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Kaiserin Friedrich: Victoria, eine Engländerin in Deutschland
 
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Kaiserin Friedrich: Victoria, eine Engländerin in Deutschland [Gebundene Ausgabe]

Franz Herre
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
  • Verlag: Hohenheim Verlag; Auflage: 1 (März 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898501426
  • ISBN-13: 978-3898501422
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 532.697 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Victoria, die Erstgeborene der Queen Victoria, heiratete 1858 in London der Prinzen Friedrich Wilhelm, Sohn des späteren Königs und Kaisers Wilhelm I. In die Feststimmung mischte sich Kritik. Es sein zu befürchten, bemerkte Otto von Bismarck, daß die achtzehnjährige Braut die Engländerin nicht zu Hause lasse und keine Preußin werde. Die Princess Royal, meinte die "Times", haben ein besseres Los verdient als den Einzug in das preußische Königshaus, in dem man nicht wisse, was man "den Rechten des Menschen! schuldig sei.

Über den Autor

Franz Herre, geboren 1926, gilt als Verfasser herausragender historischer Biographien. In seinen Büchern verbindet sich ausgezeichnete Lesbarkeit mit wissenschaftlich fundierter Darstellung. U.a. erschienen von ihm "Prinz Eugen" (1997) und "George Washington" (1999) sowie "Jahrhundertwende 1900" (1998).

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Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Victoria Adelaide Mary Louisa (1840-1901), älteste Tochter der englischen Königin Victoria, die im Jahre 1858 den späteren preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm heiratete. Als deutsche Kaiserin nahm sie den Namen Kaiserin Friedrich an. Ihr Mann regierte 99 Tage bevor er an einem Krebsleiden starb. Franz Herre beschreibt in diesem Buch ihre Erziehung, ihr Leben und Wirken.

Natürlich ist dieses Buch mit seinen 330 Seiten nicht so ausführlich wie Hannah Pakulas Werk über Victoria. Dennoch lohnt der Kauf, da Franz Herre die wesentlichen Punkte im Leben der Kaiserin Friedrich sehr gut herausgearbeitet hat. Etwas zu kurz gekommen sind meiner Meinung nach vor allem die letzten Lebensjahre der Kaiserin Friedrich, z.B. ihr Vermittlungsversuch aus dem Jahre 1898 wird nur kurz erwähnt. Des Weiteren wären mehr Informationen über das Verhältnis der Kaiserin Friedrich zu ihrer Schwester, Großherzogin Alice von Hessen und bei Rhein, wünschenswert gewesen.

Positiv aufgefallen ist mir die Darstellung des "Coburger Plans". Freilich hätte man hier noch etwas mehr zum Hause Coburg schreiben können. Niall Ferguson hat dies in einem Aufsatz, der in Victoria Kaiserin Friedrich: Mission und Schicksal einer englischen Prinzessin in Deutschland veröffentlicht ist, sehr ausführlich beschrieben, denn diese Coburger Verschwörung hatte eine längere englische Vorgeschichte und so sah sich bereits der englische Prinzgemahl Albert, der Vater Victorias, Angriffen der englischen Presse ausgesetzt.

Auch die Schwierigkeiten Victorias in Deutschland sind gut beschrieben sowie die Folgen der durch ihren Mann abgelehnten vorzeitigen Abdankung seines Vaters. Wäre Friedrich doch dem Rat seiner Frau gefolgt. Durch das lange Leben Wilhelms I. und die intelligente Machtpolitik Bismarcks hatte das Ehepaar aber keine Gelegenheit mehr seine Vorstellungen umzusetzen.

Bismarcks Haltung gegenüber der Kaiserin Friedrich wird übrigens auch durch Aussagen von Lothar Gall in seiner Bismarck-Biografie bestätigt. So schreckte der deutsche Kanzler noch nicht einmal vor einem gerichtlichen Verfahren gegen die Veröffentlichung der Tagebuchauszüge Friedrichs III zurück, obwohl er diese "für unzweifelhaft echt hielt" (dort S. 687). Aber wie Herre in seinem Buch auf Seite 286 schreibt, dies hätte bedeutet, dass Friedrich III "ein nicht unbeträchtliches Verdienst an der Reichsgründung zukam, was sie ihm nicht zubilligen wollten."

Abgerundet wird dieses Buch durch eine Zeittafel, eine sehr ausführliche Bibliografie, ein Personenregister sowie mehrere Bilder inklusive Bildnachweis.

