Kurzbeschreibung
Kalabrien zeigt uns tausend Gesichter: Sonnige, vom Tyrrhenischen und Ionischem Meer umspülte Küsten, nordisch alpine Bergmassive wie der Pollino und das Sila-Gebirge, schattige Wälder des Aspromonte, versunkene karstige Schluchten mit denen sich die Flüsse den Weg zum Meer bahnen, quirlig bunte Städtchen und verwinkelte Dörfer, geradewegs aus den Geschichten von Saverio Strati entsprungen. Schnell verändert sich vom Küstensaum über die dahinter liegenden fruchtbaren Ebenen die morphologisch äußerst reiche und reizvolle Landschaft in das dunkle Profil der teils 2000 m hohen Berge hinein. Noch unentschlossen, ob es überhaupt erwandert werden möchte, präsentiert sich Kalabrien mit seinen landschaftlichen Besonderheiten dem Abenteurer als Geheimtipp fernab vom Massentourismus, aber dennoch im Kulturzentrum Europas, die Natur pur zu erleben. So stemmt sich die tief mit den Traditionen verwurzelte Landschaft schon mal unbeugsam dem Wanderer und Reisenden wie ein Bollwerk aus Fels und Gestrüpp entgegen, wenn wir die Mannigfaltigkeit der Natur bis in die hintersten verborgenen Winkel kennenlernen wollen. Den Bestrebungen zur touristischen Aufwertung Kalabriens, welches mehr ist, als nur eine Durchgangsregion ist es somit geschuldet, dass Nationalparks entstehen, ganze Landstriche unter Schutz gestellt und touristische Ziele erschlossen werden. So gestatten eine zaghaft erstarkende Wanderinfrastruktur, traditionelle Pilgerwege, Maultierpfade und alte Verbindungswege es auch dem nicht so unerschrockenen Wanderer, diese vielgestaltigen vom wirtschaftlichen Fortschritt größtenteils verschonten Landstriche zu erkunden. Fasziniert erwandern wir quer durch das ganze Land tausend Düfte und Aromen und begegnen einer durch viele Kulturen zu einem offenen und schätzenswerten Charakter verschmolzenen Bevölkerung. Gerne werden wir uns erinnern, an die Pinie in der Sila, die Bergamotte bei Reggio, die Minze aus Mileto, den Wein aus Cirò, die Kastanie im Januar, den Schwertfisch im Mai, die Kaktusfeige im September, die Orange im Dezember und daran, überall und das ganze Jahr hindurch Wanderziele vorgefunden zu haben, von denen wir später unseren Freunden erzählen wollen, vielleicht bei einem Glas Paulanerbier, was ohne Franziskus von Paola, dem Schutzheiligen Kalabriens und Gründer des Paulanerordens wahrscheinlich einen anderen Namen tragen würde.