Lorenz Andreas Fischer ist studierter Biologe und erfolgreicher Fotograf. Er wurde 2006 zum Europäischen Naturfotografen des Jahres gekürt. Dementsprechend findet man in diesem Buch sehr viele beeindruckende Tierfotos aber auch überraschende, ungewöhnliche Motive der Kalahari. Die Texte stammen von Judith Burri - ebensfalls eine studierte Biologin - und sind gut zu lesen und informativ. Besonders positiv fand ich die vielen inspirierenden Zitate in diesem Buch.
Zwei Punkte sind meines Erachtens suboptimal: Das Layout des Buches reicht nicht an die Eleganz von Werken wie "Die Wüsten der Erde" von Michael Martin heran. Es ist mir ein bisschen zu farbig und verschnörkelt, was von den eigentlichen Fotos ablenkt. Etwas stört mich auch, das als Definition für den Buchtitel "Kalahari" hier offenbar die geologische Definition der Kalaharisenke bemüht wurde. Die meisten dürften das Wort Kalahari aber mit der gleichnamigen Sandwüste assozieren. Der Unterschied besteht darin, dass die Kalaharisenke mehr als doppelt so groß wie die Kalahariwüste ist. Deshalb finden sich in dem Buch u.a. auch zahlreiche Bilder aus dem Etosha-Nationalpark in Namibia, die ich in einem Kalaharibuch nicht erwartet hätte, weil der Etosha-Nationalpark eben nicht zur Kalahariwüste gehört.
Trotz der beiden Kritikpunkte ist das Buch absolut seinen Preis wert. Afrikaliebhaber werden es immer wieder mal zur Hand nehmen und genüsslich durchblättern.