Mein Fazit: Alles in allem eine gute Darstellung des Lebens der Kaiserin Friedrich. Der eine Punkt Abzug ist nur darauf zurückzuführen, dass es mit Hannah Pakulas Victoria-Biografie eine noch ausführlichere Beschreibung gibt.

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Noch ein paar Informationen zur Kaiserin Friedrich (ursprünglich im ersten Kommentar):

(1) Es gibt Menschen, die ihr den Namen "Victoria-Augusta" zuschreiben. In dem vorliegenden Buch steht dies nicht. Die Antwort des Autors auf meine Anfrage: "Die Kaiserin Friedrich wurde niemals Victoria-Augusta" genannt; ihr Vorname war nur Victoria. Ihre Schwiegertochter, die Gemahlin Kaiser Wilhelms II., hieß Auguste Victoria."

(2) Ihr Gemahl Friedrich Wilhelm wurde 1861 preußischer Kronprinz, obschon sein Vater 1857 zum Stellvertreter des an einem Gehirnleiden erkrankten Friedrich Wilhelm IV. eingesetzt wurde. (vgl. S. 43) Der sechste König von Preußen starb erst am 2. Januar 1861.

(3) Leider habe ich im Buch keine Informationen zu einem bemalten Wandschirm gefunden, welcher nach dem deutsch-französischen Krieg von Victoria an Kaiserin Eugenie zurückgeschickt wurde. Sehr wohl wird diese Episode allerdings in Ponsonby Briefe der Kaiserin Friedrich, Knaur, 514 Seiten, herausgegeben von Sir Frederick Ponsonby, enthalten. Dort werden auch die diplomatischen Verwicklungen geschildert.

(4) Der Briefwechsel von Victoria, v.a. mit ihrer Mutter, wird in Ponsonbys Buch ausführlich zitiert. Hier finden sich k e i n e Zitate.

(6) Zur Pflege von Friedrich III: also in dem Buch steht beginnend auf Seite 241, dass der Chirurg und Generalarzt Dr. Ernst von Bergmann Krebs diagnostizierte und für eine Operation plädierte. Am 18.5.1887 wurde dies von einem deutschen Ärztekollegium bestätigt mit dem Beschluss erst zu operieren, wenn der englische Kehlkopfspezialist Mackenzie dies bestätigt. Ein Entschluss, den die Kronprinzessin begrüßte. Die folgenden ausführlichen Erläuterungen zeigen meines Erachtens, dass Diagnose und Therapie von Mackenzie offensichtlich den Realitäten zuwider liefen. Offensichtlich war der Kronprinzessin daran gelegen eine OP zu vermeiden.

Nachtrag: Hannah Pakula schreibt übrigens auf Seite 329 von Victoria, dass sie wenig Vertrauen in deutsche Ärzte hatte nachdem diese sie bei der Geburt ihres ersten Kindes schon aufgegeben hatten. Für die nachfolgenden Geburten ließ sie Ärzte aus England kommen. Auch suchte sie immer, wenn sie in England war, den Rat ihrer alten Ärzte wegen ihrer Kinder. "Nach Sigis Tod wurden ihre Ängste noch schlimmer, war doch seine Gehirnhautentzündung nicht als solche erkannt worden."

(7) In meiner Rezension habe ich bereits erwähnt, dass Wilhelm II, der Nachfolger Friedrich III, versuchte mit Hilfe seiner Mutter eine Verständigung mit England zu erzielen. Dies wird besonders gut von Hannah Pakula in deren Victoria-Buch beschrieben. Die letzten Lebensjahre der Kaiserin Friedrich sind in diesem Buch leider nur oberflächlich gestreift.

(8) Zu ihrem Wohnsitz in den letzten Lebensjahren: Im Buch steht auf S. 291, dass sie die Villa Schönbusch für fünf Millionen Mark erwarb, den Abriss erwog sowie eine Neubau nach ihrem Geschmack und für ihre Bedürfnisse. Und weiter auf Seite 292: zum ersten Mal konnte sie eine Bleibe nach ihren Vorstellungen erbauen lassen. ' Elemente der Tudorzeit, der italienischen Renaissance in niederländischer Variante ' etc. etc. Der Turm sollte sie übrigens an Osborne erinnern, wie der Autor schreibt.

