch mit einer ganz persönlichen Note, führt der Autor den Leser durch eine Ansammlung unheimlicher Begegnungen und dunkler Machenschaften. Das "Kaleidoskop der Seele" spielt mit der Unsicherheit und Angst des Lesers, wie sie vielleicht am besten mit Dämmerlicht kurz vor der Dunkelheit vergleichbar ist. Man weiß, dass der Schatten ein Baum ist, und man weiß, dass es keine Ungeheuer gibt. Aber warum überfällt einen dieses komische Gefühl der Angst und Beklemmung, wenn der Schatten sich plötzlich bewegt?

Über den Autor

Der 21jährige Erlangener absolviert nach seinem Zivildienst in einem Wohnheim für geistig behinderte Menschen nun eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger. In seiner Freizeit ist er Musiker in verschiedenen Rockbands und leitet kreative Schreibprojekte mit geistig behinderten Menschen. Bisher veröffentlichte er Essays und Kurzgeschichten in verschiedenen Zeitschriften und Anthologien.

Textauszug

Aus: Jenseits des Todes Mit quietschenden Reifen schoß der Wagen aus der Tiefgarage, suchte sich seinen Weg durch die eigenartigste Stadt, die der Fahrer des Wagens jemals gesehen hatte und kam irgendwann, kurz, nachdem er sämtliche öffentliche Institutionen besucht hatte, an einer Kreuzung zum stehen. Der Fahrer stieg aus, blickte verstört um sich, blickte den Jungen an, der an einem Laternenpfahl lehnte und so tat, als würde er Zeitungen verkaufen, dann drehte der Mann sich dreimal im Kreis, fuhr sich mit zitternden Händen durch seine verklebten Haare und öffnete gleichzeitig seinen Mund zu einem verrückt klingenden Schrei, der bereits an Wahn, an Schizophrenie erinnerte. Seine Lippen formten das Wort mit Entsetzen, sie bebten förmlich, als sich der Schrei der Erkenntnis aus seiner Kehle löste: "NEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNNNNN!!!!!!!" Benommen sank der Mann auf die Knie, rauchte eine Zigarette und begann, schamlos zu weinen...

