Kurzbeschreibung
Die hier vorgestellten fünf Beiträge stellen eine Auswahl von kolonialen Schriftstücken dar, hauptsächlich von deutschen Soldaten oder Beamten verfasst, die sich auf Erkundungs- oder Forschungsreisen in dem Gebiet der ehemaligen deutschen Kolonie Südwestafrika aufhielten. Kriterien für die Auswahl waren Qualität und Quantität der Beschreibungen, wobei auf Objektivität, Beobachtungen anstelle von Mutmassungen und Details und Umfang des ethnografischen Materials besonderen Wert gelegt wurde. Die Mehrzahl der Artikel können in reichlich obskuren ehemaligen Kolonialzeitschriften gefunden werden und auf einige wurde bereits in der völkerkundlichen Literatur Bezug genommen, besonders in der gegenwärtigen revisionistischen "Kalahari-Debatte". Der Herausgeber hat die Quellenlage während verschiedener Aufenthalte (1991, 1994 und 1997) vor Ort, in den Namibian National Archives und der Bibliothek der Namibian Scientific Society in Windhoek, sowie in den Beständen des Frobenius-Instituts in Frankfurt am Main gesichtet. Den Beiträgen vorangestellt ist eine ausführliche Einleitung, die das ausgewählte Material in den grösseren Zusammenhang der südwestafrikanischen Kolonialliteratur zu den "Buschleuten" einbettet und dessen Relevanz innerhalb der gegenwärtigen Forschungssituation abschätzt. Ebenfalls wird auf den historischen Kontext eingegangen, speziell auf die steigende Feindseligkeit zwischen der Kolonialmacht und der indigenen Bevölkerung innerhalb der zweiten Hälfte der Kolonialperiode und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Darstellung und Beschreibung dieser Menschen. Jeder einzelne Beitrag ist mit einer Einleitung und mit Fussnoten versehen, die biografische Informationen zum Autor bieten und auf spezifische ethnografische, kulturwissenschaftliche oder geschichtliche Aspekte hinweisen. Auch werden die Texte in diesen Einleitungen sowohl kritisch betrachtet, als auch auf Schwierigkeiten im Übersetzungsprozess hingewiesen