Der fünfte Band der Serie lüftet endlich einige der Geheimnisse rund um die Außerirdische Bedrohung und, viel wichtiger, um die zweifelhafte Rolle der Kastrup in diesem Spiel. Endlich erfahren wir, warum die Kastrup unter von Lindenheim so handelte, wie sie handelte und wie der Kontakt zum amerikanischen CFR zustande kam. So gibt es ziemlich am Anfang des Buches einen Rückblick von Dankenfels' auf die Mitte der zwanziger Jahre, als er mit einigen Soldaten zum zweiten Stützpunkt der Außerirdischen in Chile aufbricht. In diesem Zusammenhang gibt es auch wieder ein paar sehr schöne, politisch inkorrekte Seitenhiebe gegen das Bankensystem ' zumindest für den Leser, der sich einigermaßen damit auskennt.
Bis einschließlich Band 4 lag der Handlungsschwerpunkt bei den Kämpfen im Osten. Ich empfand es als sehr spannungssteigernd, dass der Handlungsfokus nun auf den Westen gelegt wird: der Kaiser befiehlt die Vorbereitung der Invasion Englands durch den Beginn einer Luftschlacht um das Inselreich. Der Autor lässt uns dabei erneut an den Abenteuern der Protagonisten der vorherigen Bände teilhaben (dem Bomberpiloten von Timmer und dem Stukapiloten von Blankenau), die soeben noch an der Ostfront kämpfend, nun nach Westen verlegt werden und ihre ersten Einsätze gegen England fliegen. In diesem Zusammenhang fand ich es begrüßenswert, dass wir endlich auch ein wenig mehr über diese Protagonisten, ihr Denken und ihr Leben in dieser Parallelwelt erfahren ' ein Aspekt, der in den vorherigen Bänden nach meinem Geschmack etwas zu kurz geraten war. Sehr spannend fand ich auch die Schilderung der Abenteuer des Stukapiloten Drechsler, ein guter Freund von Blankenaus, der in der Schlacht um Königsberg abgeschossen wurde und in britische Kriegsgefangenschaft geriet. Dabei werden die Briten keineswegs als 'die Bösen' dargestellt, wie ein anderer Rezensent etwas schwarz-weiß malte, sondern als ehrenhafte Soldaten, unter denen es natürlich, wie überall, auch schon mal ein schwarzes Schaf gibt.
Auch der Humor kommt in diesem Band nicht zu kurz. Ich habe mich köstlich amüsiert über einen dystopischen Parallelweltroman, über den von Blankenau sinniert, ihn aber für zu unrealistisch hält, weil darin Deutschland den 1. Weltkrieg verloren hat und in der Folge ein österreichischer, arbeitloser Künstler Reichskanzler wird. Wer so was allerdings als 'braune Kommentare' wertet, hat nichts, aber auch gar nichts verstanden.