I - 23. Mai Rationales Denken mag in einer Welt wie dieser, jene Welt, die ich heute Morgen, kurz nach meinem Erwachen noch glaubte zu kennen, wohl das sinnloseste sein, was man nur tun kann, doch ich vermag es nicht besser einzuschätzen, so daß ich von mir selbst behaupten muß, daß die Kraft des Denkens das einzige ist, was mir geblieben ist. Ich bin nicht gewillt, das, was dort draußen ist, als real anzusehen, doch mein rationales Denkvermögen befiehlt es mir so. Dort draußen, direkt vor meiner Wohnungstür ist etwas, das mir den Verstand rauben wird: das Nichts. Das heißt, selbstverständlich ist dort etwas: So könnte ich neben all den Häusern, Straßen, Fahrzeugen und dergleichen - eben das, was man in jeder Stadt antreffen wird - noch die unzählbaren Leichen nennen, die mich dazu bewegen zu sagen, dort ist nichts. Nein, es ist falsch formuliert. Dort ist NIEMAND, denn sie sind alle tot. Ich schreibe dieses Tagebuch, weil ich es für meine Pflicht halte, es zu tun. Womöglich bin ich der letzte Überlebende einer Rasse, die sich Mensch nennt (nannte) und, seit dieser Tag begann, ausgestorben ist. Mit mir selbst als Ausnahme. Vielleicht irre ich mich, und lediglich die Bewohner meiner Stadt, meines Landes oder meines Kontinents wurden vom Tode heimgesucht, und gerade diese Hoffnung läßt mich dieses Tagebuch schreiben, da ich es als eventuellen Beweis, als Nachschlagwerk oder anderweitiges Hilfsmittel für etwaige Wissenschaftler, die irgendwo, weit entfernt, ihr Dasein fristen mögen, verwenden könnte. Sofern jedoch das Schlimmste der Fall ist, daß - bis auf ein paar wenige wie mich - die ganze Menschheit ausgerottet ist, so wird es nur mir allein dienlich sein, auf daß ich mein rationales Denkvermögen nicht verliere. Ich beginne also dieses erste Tagebuch nach dem Ende der Menschheit mit jenem Moment, in dem ich bemerkte, daß etwas nicht stimmte, etwas anders war als sonst, im Moment, da ich jenseits des Todes erwachte. Heute morgen. Meine Morgenwäsche hatte ich bereits hinter mich gebracht, und ich war gerade im Begriff, mein Frühstück zuzubereiten, als ich es bemerkte. Wohnte ich nicht allein, so hätte ich es noch eher bemerkt, doch erst in diesem Augenblick spürte ich, daß etwas nicht stimmte. Es roch nach faulen Eiern, nach Bananen auf einem riesigen Komposthaufen, und ich konnte mir zunächst nicht erklären, woher dieser süßliche, äußerst abstoßende Geruch kam. Ich blickte aus dem Fenster, sah jedoch nur Schwärze, da die Nacht ihre Schatten noch nicht von der Welt genommen hatte. Irgendwo, weit entfernt mochte die Sonne gerade einigen Vögeln 'Guten Morgen' sagen, doch hier war alles still. Grabesstill. Mir lief ein leichter Schauder über den Rücken, ich kümmerte mich jedoch nicht weiter darum. Ich frühstückte, kleidete mich an und suchte meine Arbeitsutensilien zusammen, die ich für den heutigen Tag in meinem Büro brauchen würde. Mit Anzug und Aktentasche verließ ich meine Wohnung, fuhr mit dem Aufzug in die Tiefgarage und suchte meinen Wagen auf, um mit diesem den Weg zu meiner Dienststelle bestreiten zu können. Ich hatte den Wagen noch nicht angelassen, als mir dieser Geruch wieder auffiel. Er war stärker als vorher, und als ich mich in der Tiefgarage umsah, wurde ich eines Fliegenschwarms gewahr, der, halb hinter einem Betonpfeiler verborgen, beschäftigt war. Ich wunderte mich, besonders, da der eigenartige Geruch aus eben dieser Richtung zu kommen schien, verließ meinen Wagen und steuerte auf mein seltsames Ziel zu. Je näher ich dem Schwarm kam, desto stärker und widerlicher wurde der Geruch, und das Summen und Surren der Fliegen schwoll zu ohrenbetäubender Lautstärke an. Sofort dachte ich an ein verendetes Tier, doch als ich um den grauen Betonpfeiler bog, mußte ich mit Entsetzen feststellen, daß es sich um einen Menschen handelte. Tot. Es stank bereits bestialisch nach Verwesung, und ich hielt mir meine Hand vor den Mund. Mein Magen rumorte, als ich die kleinen Maden und Würmer sah, die sich durch zähes, klumpiges Fleisch fraßen, und eiligst drehte ich mich um, auf daß ich mich nicht übergeben mußte. Wie lange mochte dieser menschliche Kadaver wohl schon hier liegen, fragte ich mich und überlegte, was zu tun sei. Schließlich beschloß ich, daß es das Beste wäre, die Polizei zu verständigen. Ich begab mich sofort wieder zurück in meine Wohnung. Der Versuch, einen Anruf zu tätigen, blieb erfolglos. Es befand sich wohl niemand am anderen Ende der Leitung, der gewillt war, den Hörer abzunehmen. Doch als ich den Anruf bei der Feuerwehr wiederholte, blieb auch dieser unbemerkt. Alle Institutionen waren scheinbar unbesetzt, und nicht einmal die Telefongesellschaft war dazu in der Lage, mit mir zu sprechen. Auch als ich irgendeine wahllose Zahlenkombination wählte, mußte ich resigniert feststellen, daß wohl entweder mein Telefon gestört war oder aber keine Gesprächspartner vorhanden waren... In diesem Moment bemerkte ich, daß heute noch keine Tageszeitung im Briefkasten war. Der Milchmann hatte wohl auch verschlafen, und ich hörte auch keinerlei Autos auf der Straße unter meinem Fenster. Die Vögel waren ebenso stumm, und dieser bestialische Geruch konnte unmöglich ausschließlich von jener Leiche aus der Tiefgarage kommen. Was ist hier nur los? Ich bekam Angst.

‹  Zurück zur Artikelübersicht