(9) Patricia Kollander spricht Victoria die politische Urteilsfähigkeit ab, schreibt, dass die Befolgung ihrer Ratschläge innere Unruhen und außenpolitische Komplikationen hätte hervorrufen können. Siehe den Artikel von Patricia Kollander in THE HISTORIAN, Fall 1999. In übersetzter Form auf der kronberger-maler.de Webseite einsehbar.
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Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
und in England wechselt man das Thema." ( Sir Peter Ustinov)

Franz Herre spürt in seiner Biographie dem Leben der deutschen Kaiserin Victoria( London 21.11.1840- Friedrichshof bei Frankfurt /M 5.8. 1901) nach. Sie ist die älteste Tochter der Königin von England. Die deutschen Untertanen nennen sie " Victoria-Augusta". Sie heiratet den Kronprinzen von Preußen, Friedrich Wilhelm, den Herrscher mit dem blonden Bart, der in seiner Politik zum Liberalismus neigt. Ihre Schwiegervater, Wilhelm I , sieht in dieser Engländerin eine Idealistin. Der Kanzler Bismarck findet ihre englischen Beziehungen ebenso ihre liberalen Ideen bedenklich, akzeptiert sie aber als zukünftige Herrscherin von Preußen. Die Opposition dieser Kronprinzessin sieht oft so aus, als bestehe sie nur aus Prinzip, nicht aus Überlegung.

Am 27.1.1859 bringt sie einen Sohn zur Welt. Er ist eine komplizierte Geburt: Willi-die Mutter hält auch noch später an diesem Namen fest- wird fortan einen verkümmerten Arm unter einem Dolman verbergen. Sie umgehegt ihn mit ungeschickt angesetzter Zärtlichkeit. Man durchschaut wie viel Kummer ihr das körperbehinderte Kind bereitet. Sie schickt den Sohn auf die Oberschule nach Kassel. Er wird daraufhin immer widerspenstiger und zwar in dem Maße wie die Eltern versuchen in liberal zu erziehen.

Nach dem deutsch-französischen Krieg sendet Victoria der Kaiserin Eugenie einen bemalten Wandschirm zurück, den Friedrich aus dem Schloss in St. Cloud entfernt hat. Das erzürnt die Preußen, die den Schirm als Beweis ihrer Eroberung betrachten.
Auch die Engländer kritisieren sie. Sie befürchten Komplikationen in den diplomatischen Beziehungen. Eugenie wiederum erblickt in dem Schirm eine mitleidsvolle Gabe ihrer gestürzten Majestät. Diese Episode ist nur ein Beispiel für das Unvermögen Victorias Sympathien zu wecken.

Dass Victoria intelligent und guten Willens ist, ersieht man aus ihrem Briefwechsel. Der in England und Frankreich veröffentlicht wurde. Friedrich wird vom Kehlkopfkrebs befallen und von deutschen Ärzten unzureichend gepflegt. Vicky lässt also einen englischen Arzt kommen, der aber auch nicht besser ist. Am 9.3.1988 stirbt der greise Wilhelm I. und Friedrich wird- stimmlos- zum Kaiser von Deutschland.

In den 99 Tagen der Herrschaft dieses Regenten, den seine Frau zum Anglophilen gemacht hat, bemerkt man hauptsächlich den Verlust von Epauletten. Der Kaiser scheidet am 15.5.1888 aus dem Leben. Der neue Monarch , Wilhelm I. kommt den Wünschen seines Volkes entgegen, indem er der Witwe jegliches Vertrauen entzieht.
Sie lehnt sich dagegen auf, macht Reisen, schreibt viel. Ihr wird ein Schloss versprochen, das eigentlich eine Burg ist. Sie richtet es im Stil der Tudors ein.

Die Kaiserin Victoria-Augusta ist fähig zu lieben, aber sie wird nicht geliebt, sie versteht, aber sie wird nicht verstanden. Vielleicht wäre das Deutsche Kaiserreich liberaler geworden, wenn ihr Gatte länger gelebt hätte und sie ihren Einfluss hätte geltend machen können. Ihr kriegslüstener Sohn ließ ihr keine Chance.

Eine hochinteressante Biographie über eine liberal denkende Frau , die von ihrem Umfeld nicht verstanden wurde.

Schloss Friedrichshof - hier ist die Kaiserin verstorben - ist heute das Schlosshotel Kronberg im Taunus. Sir Peter Ustinov liebte dieses Hotel und weilte dort oft. Ein Ausflug dorthin lohnt sich übrigens.
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